Autozulieferer Knorr-Bremse könnte im Herbst an die Börse gehen

Der Börsengang des Autozulieferers nimmt konkrete Formen an. Laut einem Bericht könnte Knorr-Bremse mit zehn Milliarden Euro bewertet werden.
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Knorr-Bremse: Autozulieferer könnte im Herbst an die Börse gehen Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Der Münchener Bremsspezialist erwägt einen Börsengang.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm Herbst soll es wohl soweit sein: Dann will Knorr-Bremse offenbar den Sprung an die Börse wagen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Demnach bereitet sich der Münchener Autozulieferer darauf vor, bis zu ein Viertel des Unternehmens im dritten Quartal dieses Jahres an die Frankfurter Börse zu bringen. Dann könnte Knorr-Bremse mit bis zu zehn Milliarden Euro bewertet werden.

Es war bereits eine große Überraschung, als Heinz-Hermann Thiele, Eigentümer von Knorr-Bremse, im vergangenen Jahr im Handelsblatt verkündete, dass er für den Bremsspezialisten für Schienen- und Nutzfahrzeuge eine Börsengang prüfen werde. Im Dezember berichteten Insider, dass Knorr-Bremse JP Morgan Chase und die Deutsche Bank damit beauftragt habe, einen möglichen Börsengang zu leiten. Auch die Berenberg-Bank sowie die Commerzbank sollen demnach künftig daran beteiligt sein.

Üblicherweise werden solche Aufträge rund ein halbes Jahr vor der geplanten Erstnotiz vergeben. Vorstandschef Klaus Deller sagte im März lediglich, man arbeite mit zahlreichen Beratern zusammen. „Natürlich sprechen wir mit Banken.“ Deller machte zu diesem Zeitpunkt deutlich, dass es keinen Zeitdruck für die Entscheidung über einen Börsengang gebe. „Vielleicht fällt sie dieses Jahr, vielleicht fällt sie nicht“.

Ob Knorr-Bremse im Herbst tatsächlich an die Börse gehen wird, ist den Insidern zufolge wegen der Marktbedingungen und weiterer Faktoren noch nicht abschließend entschieden. Zumal in den vergangenen Monaten große deutsche Unternehmen Interesse an verschiedenen Deals mit Knorr-Bremse-Eigentümer Thiele bekundet hätten. Darunter: die Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen und Continental. Derzeit stockten die Gespräche. Sprecher der beiden Konzerne wollten diese Gespräche auf Anfrage von Bloomberg nicht kommentieren.

Beim einem Börsengang will Knorr-Bremse auf jeden Fall Mehrheitseigner bleiben, wie Deller Anfang des Jahres sagte. Es gehe dabei nicht um eine Kapitalerhöhung, sondern um einen Verkauf von Anteilen der Familie Thiele.

Thiele ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung sowie Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats und hält mit seiner Tochter Julia Thiele-Schürhoff 100 Prozent bei Knorr-Bremse. Das Unternehmen setzte 2017 mit rund 28.000 Mitarbeitern 6,24 Milliarden Euro um.

Die Überlegungen über die Zukunft von Knorr-Bremse, die intern als als „Project Goal“ bezeichnet werden, sind Teil von Thieles Plan, seiner Tochter langsam die volle Veranwortung für das Unternehmen zu übertragen.

Gegründet wurde Knorr-Bremse 1905. 80 Jahre später übernahm Thiele das Unternehmen. Nachdem er das Geschäft umstrukturiert hatte, expandierte der Bremsspezialist weltweit. Mittlerweile hat Knorr-Bremse mehr als 100 Standorte in 30 Ländern.

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