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Autozulieferer Takata bekennt sich im Airbag-Skandal schuldig

Eine Milliarde Dollar muss der Autozulieferer Takata wegen des Airbag-Skandals zahlen. Nach dem Schuldeingeständnis kann das Unternehmen nun stärker nach Investoren suchen, um dringend benötigtes Geld zu erhalten.
28.02.2017 Update: 28.02.2017 - 20:02 Uhr Kommentieren
Weltweit stehen mindestens 16 Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung. Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen. Quelle: Reuters
Takata

Weltweit stehen mindestens 16 Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung. Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen.

(Foto: Reuters)

Detroit Der Autozulieferer Takata hat mit einem Schuldgeständnis im Airbag-Skandal eine wichtige Hürde genommen. Damit kann sich das japanische Unternehmen jetzt stärker auf die Suche nach Investoren konzentrieren, um an dringend benötigtes Geld zu kommen. Ein US-Gericht akzeptierte zum Wochenauftakt die im Januar erzielte Einigung mit den amerikanischen Behörden. Takata-Finanzchef Yoichiro Nomura erschien persönlich vor dem Gericht: „Ich möchte mich im Namen von Takata in aller Form entschuldigen“, sagte er. Das Unternehmen muss eine Milliarde Dollar Strafe zahlen und sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers stellen.

Bei den Anwälten von Opfern stieß die Einigung auf Kritik. Sie bemängeln vor allem, dass darin auch die Autobauer als Geschädigte bezeichnet werden. Honda, Nissan, BMW, Ford und Mazda werden beschuldigt, von den fehlerhaften Takata-Airbags jahrelang gewusst und sie dennoch benutzt zu haben. Eine entsprechende Klage wurde bereits eingereicht. Rechtsvertreter der Fahrzeughalter warfen den Autokonzernen vor, dass diese sich „rücksichtslos“ verhalten hätten. Die Pkw-Hersteller seien nur an dem niedrigen Preis der Takakta-Airbags interessiert gewesen. Außerdem hätten sie Angst gehabt, bei einem Stopp der Luftkissen nicht genügend Nachschub zu bekommen, argumentierten die Anwälte. Honda wies die Anschuldigungen als falsch zurück. BMW, Toyota und Nissan wollten sich dazu nicht äußern.

Weltweit stehen mindestens 16 Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung. Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen, davon allein in den USA 70 Millionen. Betroffen sind dort etwa 42 Millionen Fahrzeuge. Es ist der größte Rückruf in der Geschichte der Autoindustrie. Noch sind Millionen Airbags nicht ausgetauscht. Den US-Behörden zufolge hatten Takata-Manager jahrelang gefälschte Testberichte an Autohersteller geschickt.

Richter George Steeh erklärte, er habe eine höhere Strafe in Erwägung gezogen. Da dies aber den noch notwendigen Austausch vieler Airbags verzögern könnte, habe er davon abgesehen. Zudem bestünde die Gefahr eines Bankrotts von Takata. Der Autozulieferer braucht für den Ersatz der defekten Luftkissen dringend Geld. Die Rückrufe könnten Takata mehrere Milliarden Dollar kosten. Wegen des Skandals erwartet das Unternehmen für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr bereits den dritten Verlust in Folge. Es ist deshalb auf der Suche nach Investoren.

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    US-Senatoren forderten eine höhere Entschädigung für die Opfer. Außerdem sprachen sie sich gegen einen Schadenersatz für die Autobauer aus. „Kein Pkw-Hersteller sollte auch nur einen einzigen Dollar erhalten, bis wir vollständig geklärt haben, ob sie an dem Betrug beteiligt waren und warum sie ihre Kunden nicht beschützt haben“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Abgeordneten.

    Mit der nun erzielten Einigung sind die juristischen Auseinandersetzungen von Takata in Zusammenhang mit dem Skandal noch nicht beendet. So gibt es noch verschiedene Zivilklagen. Zudem wurden drei langjährige Takata-Manager wegen der Fälschung von Tests verklagt.

    • rtr
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