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Autozulieferer Continental treibt Börsengang der Antriebssparte voran

Der Autozulieferer hält trotz des Abwärtstrends an den Automobilmärkten an seinen Plänen fest. Die Dividende soll um 25 Cent steigen.
Update: 07.03.2019 - 12:43 Uhr Kommentieren
Continental treibt Börsengang der Antriebssparte Vitesco voran Quelle: dpa
Continental-Fertigung in Nürnberg

Trotz der Schwäche am globalen Automarkt hält Continental am geplanten Börsengang seiner Antriebssparte fest.

(Foto: dpa)

DüsseldorfZweimal hat Continental seine Anteilseigner im vergangenen Jahr mit einer Gewinnwarnung geschockt und damit für massive Kurseinbrüche gesorgt. Jetzt gibt es immerhin eine kleine Entschädigung für die Aktionäre: Der Automobilzulieferer aus Hannover erhöht seine Dividende, wenn auch nur ein wenig.

Sie steigt in diesem Jahr um 25 Cent auf 4,75 Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Conti hat auch den Namen der Antriebssparte bekanntgegeben, die in diesem Jahr an die Börse gehen soll: Die neue Konzerntochter heißt Vitesco Technologies.

Nach den zwei Gewinnwarnungen hat sich das Geschäft bei Continental vergleichsweise stabil entwickelt, deshalb kann sich der Konzern den leichten Anstieg der Dividende erlauben. Außerdem liegt der Free-Cash-Flow des vergangenen Jahres etwas über den letzten Ankündigungen des Autozulieferers. „Nach der weniger guten Aktienkursentwicklung des vergangenen Jahres ist es nur konsequent, jetzt die Dividende etwas zu erhöhen“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Insgesamt schüttet der Konzern rund 950 Millionen Euro an seine Anteilseigner aus, die Ausschüttungsquote liegt bei knapp 33 Prozent.

Für 2018 hat der Konzern die zweimal reduzierten Jahresziele erreicht. Der Umsatz liegt bei 44,4 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent) und die bereinigte operative Marge bei 9,3 Prozent (2017: 10,8).

Continental musste seine Wachstums- und seine Ertragsziele deutlich zurücknehmen. Auslöser waren der Einbruch auf dem chinesischen Automarkt und die großen Probleme der europäischen Fahrzeughersteller mit den neuen WLTP-Zulassungsnormen, die im zweiten Halbjahr zu deutlich geminderten Verkaufszahlen führten. Für 2019 rechnet Conti nicht damit, dass sich die WLTP-Probleme ähnlich negativ wie im vergangenen Jahr auswirken werden. Im Frühherbst steht eine weitere Verschärfung der WLTP-Vorgaben an. „Wir hoffen, dass die Autohersteller aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gelernt haben“, betonte Finanzvorstand Schäfer im Gespräch mit dem Handelsblatt. In der Conti-Planung seien keine größeren WLTP-bedingten Rückgänge wie aus 2018 enthalten.

Für 2019 bleibt Continental zwar vorsichtig, verbreitet aber auch einen gewissen Optimismus. „Wir wachsen weiter schneller als unsere relevanten Industrien und Märkte“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstagmorgen in Hannover. Der Konzern profitiere trotz der aktuellen Schwäche am Automarkt von seiner Technologiestärke.

Conti mache große Fortschritte bei der Entwicklung neuer Produkte für Elektromobilität und Digitalisierung, den beiden Megatrends in der Automobilbranche. „Denn wir liefern, was andere noch testen“, betonte Degenhart. Finanzchef Schäfer bezeichnete den Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro in Anbetracht der schwachen Marktentwicklung als „solides Ergebnis“.

Stabile Verkaufszahlen erwartet

Continental will seine Aktionäre in diesem Jahr mit schlechten Nachrichten verschonen. Bislang laufen die Geschäfte des Zulieferkonzerns zwar nur verhalten, aber immerhin nach Plan. Das Unternehmen bekräftigt deshalb seine Jahresprognose für 2019 von Anfang Januar. Conti rechnet mit einem Umsatz zwischen 45 und 47 Milliarden Euro.

Die bereinigte operative Marge (Ebit) werde sich in einer Spanne zwischen acht und neun Prozent bewegen. Bei seiner Prognose verwendet das Unternehmen erstmals Bandbreiten – die Gefahr neuer Gewinnwarnungen wird damit deutlich reduziert.

Bei seiner Prognose für 2019 setzt Continental voraus, dass es in diesem Jahr keinen Einbruch auf den Weltautomärkten geben wird. Conti erwartet stabile weltweite Verkaufszahlen, wie 2018 dürften wieder rund 94 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge rund um den Globus verkauft werden. Die ersten sechs Monate des neuen Jahres würden eher schleppend verlaufen, in der zweiten Jahreshälfte sei dann mit einer Besserung zu rechnen.

Allerdings bleiben auch Risiken. „Als Risikofaktoren sehen wir sehen wir die unklaren Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung in China, die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa. Dazu kommen die weiterhin unklaren Rahmenbedingungen des Brexits“, sagte Finanzvorstand Schäfer.

Der Finanzvorstand verwies auf die aus seiner Sicht ausgeprägte Bilanzstärke des Konzerns. Conti habe seine Verschuldung kontinuierlich weiter heruntergefahren. Für mögliche Akquisitionen stünden dem Unternehmen bis zu fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Konkrete Pläne für Zukäufe gebe es im Moment nicht. Das Unternehmen sondiere aber immer den Markt, um sich vor allem bei Zukunftstechnologien zu verstärken.

Trotz der Schwäche am globalen Automarkt hält Continental am geplanten Börsengang seiner Antriebssparte (Powertrain) fest. Mit dem Termin wird der Konzern aus Hannover jetzt etwas konkreter: „Vitesco Technologies“ soll in der zweiten Jahreshälfte an die Börse gehen.

Das Conti-Management plant einen Teilbörsengang, will die Kontrolle über das herausgelöste Tochterunternehmen also nicht aufgeben. Continental hat alle Powertrain-Aktivitäten bei Vitesco konzentriert. Dazu gehören die klassischen Verbrennungsmotoren und das Neugeschäft im Komplex Elektromobilität. In einem ersten Schritt sollen bis zu 25 Prozent der Vitesco-Anteile an die Börse gebracht werden, sagte Finanzvorstand Schäfer.

Continental hatte allerdings auch immer betont, dass es keinen Börsengang um jeden Preis geben werde. Der Zulieferkonzern werde sich das Umfeld an den Geld- und Kapitalmärkten sehr genau ansehen, um einen angemessenen Erlös beim Vitesco-Börsengang zu erreichen. Evercore-Analyst Chris McNally kalkuliert damit, dass Conti aus dem Teilbörsengang Einnahmen zwischen 3 bis 4,5 Milliarden Euro erwarten kann. „Continental hält trotz der niedrigen Bewertungen einiger Konkurrenten an diesem IPO fest“, ergänzte er.

Der Termin für den Börsengang im zweiten Halbjahr dürfte helfen, weil Conti dann mit der Erholung besonders auf dem chinesischen Automarkt rechnet. Bessere Perspektiven in der zweiten Jahreshälfte sollten Investoren tendenziell eher davon überzeugen, bei Vitesco einzusteigen. In ersten Quartal rechnet Continental damit, dass die Produktion in China im Jahresvergleich um elf Prozent zurückgehen wird.

An der Börse führten die Conti-Zahlen zu keinen großen Veränderungen. Wie der gesamte Dax gab die Aktie zum Handelsstart leicht um 0,5 Prozent nach, im späteren Handelsverlauf betrug das Minus bis zu 1,3 Prozent.

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