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Autozulieferer Continental-Vorstand will auf Dividendenausschüttung verzichten

Der neue Continental-Chef Nikolai Setzer setzt ein Zeichen. Erstmals seit elf Jahren sollen die Aktionäre des Zulieferers bei der Dividende leer ausgehen.
19.02.2021 - 19:11 Uhr Kommentieren
2021 sollen Conti-Aktionäre zum ersten Mal seit elf Jahren bei der Dividende leer ausgehen. Quelle: dpa
Continental

2021 sollen Conti-Aktionäre zum ersten Mal seit elf Jahren bei der Dividende leer ausgehen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Coronajahr 2020 hat Spuren in der Bilanz von Continental hinterlassen. Der Vorstand um den neuen Conti-Chef Nikolai Setzer will daher auf eine Dividendenausschüttung im laufenden Jahr verzichten. Das letzte mal mussten Aktionäre des Dax-Zulieferers 2010 auf eine Dividende verzichten.

„Der Vorstand der Continental AG hat im Zuge der Aufstellung des Jahresabschlusses 2020 angesichts eines negativen Konzernergebnisses heute beschlossen, der am 29. April 2021 stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, auf die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2020 zu verzichten“, heißt es dazu in der Pflichtmitteilung des Unternehmens. An der grundsätzlichen, mittelfristig ausgerichteten Dividendenpolitik einer Ausschüttung von 15 bis 30 Prozent des Konzerngewinns halte das Unternehmen weiter fest.

Mit der Entscheidung die Dividendenausschüttung auszusetzen, geht Conti-Chef Setzer einen Schritt auf die Arbeitnehmervertreter zu. Konzernbetriebsrat Hasan Allak hatte bereits Ende Januar gefordert, angesichts der zahlreichen Stellenstreichungen und des schwierigen Umbaus bei dem Autozulieferer, auf eine Aktionärsauszahlung zu verzichten.

Für das von weiteren Kürzungsbeschlüssen und der Corona-Absatzkrise geprägte Jahr 2020 solle es keine Dividende geben. „Wer an den Standorten zahlreiche Fixkosten-Debatten führt und einen Arbeitsplatzabbau umsetzt, hat nichts zu verteilen“, sagte Allak.

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    Continental steckt in einer komplizierten Neuausrichtung von Mechanik und Hydraulik zu immer mehr Elektronik, Sensorik und Software. In der „alten“ Auto-Welt fallen zusehends Jobs weg, nicht alle Beschäftigten können – trotz Programmen zur Weiterqualifizierung – in die „neue“ Welt mitgenommen werden.

    Das Reifengeschäft blieb zuletzt insgesamt profitabel. Doch auch hier setzt der Vorstand den Rotstift an – zum Unverständnis von Gewerkschaftern und auch etlichen Politikern, die sich vor den jüngsten Sparentscheidungen nicht eingebunden fühlten.

    Im vergangenen Jahr hatte die Hauptversammlung daher bereits eine Kürzung der Dividende für die Anteilseigner beschlossen. Sie erhielten eine Ausschüttung von drei Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019. Das war zwar weniger als der ursprüngliche Vorschlag von vier Euro und bedeutete für die mit 46 Prozent größte Aktionärin, die Schaeffler-Holding, eine Senkung der Ausschüttung um etwas weniger als 100 Millionen auf 276 Millionen Euro.

    Es hatte jedoch auch Stimmen gegeben, die sich mit Blick auf die heikle Corona-Lage mehr Verzichtsbereitschaft von den Eigentümern gewünscht hatten. Überdies hatte Conti schon im Jahr vor der Viruskrise wegen hoher Abschreibungen und Problemen auf dem chinesischen Markt einen Milliardenverlust eingefahren. Allerdings rechnet Conti für das Geschäftsjahr 2020 selbst mit einer positiven bereinigten Gewinnmarge.

    Mehr: Der neue CEO des Autozulieferers will im Zukunftsgeschäft mit autonomem Fahren und Software stärker wachsen. Eine weitere Verschärfung des Sparprogramms schließt Setzer aber nicht aus.

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