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Autozulieferer „Wir glauben an Wasserstoff“: Plastic Omnium will Brennstoffzelle bis 2030 wettbewerbsfähig machen

Mit Technologien zur Abgasreinigung und Gewichtsminderung wachsen die Franzosen rasant. Nun investiert der Autozulieferer stark in Wasserstoffantrieb.
19.02.2020 - 13:41 Uhr Kommentieren
Plastic Omnium will Brennstoffzelle bis 2030 wettbewerbsfähig machen Quelle: dpa
Wasserstoffauto

Plastic Omnium will für den Wasserstoffantrieb das gesamte System, vom Tank bis zur Brennstoffzelle, liefern.

(Foto: dpa)

Paris Der aufstrebende französische Autozulieferer Plastic Omnium setzt stark auf die Wasserstofftechnologie. „Spätestens 2030 werden Autos mit Brennstoffzellen sehr wettbewerbsfähig sein“, erwartet der seit Beginn des Jahrs amtierende Firmenchef Laurent Favre. Selbstbewusst fügt er hinzu: „Wir glauben an Wasserstoff.“

Der 48-jährige Franzose hat fast seine ganze Karriere in Deutschland absolviert: bei Thyssen-Krupp, Bosch, ZF und als Generaldirektor der Autosparte von Benteler. Bei klimafreundlicher Mobilität erwartet er ein Nebeneinander zweier Technologien: In Städten dürften sich Autos mit Batterien durchsetzen, außerhalb der Metropolen aber wegen ihrer größeren Reichweite und geringeren Gewichts Wasserstofffahrzeuge.

„Das wichtigste Problem, an dessen Lösung wir arbeiten, ist die Form der Wasserstofftanks“, sagt Favre. Die klassische Form einer großen Gasflasche ist am günstigsten, um den sehr hohen Druck von rund 400 Bar auszuhalten. Sie lässt sich aber schlecht in eine Autokarosserie integrieren. „Deshalb suchen wir nach alternativen Formen“, sagt Favre.

Plastic Omnium will für den Wasserstoffantrieb das gesamte System, vom Tank bis zur Brennstoffzelle, liefern. In den vergangenen Jahren hat das französische Unternehmen in diesem Bereich in Israel und Europa stark zugekauft, um seine technologische Kompetenz zu stärken. Vor einigen Wochen hatten die Franzosen einen Großauftrag aus Deutschland für die Lieferung von Wasserstofftanks erhalten.

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    Favre erwartet, dass bereits in fünf Jahren „grüner“ Wasserstoff, der also ohne oder nur mit geringem CO2-Ausstoß erzeugt wird, an Tankstellen zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein wird. Alle großen Hersteller wie Air Liquide, Linde und die Erdölkonzerne arbeiteten daran.

    Gelingt die Herstellung in industriellem Maßstab, wäre das ein Trumpf gegenüber dem Batterieantrieb: Der leidet unter der schlechten CO2-Bilanz bei der Herstellung und darunter, dass immer noch viel Strom aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird.

    Investitionen in CO2-senkende Technologien

    Plastic Omnium veröffentlichte am Mittwochmorgen seine Geschäftsergebnisse für 2019. Der Umsatz ist auf 8,5 Milliarden Euro gewachsen, sieben Prozentpunkte über dem Markt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) stieg auf gut eine Milliarde Euro.

    Die Franzosen sind Weltmarktführer für Karosserieteile aus Kunststoff, wichtigster Kunde sind die deutschen Premiumhersteller. Kunststoff ermöglicht große Gewichtsminderungen und trägt damit zur Senkung der Emissionen bei. „In diese Teile integrieren wir immer mehr Funktionen, auch durch unsere Zusammenarbeit mit Hella“, sagt Favre. Plastic Omnium sei dadurch „zum Lieferanten kompletter Systeme“ geworden.

    In den vergangenen Jahren hat das mehrheitlich der Familie Burelle gehörende Unternehmen parallel dazu stark in Technologien zur Senkung des CO2-Ausstoßes und zur Abgasreinigung investiert. Plastic Omnium fing an mit der SCR-Technologie, die Stickoxide aus Dieselabgasen entfernt.

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    Ganz neu ist die Wasser-Direkteinspritzung für Verbrennungsmotoren, für die das Unternehmen soeben einen Auftrag aus Deutschland erhalten hat. Die Einspritzung senkt die Temperatur im Brennraum und verringert die CO2-Emissionen um bis zu 15 Prozent.

    Solche Technologien sind wichtig als Teil der Strategie zur CO2-Minderung, weil Favre zufolge auch 2030 noch „80 Prozent der Autos weltweit mit Verbrennungsmotoren ausgeliefert werden.“ Dank seiner Strategie, weiterhin viel zu investieren um den Anteil von Systemen mit hoher Wertschöpfung zu steigern, will der Konzern auch in diesem Jahr deutlich schneller wachsen als der Automobilmarkt, für den ein Rückgang erwartet wird.

    Mehr: Heilsbringer oder Illusion? Das Potenzial von Wasserstoff im Faktencheck

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