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Autozulieferer So bereitet sich Hella auf den Brexit vor

In Großbritannien hat Hella keine eigene Produktionsanlagen. Trotzdem will sich der Zulieferer für einen möglichen harten Brexit wappnen.
09.11.2020 - 15:11 Uhr Kommentieren
Der Licht- und Elektronikspezialist Hella fürchtet um die Pkw-Absatzzahlen in Großbritannien. Quelle: dpa
Zentrale in Lippstadt

Der Licht- und Elektronikspezialist Hella fürchtet um die Pkw-Absatzzahlen in Großbritannien.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Seit Wochen warnt der europäische Zuliefererverband Clepa vor den Konsequenzen eines ungeordneten Brexit. Tritt Großbritannien ohne Handelsabkommen mit der Europäischen Union aus dem Staatenbund aus, „tritt es die Lieferketten der Autoindustrie in einem kritischen Moment.“

Die Branche steht bereits wegen Corona unter Druck, der drohende ungeordnete Brexit kommt wie eine zusätzliche, sich langsam heranschleichende Drohung dazu. Doch das Brexit-Referendum ist bereits über vier Jahre her. Die Gefahr ist bekannt, die meisten Strategieabteilungen der deutschen Autozulieferer haben sich darauf vorbereitet. Doch was die Branche konkret mit dem EU-Austritt der Briten konkret erwartet, bleibt ungewiss.

Der Licht- und Elektronikspezialist Hella hat sich deshalb auf mehrere Szenarien vorbereitet. Dazu zählt, dass frühzeitig Strategien erarbeitet worden sind, um mögliche Engpässe beispielsweise in Lieferketten zu verhindern. Dem Risiko begegnet Hella mit dem Aufbau zusätzlicher Vorräte oder das Zurückgreifen auf alternative Lieferanten.

Problematisch könnten zudem die indirekten Folgen des Brexit für Hella werden. Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigen, welche Bedeutung Großbritannien für den Pkw-Produktionsstandort Deutschland hat. Demnach werden in kein europäisches Land mehr Pkw exportiert, die zuvor in deutschen Werken produziert werden.

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    Schwacher Absatz könnte zum Problem für Hella werden

    Im vergangenen Jahr waren es mit über 592.000 Pkw mehr als ein Viertel aller Exporte innerhalb der EU (2,1 Millionen). Und die Zahl sinkt seit Jahren. 2015 waren es noch über 800.000 Einheiten, die von Deutschland nach Großbritannien exportiert wurden.

    Schwächt sich der Autoabsatz in Folge eines ungeordneten Brexit noch weiter ab, dürften sich auch bei Hella Auswirkungen bemerkbar machen. „Der Brexit könne natürlich auch indirekte Folgen nach sich ziehen, die uns deutlich stärker betreffen könnten“, teilt ein Sprecher mit.

    Direkten Folgen auf das eigene Geschäft erwartet das Unternehmen dabei lediglich in einem überschaubaren Rahmen. Denn eigene Produktionsanlagen in Großbritannien hat Autozulieferer aus Lippstadt nicht. Auch gebe es laut dem MDax-Konzern keine umfassenden Lieferbeziehungen von und nach Großbritannien, weder auf Lieferanten- noch auf Kundenseite. Waren von der Insel werden von Hella nur in „geringem Umfang“ bezogen, so ein Sprecher.

    Dennoch wird die Gefahr sinkender Absätze zunehmend realer. Die Produktionszahlen im September deuten bereits auf einer weiter nachlassende Autokonjunktur in Großbritannien hin. Mit 115.000 Einheiten war es der schwächste September für die Produktion seit 25 Jahren. Die Exporte sanken um knapp fast zehn Prozent. Die Pkw-Nachfrage rutschte sogar um fast 40 Prozent ab.

    „Sollte die Zahl der in Großbritannien verkauften oder produzierten Fahrzeuge durch den Brexit deutlich zurückgehen oder sich die Konjunktur in Europa dadurch erheblich abschwächen, wäre davon sicherlich auch Hella in einem gewissen Umfang betroffen“, teilt Hella mit.

    Mehr: Wie die Unternehmen auf einen harten Brexit vorbereitet sind.

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