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Autozulieferer Schaeffler-Chef Rosenfeld: „Die Talsohle ist durchschritten“

Der Autozulieferer sieht trotz eines Quartalsverlusts einen Aufwärtstrend. Dennoch werden weitere „strukturelle Anpassungen“ geprüft.
04.08.2020 Update: 04.08.2020 - 11:49 Uhr Kommentieren
Es war ein Quartal, das es so noch nicht gegeben hat.“ Quelle: imago images/argum
Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld

Es war ein Quartal, das es so noch nicht gegeben hat.“

(Foto: imago images/argum)

München Der Autozulieferer Schaeffler ist trotz roter Zahlen im zweiten Quartal verhalten zuversichtlich. „Der Tiefpunkt ist erreicht, die Talsohle durchschritten“, sagte Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld dem Handelsblatt am Dienstag. Man sehe erste Erholungstendenzen.

Im zweiten Quartal sank der Schaeffler-Umsatz zwar um mehr als 36 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. „Es war ein Quartal, das es so noch nicht gegeben hat“, sagte Rosenfeld. Doch es gab einen spürbaren Aufwärtstrend: Im April waren die Umsätze laut Rosenfeld etwa um 50 Prozent gefallen, im Mai um 40 Prozent und im Juni um 13 Prozent. Im Juli sei die Abweichung nur noch einstellig.

Die gesamte Autobranche hat derzeit mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. „Wir hatten alle Hände voll zu tun, gegenzusteuern“, sagte Rosenfeld. Insgesamt sei das Familienunternehmen bislang aber besser durch die Krise gekommen als erwartet.

Vor Zinsen und Steuern machte Schaeffler im zweiten Quartal einen Verlust von 135 Millionen Euro nach einem Plus von 253 Millionen Euro im Jahr zuvor. Unter dem Strich stand ein Minus von 168 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatte der Nettoverlust auch wegen Abschreibungen 184 Millionen Euro betragen.

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    Nach dem Verlust im ersten Quartal hatte Schaeffler angekündigt, den Stellenabbau auszuweiten. Im laufenden Freiwilligen-Programm sollen nun vor allem in Deutschland 1900 statt ursprünglich geplanter 1300 Arbeitsplätze gestrichen werden.

    Rosenfeld wollte nicht ausschließen, dass das Programm noch einmal aufgestockt wird. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema weiterer struktureller Anpassungen.“ Es sei aber noch zu früh sagen, ob und wieviel zusätzlichen Stellenabbau oder Arbeitszeitverkürzungen es gibt.

    Auch viele andere Unternehmen in der Branche hatten in den vergangenen Wochen und Monaten Stellenabbau und Arbeitszeitverkürzungen angekündigt. So einigte sich der Zulieferer ZF mit Arbeitnehmervertretern auf eine Arbeitszeitreduktion um 20 Prozent. Im Gegenzug will ZF bis 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen verzichten.

    Von breiter Aufstellung profitiert

    Daimler will bis 2025 mehr als 20.000 von 300.000 Stellen weltweit sozial verträglich abbauen. Zudem kürzt der Mercedes-Hersteller die Arbeitszeit von Zehntausenden Mitarbeitern.

    Auch bei Continental, an dem ebenfalls die Familie Schaeffler beteiligt ist, rechnet man mit einer längeren Durststrecke. Vorstandschef Elmar Degenhart rechnet frühestens nach 2025 mit Produktionszahlen auf einem Niveau von 2017.

    Auch Schaeffler-Chef Rosenfeld sagte nun: „Gleichwohl bleibt die Unsicherheit hoch, wann die Vorkrisenniveaus wieder erreicht werden. Das heißt für uns, dass wir weiterhin sehr diszipliniert und vorausschauend agieren müssen.“ Nachseiner Einschätzung konnte der Konzern von seiner breiten Aufstellung profitieren. Das Industrie- und Ersatzteilgeschäft hätten geholfen, die Rückgänge in der Automotive-Sparte abzumildern.

    Ursprünglich hatte Schaeffler für 2020 eine operative Umsatzrendite von 6,5 bis 7,5 Prozent und einen Umsatzrückgang von bis zu zwei Prozent in Aussicht gestellt. Doch Ende März kassierte Rosenfeld wegen der Coronakrise die Prognose.

    Schon im vergangenen Jahr hatte Schaeffler die Flaute auf den internationalen Automobilmärkten zu spüren bekommen. Der Umsatz des fränkischen Konzerns stagnierte bei 14,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach auch wegen der Kosten für den geplanten Stellenabbau von knapp 1,4 Milliarden Euro auf 790 Millionen Euro ein.

    Mehr: Ein Spitzendiplomat soll Schaeffler durch die Krise führen.

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