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Autozulieferer Continental verschiebt Börsengang der Antriebssparte

Die Schwäche der Automärkte macht dem Zulieferer aus Hannover zu schaffen. Das ungünstige Marktumfeld beeinflusst auch andere Pläne.
Update: 26.04.2019 - 15:28 Uhr Kommentieren
Continental verschiebt Teilbörsengang der Antriebssparte Quelle: dpa
Continental

Der Automobilzulieferer sieht keinen Zeitdruck bei dem geplanten Teilbörsengang.

(Foto: dpa)

Hannover Der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental verschiebt angesichts der schwachen Autokonjunktur den Börsengang seiner Antriebssparte auf frühestens nächstes Jahr. Voraussichtlich Ende des zweiten Halbjahres solle der Kapitalmarkt über weitere Details für den geplanten Gang aufs Parkett informiert werden, kündigte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer am Freitag vor den Aktionären in Hannover an. Nach Abschluss weiterer technischer und regulatorischer Schritte werde das Unternehmen in der Lage sein, den Teilbörsengang abzuschließen. „Damit ist je nach Marktlage ab 2020 zu rechnen.“

Noch zur Bilanzpressekonferenz im März hatte es geheißen, die Vorbereitungen für einen möglichen Teilbörsengang im zweiten Halbjahr 2019 liefen weiter planmäßig. Finanzchef Wolfgang Schäfer hatte die Anleger zuvor allerdings schon im Reuters-Interview vorgewarnt, Conti wolle seine Antriebssparte (Powertrain) nicht um jeden Preis an die Börse bringen.

Die Gründe, warum die Platzierung von bis zu 25 Prozent der Sparte nun verschoben wurde, nannte Conti nicht. Die Conti-Aktie legte dennoch zu. Die Verschiebung des Börsengangs komme nicht überraschend und sei daher kein Belastungsfaktor für die Kurse, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Er begründete das Kursplus damit, dass das operative Ergebnis im ersten Quartal über den Erwartungen gelegen habe.

Vor einigen Wochen hatte bereits Volkswagen den geplanten milliardenschweren Börsengang seiner Lkw- und Bus-Tochter Traton mit Hinweis auf das schlechte Marktumfeld auf Eis gelegt. Insidern zufolge könnte VW im Herbst einen neuen Anlauf für Traton wagen. Bis dahin erwartet auch Conti eine Erholung der Autokonjunktur.

Aktionärssprecher kritisierten den Conti-Vorstand wegen der im vergangenen Jahr mehrfach korrigierten Geschäftsziele und dem damit verbundenen Wertverlust ihrer Aktien. Durch einen Brandbrief an das obere Management seien die Anleger zusätzlich irritiert worden. Dadurch sei der Eindruck standen, bei dem Unternehmen wisse „der Kopf nicht mehr, was die Hände und Füße tun“, sagte ein Aktionärsvertreter.

Vorstandschef Elmar Degenhart führte die Probleme mehrerer Autobauer mit der Umstellung auf die schärferen Abgastests WLTP in Europa und die Abschwächung der Autoproduktion in China als Gründe für die Prognosekorrekturen an. Dadurch habe sich das Abrufverhalten der Kunden verändert, was sich erst im dritten Quartal abgezeichnet habe. Finanzvorstand Schäfer verwies darauf, dass die schwächere Autokonjunktur auch andere Konzerne zu Gewinnwarnungen gezwungen habe, darunter die Dax-Schwergewichte Daimler und BMW.

Degenhart sagte, mit seinem Brief habe der Vorstand ein Signal setzen wollen, um das Management wegen der schwächeren Konjunktur zu sensibilisieren. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass wir Vertrauen verspielt haben. Das nehmen wir sehr ernst“, räumte der Conti-Chef ein. Rückblickend würde er bei solch einem Schreiben „die eine oder andere Formulierung anders wählen“.

In dem im September an etwa 400 Führungskräfte versandten Schreiben hatte der Vorstand kritisiert, mehrere Geschäftsbereiche hätten wiederholt ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. „Auf diesem falschen Gleis fahren wir keinen Meter weiter“, hieß es darin. „Dieser Zug stoppt genau hier und jetzt!“

Im Auftaktquartal verbuchte Continental einen deutlichen Gewinnrückgang. Das bereinigte operative Ergebnis sank um 17 Prozent auf 884 Millionen Euro. Analysten hatten mit noch weniger gerechnet. Der Umsatz legte marginal auf gut elf Milliarden Euro zu. Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand.

Im vergangenen Jahr musste der hannoversche Konzern mehrfach seine Gewinnziele nach unten korrigieren, weil der Abwärtstrend an den Automobilmärkten die Margen drückte.

  • rtr
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