Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Autozulieferer Insolvente Eisenmann-Gruppe wird zerschlagen

Der Insolvenzverwalter findet keinen Käufer für das Kerngeschäft Lackieranlagen. 650 Beschäftigte kommen erst mal in eine Beschäftigungsgesellschaft.
11.08.2020 - 12:09 Uhr Kommentieren
Bereits im Jahr 2017 gab es Spekulationen über einen Verkauf an einen chinesischen Investor. Quelle: Eisenmann
Produktion bei Eisenmann

Bereits im Jahr 2017 gab es Spekulationen über einen Verkauf an einen chinesischen Investor.

(Foto: Eisenmann)

Stuttgart Der Insolvenzverwalter Joachim Exner findet keinen Käufer für das Kerngeschäft der Eisenmann-Gruppe – den Bau von Lackieranlagen. Exner kündigt deshalb den Abbau von 650 Beschäftigten an, dem Großteil der Belegschaft des Geschäftsbereichs. Sie sollen für gut drei Monate in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln können. Parallel werde Exner weiter versuchen, zumindest für einen Teil des Kerngeschäfts noch einen Investor zu finden, teilte der Insolvenzverwalter mit.

„Alle Interessenten für den Geschäftsbereich Lackieranlagenbau haben darauf hingewiesen, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie es unmöglich machen, die Umsatz- und Ertragsentwicklung für die nächsten zwei Jahre seriös zu planen. Der Markt für Lackieranlagen-Projekte ist komplett eingebrochen“, berichtet der Insolvenzverwalter. Vier Tochterunternehmen und Geschäftsbereiche seien bereits verkauft, für weitere liefen derzeit Gespräche. Das Scheitern des Komplettverkaufs begründete der Insolvenzverwalter mit der Coronakrise.

„Der Verlauf des Verkaufsprozesses der Eisenmann-Gruppe hat eine schon fast tragische Dimension“, sagte Exner. „Eisenmann ist einer der weltweiten Technologie- und Innovationsführer in seiner Branche. Ohne die Corona-Pandemie befände sich die Eisenmann-Gruppe bereits im Besitz eines strategischen Investors, und ein Großteil der Arbeitsplätze wäre gerettet.“

Mitte Februar 2020 war nach Exners Angaben eine Investorenlösung für die gesamte Gruppe zum Greifen nahe: Sämtliche Verträge und der Kaufpreis seien ausverhandelt gewesen. Die Unterschriften sollten im Frühjahr erfolgen. Dazu kam es nicht.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bereits im Mai hatten sich Insolvenzverwaltung, Gläubigerausschuss und Geschäftsleitung angesichts der schwierigen Lage entschieden, nicht mehr allein auf den Verkauf von Eisenmann als Ganzes („große Lösung“) zu setzen. Stattdessen wurde parallel ein alternatives Veräußerungskonzept verfolgt, mit dem die Eisenmann-Geschäftsbereiche auch einzeln angeboten wurden („kleine Lösung“).

    Bereits 2017 Spekulationen über einen Verkauf

    Inhaber des 1952 gegründeten Unternehmens war der in der Schweiz und auf Mallorca lebende Unternehmer Peter Eisenmann. Sein Schwiegersohn Matthias von Krauland führte das Unternehmen bis Anfang Juli 2019. Dann wechselte der glücklose Unternehmenschef vom operativen Geschäft in den Verwaltungsrat. Unternehmenszahlen veröffentlichte Eisenmann nicht – oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung.

    Bereits im Jahr 2017 gab es Spekulationen über einen Verkauf an einen chinesischen Investor. Dieser scheiterte jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Familie Eisenmann habe damals einen Preis von über einer Milliarde Euro gefordert für ein Unternehmen mit 723 Millionen Euro Jahresumsatz. In Finanzkreisen wurde der Unternehmenswert zu der Zeit allenfalls auf 500 bis 700 Millionen Euro taxiert. „Die Familie hätte damals nicht so stolz sein sollen und besser das Unternehmen verkauft“, sagt ein Branchenkenner.

    Viele Aufträge wurden zu Dumpingpreisen hereingenommen, um das Unternehmen doch noch teurer zu verkaufen. Die nicht kostendeckenden Aufträge brachten dem Konkurrenten von Dürr im Juli 2019 jedoch das Aus.

    Mehr: Drohende Pleitewelle: Das Schuldenproblem der Zulieferer.

    Startseite
    Mehr zu: Autozulieferer - Insolvente Eisenmann-Gruppe wird zerschlagen
    0 Kommentare zu "Autozulieferer: Insolvente Eisenmann-Gruppe wird zerschlagen "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%