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Continental

Die Autobranche kämpft derzeit unter anderem mit den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China, den Kosten der hausgemachten Dieselkrise und den Folgen der Umstellung auf das neue Abgasmesssystem WLTP.

(Foto: Reuters)

Autozulieferer Continental warnt vor weiteren Risiken beim Umsatz

China und Europa bereiten Conti unverändert Sorgen. Trotzdem hält der Konzern an seiner Ertragsprognose fest. Beim Umsatz könnte es neue Probleme geben.
Update: 08.11.2018 - 11:57 Uhr Kommentieren

DüsseldorfNach zwei Gewinnwarnungen in diesem Jahr wird der Zulieferkonzern Continental auch bei seiner Umsatzprognose für 2018 vorsichtiger. Weil die weltweite Fahrzeugproduktion im dritten Quartal so deutlich abgenommen hat, sieht der Dax-Konzern aus Hannover weitere Risiken für den Rest des Jahres.

Sollte sich dieser Trend im vierten Quartal verstärken, gebe es das Risiko, dass Conti den angekündigten Jahresumsatz von 44,5 Milliarden Euro nicht erreichen wird, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Continental macht sich Sorgen um die Autoproduktion auf seinen beiden wichtigsten Märkten. „Insbesondere in Europa und in China ist die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen deutlich zurückgegangen“, begründete Vorstandschef Elmar Degenhart die neue Vorsicht in Hannover. China und Europa stünden inzwischen für mehr als die Hälfte der weltweiten Fahrzeugproduktion.

Trotz dieses Umsatzrisikos hält Continental an seiner Ertragsprognose fest. „Für das Gesamtjahr rechnen wir unverändert mit einer bereinigten Ebit-Marge von mehr als neun Prozent“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer.

Im August hatte Continental sein Jahresziel bei der zweiten Gewinnwarnung dieses Jahres von zehn auf neun Prozent zurückgenommen. Auslöser waren auch damals schon die wachsenden Probleme in China und Europa. In der Volksrepublik werden wegen des Handelskonfliktes mit den USA weniger Autos verkauft. In Europa machten die neuen WLTP-Abgasnormen der gesamten Branche große Probleme.

Am Quartalsergebnis von Continental lässt sich der Rückgang während der zurückliegenden Monate deutlich ablesen. Der Umsatz ist in den Monaten Juli bis September mit 10,7 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent) so gut wie gar nicht mehr gewachsen. Das ist etwas völlig Neues für den Conti-Konzern, der in den vergangenen Jahren nur zugelegt hatte.

Beim Ertrag wird die schwierige Entwicklung während der Sommermonate noch viel deutlicher. Das operative Ergebnis (Ebit) ist im dritten Quartal um fast 18 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro geschrumpft. Noch deutlicher wird der Abwärtstrend, wenn das operative Ergebnis um Änderungen am Konsolidierungskreis bereinigt wird. Dann erreicht Conti nicht einmal mehr die gewohnte Milliarde: Das Minus liegt bei 30 Prozent, der Zulieferkonzern schafft gerade noch gut 770 Millionen Euro.

Aufgrund der schlechten Zahlen aus dem dritten Quartal liegt Continental auch im gesamten bisherigen Jahresverlauf deutlich unter den Ergebnissen von 2017. Das operative Ergebnis ist von Januar bis einschließlich September um 9,5 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro gefallen. Die operative Marge liegt bei 9,1 Prozent, vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent.

Große Fragezeichen aus China

Für Continental spricht, dass der Konzern nicht mehr allein unter den zunehmenden Problemen auf den Weltautomärkten leidet. Viele Zulieferer haben in den vergangenen Wochen ihre Prognosen für 2018 zurücknehmen müssen.

Auch die Autohersteller bleiben davon nicht mehr verschont: Daimler und BMW hatten die Finanzmärkte mit eigenen Gewinnwarnungen alarmiert. Am Mittwoch hatte auch die Schaeffler-Gruppe ihre Quartalszahlen vorgelegt. Wie in Hannover geht auch beim Zulieferer aus Franken die operative Marge in diesem Jahr deutlich zurück.

Die größten Fragezeichen für die gesamte Branche kommen im Moment aus China, mittlerweile der wichtigste Absatzmarkt für die gesamte Industrie. Im dritten Quartal sind die Verkaufszahlen in der Volksrepublik deutlich eingebrochen.

Im Moment wird darüber spekuliert, dass die chinesische Regierung wie schon in den Vorjahren Steuererleichterungen beim Autokauf beschließen könnte. Autohersteller und Zulieferer würden davon profitieren, weil Steuersenkungen die Fahrzeugnachfrage wahrscheinlich stabilisieren würden.

In Europa scheinen die größten Probleme aus der Umstellung auf die neuen WLTP-Standards überwunden zu sein. Volkswagen, einer der wichtigsten Kunden von Conti, hat für das vierte Quartal bereits eine Steigerung der Produktionszahlen angekündigt. Produktionsausfälle aus den Sommermonaten könnten durch Sonderschichten wieder aufgeholt werden.

„In Europa sehen wir eine gewisse Bodenbildung“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer im Gespräch mit dem Handelsblatt. In China könne davon noch keine Rede sein. Die weitere Entwicklung in der Volksrepublik sei sehr schwer vorherzusagen. Im Handelsstreit zwischen China und den USA könnte es immer eine Einigung geben. Das würde für Stabilität auf dem chinesischen Binnenmarkt sorgen und eine stärkere Autonachfrage nach sich ziehen. Helfen würden auch neue Steueranreize durch die chinesische Regierung. Mehr als 13 Prozent des gesamten Conti-Umsatzes kommen inzwischen aus China.

Auch 2019 wird nach den Worten des Finanzvorstandes ein „herausforderndes Jahr“, insbesondere gelte das für die ersten sechs Monate. Continental rechne zwar mit Wachstum; das dürfte sich jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte durchsetzen.

Der Konzern aus Hannover halte am geplanten Börsengang seiner Antriebssparte („Powertrain“) zur Jahresmitte 2019 fest. Dann will Conti voraussichtlich 25 Prozent dieser neuen Tochter an die Börse bringen. Zum 1. Januar wird die Sparte als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Den Börsengang wird es aber nicht um jeden Preis geben. Continental wird daran nur festhalten, wenn die Marktbedingungen stimmen.

Angesichts der schwierigen Bedingungen für die gesamte Branche wertete Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart es als positives Zeichen, dass sein Unternehmen im dritten Quartal noch ein leichtes Umsatzwachstum von 0,9 Prozent erreicht habe. „Genauso unsere Auftragseingänge für Automobilelektronik: Sie liegen mit knapp 30 Milliarden Euro nach neun Monaten fast auf dem sehr hohen Vorjahresniveau und untermauern unsere strategische Ausrichtung“, betonte der Vorstandschef.

Die Börse reagierte kaum auf die Quartalszahlen von Continental. Das Conti-Papier notierte zum Dax-Handelsstart nahezu unverändert, gab dann aber im weiteren Verlauf nach.

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