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Autozulieferer Hella gerät in Sog der Autoflaute

Der Elektronikspezialist konnte zwar Umsatz und Gewinn steigern, doch das Wachstum schwächt sich ab. Die Lippstädter schauen vorsichtiger in die Zukunft.
Update: 11.01.2019 - 10:40 Uhr Kommentieren
Der Hauptsitz des Autozulieferers im nordrhein-westfälischen Lippstadt. Quelle: dpa
Hella

Der Hauptsitz des Autozulieferers im nordrhein-westfälischen Lippstadt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Zulieferer Hella kann sich den wachsenden Unsicherheiten in der Autobranche nicht entziehen. Die weltweite Fahrzeugproduktion war in Hellas erstem Geschäftshalbjahr (bis November) um 2,3 Prozent auf 47 Millionen Fahrzeuge gesunken. Vor allem in Europa und China wurden weniger Autos gebaut. Im gleichen Zeitraum konnte Hella zwar seinen Umsatz weiter steigern, doch das Wachstum kühlte sich ab.

Der berichtete Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr stieg nur noch um 2,8 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Ein Grund dafür: Hella hatte sein Großhandelsgeschäfts für 395 Millionen Euro veräußert, um sich mehr auf sein lukratives Kerngeschäft Licht und Elektronik zu fokussieren. Währungs- und Portfoliobereinigt stieg der Umsatz um 7,3 Prozent, war im zweiten Quartal aber deutlich schwächer.

Der familienkontrollierte MDax-Konzern hat auf die Branchenkrise reagiert und fährt seit mehreren Monaten ein Programm zur Kostensenkung. So konnte die Ebit-Marge von 8,6 Prozent stabil gehalten werden. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um 5,5 Prozent auf 302 Millionen Euro. Weil die Großhandelssparte abgestoßen wurde, konnte die Verschuldung komplett abgebaut werden. Die Eigenkapitalquote stieg auf 44,7 Prozent.

Trotzdem sollen die Kosten weiter gesenkt werden. Dem Sparkurs fielen Einzelprojekte wie der geplante Innovationscampus an der Hochschule Lippstadt zum Opfer. „Wir stellen alles auf den Prüfstand. Standorte oder Entwicklungszentrum seien aber nicht gefährdet, versicherte Vorstandschef Rolf Breidenbach. „Wir investieren weiter.“ Lippstadt bleibe der weltweite Innovationshub für Hella. So soll der dortige Elektronikbereich mit 100 Experten aufgestockt werden.

Innovation wird bei Hella groß geschrieben. Der Zulieferer setzt dabei weiter auf Partnerschaften mit Pionieren von Zukunftstechnologie. Am Dienstag wurde auf der CES in Las Vegas eine Kooperation mit AEye verkündet. Das Start-up aus San Francisco hat eine Art Auge für autonome Fahrzeuge entwickelt, bei dem mithilfe von Laserlicht Position und Entfernung von Objekten bestimmt wird. Mit Hella sollen nun maßgeschneiderte Sensoren für Fahrerassistenzsysteme auf Basis von Lidar entwickelt werden.

„In Zeiten des großen Umbruchs in der Autobranche ist kaum ein Zulieferer so konsequent auf die Zukunftstechnologien ausgerichtet wie Hella“, meint Analyst Joachim Pieper, Automobilexperte vom Bankhaus Metzler. So baut Hella neben Lichttechnik zentrale Elemente für den Elektroantrieb – etwa die Steuerung der Lithium-Ionen-Batterien und Spannungswandler, damit im Elektroauto unterschiedliche Stromspannungen nutzbar sind. Daneben entwickelt Hella Elektronik für assistiertes und autonomes Fahren wie Radarsensoren und Kamerasoftware.

Hella bereitet sich auf harten Brexit vor

Allerdings beobachten die Lippstädter den schrumpfenden Automobilmarkt mit Sorge. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China drücke auf die Verbraucherstimmung im Reich der Mitte, so Breidenbach. Dort ist der Automarkt im Rückwärtsgang. Auf einen drohenden harten Brexit bereitet sich Hella mit dem Aufbau von höheren Lagerbeständen vor. Mehr noch als das Geschäft in Großbritannien bewegt Breidenbach die Unsicherheit, wie sich ein harter Brexit auf die Verbraucherstimmung in ganz Europa auswirken könnte.

„Wir davon aus, dass sich das Marktumfeld in den kommenden Monaten weiter abschwächen wird“, sagt Breidenbach. Zurückzuführen sei das neben dem deutlichen Nachfragerückgang im chinesischen Automobilmarkt auch auf das neue Abgastestverfahren WLTP.

Trotz des sehr herausforderndes Branchenumfelds hält Hella an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Das Umsatzwachstum dürfte jedoch am unteren Ende des angepeilten Korridors von fünf bis zehn Prozent liegen. Die bereinigte Ebit-Marge soll auf Vorjahresniveau stabil bleiben.

Analysten wie Christian Glowa von Hauck & Aufhäuser bewerten die Perspektiven von Hella durchaus positiv. Hella sei Innovationsführer und mit seinem Produktportfolio konsequent auf Megatrends der Automobilbranche wie autonomes Fahren, Elektromobilität und Digitalisierung ausgerichtet.

„Dadurch kann sich das Unternehmen weiterhin besser als die Branche entwickeln, selbst in einem herausfordernden Marktumfeld“, ist Glowa überzeugt. Er empfiehlt die Aktie zum Kauf bei einem Kursziel von 62 Euro. Derzeit dümpelt der Kurs unter 40 Euro. Nach Bekanntgabe der Zahlen stieg die Hella-Aktie nach Börsenstart zwischenzeitlich um 3,6 Prozent.

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