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Autozulieferer Nach Zuschlag von BMW: ZF erhält Milliardenauftrag von Fiat Chrysler

Deutschlands drittgrößter Autozulieferer hat sich den nächsten Großauftrag gesichert: Nach BMW ordert nun auch Fiat Chrysler Getriebe von ZF für Hybridautos.
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Der ZF-Chef kann sich über den nächsten Großauftrag freuen. Quelle: AFP
Wolf-Henning Scheider, CEO von ZF

Der ZF-Chef kann sich über den nächsten Großauftrag freuen.

(Foto: AFP)

Dresden ZF Friedrichshafen setzt anders als Europas größter Autobauer Volkswagen auf die neue Generation von Hybridfahrzeugen mit Verbrennungs- und Elektromotor. Fiat Chrysler hat jetzt das neue angepasste Automatik-Achtganggetriebe als zweiter Schlüsselkunde nach BMW geordert. Das gab ZF-Chef Wolf-Henning Scheider bei einer Technikpräsentation in Dresden bekannt.

Die genaue Auftragshöhe wollte er nicht nennen. „Er ist sehr groß, und nicht viel kleiner als bei BMW“, sagte Scheider. Vor wenigen Wochen war dabei vom größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte die Rede.

In der Branche wurde der BMW-Auftragswert auf eine zweistellige Milliardenhöhe geschätzt. Damit dürfte sich die Auftragssumme für das neue Getriebe auf mindestens knapp 20 Milliarden Euro summieren. Das Getriebe kann sowohl in Hybridfahrzeugen wie in konventionellen Fahrzeugen eingesetzt werden. Wie die Aufteilung beim Fiat-Auftrag ist, ließ Scheider unkommentiert. Das sei Sache des Kunden.

„Das ist eine erneute Bestätigung unserer Strategie, bei der Elektrifizierung von Pkws neben dem reinen E-Antrieb auf Plug-in-Hybridantriebe als alltagstaugliche Lösung zu setzen und entsprechend attraktive Produkte zu entwickeln“, sagte Scheider. ZF hatte bereits angekündigt, mit mehreren Kunden in aussichtsreichen Gesprächen zu sein.

Serienstart des neuen Getriebes erfolgt wie beim BMW-Auftrag im Jahr 2022. Die Aufträge sind quasi die Überlebensgarantie für das Werk Saarbrücken, dem größten Getriebewerk des Konzerns. Es gilt als Vorzeigeprojekt auch bei den Gewerkschaften, wie der Übergang zur Elektromobilität in Deutschland ohne Jobabbau auf sanfte Weise gelingen kann.

Elektroantriebe brauchen deutlich weniger Teile als Verbrennungsmotoren in der Herstellung und entsprechend weniger Beschäftigte. Von den gut 50.000 Beschäftigten des Stiftungskonzerns in Deutschland hängen etwa 15.000 Jobs direkt vom Verbrennungsmotor ab. Scheiders Strategie ist es, vor allem Zeit für die Transformation zu gewinnen. Seine Rechnung geht auf, wenn er für den Wandel zum Elektroantrieb zehn Jahre Zeit bekommt. ZF plant in den folgenden Jahren allerdings auch Produktionsanläufe in den USA und in China.

BMW und auch Daimler setzen auf Hybridtechnologie zumindest bei größeren Fahrzeugen. Denn die erlaubt es Autobesitzern, elektrisch in Innenstädte zu fahren, falls es Fahrverbote für Verbrenner gibt. Volkswagen-Chef Herbert Diess dagegen hält wenig von der Übergangstechnologie und will auf reinen Elektroantrieb setzen.

ZF-Chef Scheider ist aber überzeugt: „Wir werden noch in Jahrzehnten oder zumindest über das nächste Jahrzehnt hinaus Hybridfahrzeuge haben.“ Scheider schwebt ein „Volkshybrid“ vor, der für die Kunden noch deutlich erschwinglicher sein müsse als die heutigen Modelle.

Der ZF-Chef rechnet Anfang der 2020er-Jahre mit kleineren Hybridmodellen mit elektrischer Reichweite von über 80 Kilometern. Anwendungsfälle sieht Scheider vor allem bei Haushalten, die nur ein Fahrzeug haben. Mit dem Hybrid könnten sie elektrisch in die Innenstadt und mit dem zugeschalteten Verbrennungsmotor Langstrecke fahren.

Mehr: Der Verbrennungsmotor ist angezählt, die Elektrowelle rollt an: Deutschland hadert mit der Antriebswende. Einzelnen Regionen droht der große Kehraus.

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