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ZF Friedrichshafen

Seit Jahren versucht der Fahrwerks- und Getriebehersteller ZF ins Bremsengeschäft einzusteigen.

(Foto: dpa)

Autozulieferer ZF Friedrichshafen bestätigt Gespräche mit Wabco

Der Zulieferer aus Friedrichshafen will zukaufen. Der Börsenkurs von Wabco schießt um 17 Prozent in die Höhe.
Update: 28.02.2019 - 17:41 Uhr Kommentieren

StuttgartDer Bremsenhersteller Wabco hat vorbereitende Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss mit dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen bestätigt. Es gebe jedoch keine Gewissheit, dass eine Einigung erzielt werde, teilte das amerikanisch-belgische Unternehmen am Donnerstag mit.

Das Handelsblatt hatte zuerst über die Pläne des deutschen Autozulieferers berichtet. An der Börse sorgte die Meldung für ein Kursfeuerwerk. Die Aktien von Wabco schossen am Donnerstag über 17 Prozent nach oben. Auch der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer bestätigte am Donnerstag die Gespräche.

Der Stiftungskonzern vom Bodensee prüfe regelmäßig strategische Optionen und damit auch mögliche Akquisitionen, sagte ein Sprecher. „Auch mit Wabco haben wir ergebnisoffene Gespräche geführt.“ Die Stadt Friedrichshafen, die über die Zeppelin-Stiftung knapp 94 Prozent an ZF hält, lehnte eine Stellungnahme ab.

Offensichtlich sondiert der neue ZF-Chef Wolf-Henning Scheider intensiv den Markt. Wabco mit einem Jahresumsatz von 3,8 Milliarden Dollar ist die naheliegende Option. Ein lange favorisierter Einstieg bei Knorr-Bremse ist seit dem Börsengang der Münchener im vergangenen Herbst endgültig vom Tisch. Bereits 2017 war der Einstieg beim schwedischen Bremsenspezialisten Haldex gescheitert.

Mit dem Zukauf, dessen Volumen Experten auf bis zu acht Milliarden Euro schätzen, würde ZF knapp 40 Milliarden Euro umsetzen und dann nahezu Augenhöhe mit den Marktführern Bosch und Continental erreichen. „Es würde der dritte große deutsche Zulieferer von Weltformat entstehen“, sagte Autoexperte Stefan Bratzel.

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Ein Kauf des Herstellers von Lkw-Bremsen würde ZF auf dem Weg zu einem Systemlieferanten für Elektromobilität voranbringen. 2015 kaufte ZF für rund zehn Milliarden Euro TRW Automotive, um in den Wachstumsmarkt für selbstfahrende Autos zu expandieren. ZF will mehr als zwölf Milliarden Euro in die Elektromobilität und das autonome Fahren investieren.

Der frühere ZF-Chef Stefan Sommer hatte bereits versucht, Wabco zu übernehmen. Wegen der hohen Verschuldung durch den TRW-Deal und nach dem missglückten Versuch, Haldex zu kaufen, zog der Aufsichtsrat jedoch die Notbremse. Sommer verließ ZF Ende 2017 und wechselte später als Einkaufschef zu Volkswagen, wo er zudem die Komponentensparte mit 80 000 Beschäftigten und 61 Werken leitet.

Das Interesse an Wabco hatte ZF jedoch nie verloren. Inzwischen hat der Stiftungskonzern die Schulden deutlich reduziert. Für Sommers Nachfolger Scheider eröffnen sich damit wieder Möglichkeiten.

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