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Autozulieferer im Dauerstreit Neue Halberg Guss ist verkauft – IG-Metall hofft auf Neuanfang

Kurz nach der Übernahme durch die Prevent-Gruppe war ein Dauerstreit mit der Belegschaft ausgebrochen. Wochenlange Streiks waren die Folge gewesen.
Update: 29.11.2018 - 19:59 Uhr Kommentieren
Die Beschäftigten des Autozulieferers hoffen auf einen Neuanfang. Quelle: dpa
NHG-Beschäftigte demonstrieren in Frankfurt

Die Beschäftigten des Autozulieferers hoffen auf einen Neuanfang.

(Foto: dpa)

LeipzigNach monatelangem Streit mit der Belegschaft ist der Autozulieferer Neue Halberg Guss an eine Investorengruppe verkauft worden – knapp vier Wochen vor Weihnachten können die mehr als 2000 Beschäftigten wieder hoffen.

In den Werken in Saarbrücken und Leipzig wurde die Belegschaft am Donnerstag über den Verkauf des Unternehmens an ein Konsortium um den Münchner Sanierungsberater „One Square Advisors GmbH“ informiert, wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilte. Der Verkauf eröffne die Möglichkeit für einen Neuanfang, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig.

Die verbliebenen 1800 Mitarbeiter sollen zunächst übernommen werden. One Square dürfte versuchen, das Geschäft der beiden Groß-Gießereien unter dem Dach der NHG zu stabilisieren und später weiterzuverkaufen. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die beiden Unternehmensteile sollen künftig als Gusswerke Saarbrücken GmbH und Gusswerke Leipzig GmbH firmieren. Der Verkauf des operativen Geschäfts der NHG soll innerhalb der nächsten zehn Tage erfolgen.

Damit endet ein monatelanger Streit zwischen dem bisherigen Eigentümer und der Belegschaft. Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehörte seit Jahresbeginn zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor.

Die von der Familie Hastor kontrollierte Prevent hatte den Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen Anfang des Jahres übernommen. Der Eigentümer überwarfen sich rasch mit großen Kunden wie Volkswagen, mit dem die Hastors bereits zuvor im Clinch gelegen hatten. Der Autobauer stoppte im Sommer den Bezug von Motorblöcken für Pkw von der NHG.

Auch mit dem Kölner Lkw-Motorenhersteller Deutz gab es Auseinandersetzungen. Er erstritt sich die Belieferung mit Zylinderköpfen und Kurbelgehäusen vor Gericht.

Nach dem Rückzug des größten Kunden Volkswagen hatte die NHG Pläne zum Abbau von 1100 der damals 2300 Stellen angekündigt, die Gewerkschaft IG Metall reagierte mit Streiks. Die NHG kritisierte am Donnerstag erneut einen „destruktiven Widerstand von Arbeitnehmervertretern und IG Metall“. Bei der Übernahme habe ein erheblicher Sanierungsstau bestanden. „Hohe Schulden und niedrige Produktivität belasteten das Unternehmen.“

Nur wenige Monate nach der Übernahme hatte die Prevent-Gruppe angekündigt, bis Ende 2019 das Werk in Leipzig mit 700 Beschäftigten schließen zu wollen. Zudem sollten in Saarbrücken mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut werden. Nach gescheiterten Verhandlungen mit der Gewerkschaft um einen Sozialplan hatte die komplette Belegschaft 48 Tage lang gestreikt. Auch eine Schlichtung scheiterte.

Sachsens Wirtschaftsminister zeigt sich zufrieden

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bewertete den Verkauf als gute Nachricht für die Mitarbeiter und deren Familien. „Wir glauben fest an die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Holding. Mit der strategischen Neuausrichtung werden profitable Geschäftsfelder entstehen, die geeignet sind, sich auf die Veränderungen in der Automobilindustrie einzustellen.“

Gewerkschaftsvertreter Kruppa lobte die Solidarität zwischen den Beschäftigten. „Ein Ost- und ein West-Standort waren gemeinsam betroffen, haben sich auch in kritischen Phasen nicht spalten lassen und immer solidarisch gemeinsam gehandelt.“

One Square Advisory ist als Berater von Sanierungsfällen und deren Gläubigern bekannt. Als Investor tritt die Gesellschaft selten auf. Zuletzt hatte sie den vor allem in Ostdeutschland aktiven Kabel-Anbieter Primacom aufgefangen und später an Tele Columbus verkauft.

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  • dpa
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