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Autozulieferer Knorr-Bremse hält Börsengang weiter in der Schwebe

Noch ist nichts beschlossen: Das Familienunternehmen Knorr-Bremse kann sich einen Börsengang gut vorstellen – unter Auflagen.
Update: 20.03.2018 - 15:20 Uhr Kommentieren
Der Bremsenhersteller hat seinen Hauptsitz in München und ist an über 100 Standorten in 30 Ländern vertreten. Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Der Bremsenhersteller hat seinen Hauptsitz in München und ist an über 100 Standorten in 30 Ländern vertreten.

(Foto: dpa)

München Der Fahrzeugzulieferer Knorr-Bremse steuert auf einen Börsengang zu. Zwar hätten Konzern-Eigentümer Heinz Hermann Thiele und das Management noch nicht darüber entschieden, sagte Vorstandschef Klaus Deller am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz im München.

Allerdings sei eine Börsennotierung „eine vorrangig zu prüfende und voranzutreibende“ Option. „Und wenn's losgeht, sagen wir Bescheid.“ Deller machte deutlich, dass ein Einstieg eines Investors derzeit keine Alternative zu einem Börsengang sei: „Etwas anderes verfolgen wir nicht.“

Thiele hatte im Herbst angekündigt, dass er mehrere Optionen für seinen Schienen- und Nutzfahrzeug-Zulieferer prüfe, vorrangig einen Börsengang. Kurz vor dem Jahreswechsel dafür wurden Insidern zufolge Banken mandatiert: Neben der Deutschen Bank seien dies JP Morgan und Morgan Stanley. Üblicherweise werden solche Aufträge rund ein halbes Jahr vor der geplanten Erstnotiz vergeben. Deller sagte lediglich, man arbeite mit zahlreichen Beratern zusammen. „Natürlich sprechen wir mit Banken.“

Deller machte deutlich, dass es keinen Zeitdruck für die Entscheidung gebe. „Vielleicht fällt sie dieses Jahr, vielleicht fällt sie nicht“, sagte er im Reuters-Interview. „Wir sprechen nicht von Sommer“, erläuterte der Konzernchef und fügte hinzu: „Jetzt lassen wir erst mal den Dickschiffen den Vortritt.“ Am Freitag hatte die Medizintechnik-Tochter von Siemens, Healthineers ihr Börsendebüt gegeben.

Es gehe bei einem Börsengang nicht um eine Kapitalerhöhung, sondern um einen Verkauf von Anteilen der Familie Thiele, erläuterte Deller. Sie soll in jedem Fall Mehrheitseigner bleiben. Knorr-Bremse gehört dem 76-jährigen Unternehmer Heinz Hermann Thiele gemeinsam mit seiner Tochter Julia Thiele-Schürhoff. Insidern zufolge könnte die Familie im Zuge eines milliardenschweren Börsengangs 20 bis 40 Prozent der Anteile abgeben. Zur Unternehmensbewertung äußerte sich Deller nicht.

Finanzchef Ralph Heuwing machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass Knorr-Bremse kein frisches Eigenkapital benötige - zumal die ursprünglich angestrebte Übernahme des Rivalen Haldex für mehr als eine halbe Milliarde Euro nicht zustandekam. Der Eigenkapital-Anteil habe sich zum Jahresende auf 39 Prozent der Bilanzsumme belaufen, sagte Heuwing. „Damit sind wir sehr, sehr solide finanziert, aus Sicht mancher vielleicht sogar überkapitalisiert.“ Er plane eine „Optimierung“ der Kapitalstruktur, aber „keine grundsätzliche Veränderung“.

An Haldex hält Knorr-Bremse Deller zufolge einen Anteil „oberhalb zehn Prozent“. „Wir sehen im Moment keinen Grund, am jetzigen Zustand etwas zu ändern“, sagte Deller. Die Bemühungen, Haldex zu übernehmen, habe Knorr-Bremse jedoch „schweren Herzens eingestellt“. Das Haldex-Management hatte den Plan vereitelt.

Operativ sei Knorr-Bremse bestens aufgestellt, warb Deller, der das Unternehmen durch eine Umstellung der Rechnungslegung auch für Fremdkapitalgeber attraktiver machen möchte. „Wir sind sehr erfolgreich in dieses Jahr gestartet“, sagte der Vorstandschef. „Die Märkte sind positiv.“

Mit einem Auftragspolster von knapp fünf Milliarden Euro peilt Knorr-Bremse dieses Jahr einen Umsatzanstieg auf bis zu 6,6 Milliarden Euro an. Die Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll bei 17 bis 19 Prozent liegen und damit mindestens so hoch wie 2017.

Wesentliche Zahlen für 2017 hatte Knorr-Bremse bereits im Februar veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte wegen der Kosten für die Haldex-Offerte und anderer Sondereffekte lediglich um 4,8 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Ohne diese Belastungen wären es 1,14 Milliarden Euro gewesen. Der Überschuss stieg um 5,5 Prozent auf 580 Millionen Euro. 

  • rtr
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