Autozulieferer Elring-Klinger bleibt trotz Gewinnrückgang optimistisch

Der Autozulieferer Elring-Klinger macht im ersten Halbjahr weniger Gewinn – trotz steigendem Umsatz. Die „ehrgeizige“ Jahresprognose erhält das Unternehmen aber aufrecht. Die Auslastung stimmt.
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Der Autozulieferer bleibt bei seiner Jahresprognose. Quelle: dpa
Fertigung bei Elring-Klinger

Der Autozulieferer bleibt bei seiner Jahresprognose.

(Foto: dpa)

FrankfurtHöhere Produktionskosten und geringe Nachfrage nach Teilen für Elektroautos haben den Gewinn des Zulieferers Elring-Klinger schrumpfen lassen. Trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs sank das Vorsteuerergebnis von April bis Juni um rund drei Millionen auf 38 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Erlös legte dank Euro-Schwäche und Zukäufen 14 Prozent auf 380 Millionen Euro zu.

Vorstandschef Stefan Wolf bekräftigte das Gewinnziel von 165 Millionen Euro im Gesamtjahr. „Das ist ziemlich ehrgeizig“, ergänzte er. Doch sei es angesichts der guten Auftragslage zu schaffen. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass sich der Markt in China nur etwas abkühlt, aber nicht einbricht. Das langsamere Wachstum der Pkw-Nachfrage sei keine Katastrophe und gebe keinen Anlass zu Panik, betonte Wolf.

An der Börse verteuerten sich die Elring-Klinger-Aktien um mehr als vier Prozent, denn der Markt hatte mit einer erneuten Gewinnwarnung gerechnet. Die operative Rendite sank im ersten Halbjahr um fast drei Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Damit verdient der Weltmarktführer für Zylinderkopfdichtungen deutlich mehr als die deutschen Autozulieferer im Schnitt, die im vergangenen Jahr gut sieben Prozent einfuhren.

Mittelfristig peilt Wolf eine Marge von 15 Prozent an, die das Unternehmen aus dem schwäbischen Dettingen vor einigen Jahren schaffte. Die Anleger glaubten aber nicht mehr, dass dies gelinge, schrieb Analyst Holger Schmidt von der Equinet Bank.

Elring-Klinger leidet Wolf zufolge derzeit eher unter zu viel als zu wenig Arbeit. Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 786 Millionen Euro gut ein Fünftel über dem Vorjahresniveau. In einigen Werken werde an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. Die Lohnkosten stiegen wegen Zuschlägen für Wochenendschichten, und auch Frachtkosten gingen in die Höhe. Im ersten Halbjahr lagen die Kosten deshalb neun Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Der Auftragsstau werde aber abgearbeitet: Ab dem dritten Quartal seien keine Sonntagsschichten mehr notwendig. Zudem macht die Aufwertung des Franken den Tochterunternehmen in der Schweiz zu schaffen. Die Gehälter wurden deshalb schon gekürzt.

Defizitär ist noch immer die Sparte Elektromobilität, da sich die emissionsarmen batteriebetriebenen Autos kaum verkaufen. Elring-Klinger stellt unter anderem Zellverbinder-Kontaktsysteme für Batterien her. Im abgelaufenen Quartal fielen 1,4 Millionen Euro Verlust an. In den kommenden fünf Jahren sei kaum mit einem Gewinnbeitrag zu rechnen, sagte Wolf.

  • rtr
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