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Bahnindustrie Verspätete Lieferung und technische Mängel – Eisenbahnunternehmen beschweren sich bei Bombardier

Mitten in die Fusionseuphorie platzt ein Brandbrief der Kunden an Bombardier-Chef Di Perna. Die Liefer- und Qualitätsprobleme seien nicht mehr zumutbar.
19.02.2020 - 08:43 Uhr Kommentieren
Der Zughersteller sorgt bei seinen Kunden für Unmut. Quelle: Reuters
Züge von Bombardier

Der Zughersteller sorgt bei seinen Kunden für Unmut.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Danny Di Perna, Vorstandschef der kanadischen Bombardier Transportation, hat im Moment genug um die Ohren. Was wird aus dem einst so mächtigen und stolzen kanadischen Zugbauer, was wird aus ihm selbst? Alstom will die in Berlin angesiedelte Transportsparte für rund sechs Milliarden Euro kaufen. Di Pernas neue Chefs sitzen bald in Paris, nicht mehr in Montreal.

Doch mitten in die Schlussverhandlungen über den wichtigen Deal platzt ihm ein Brandbrief der deutschen Kunden, die sich massiv über die mangelhafte Qualität der Bombardier-Züge beschweren. Und das hat Gewicht. Schließlich ist Deutschland einer der größten Eisenbahnmärkte weltweit.

„Liefer- und Qualitätsprobleme von Bombardier Transportation – Bitte um ein Spitzengespräch mit Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern“, lautet die Überschrift des Schreibens, das von den Verbänden Mofair, BAGSPNV und VDV unterzeichnet ist.

Und die nehmen kein Blatt vor den Mund. Alle einschließlich der Politik unternähmen gerade große Anstrengungen, „um mit einem attraktiven Angebot im Schienenpersonennahverkehr den Grundstein für eine gelungene Verkehrswende zu legen.“

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    Und damit die auch wirklich ein Erfolg werde, „brauchen wir zufriedene Fahrgäste“. Die Fahrzeughersteller hätten hierbei eine herausragende Funktion, denn ihre Fahrzeuge seien „während der Fahrt quasi das „Wohnzimmer der Fahrgäste“. Deshalb müsse die Industrie dafür sorgen, dass die Fahrzeuge vereinbarungsgemäß und voll funktionsfähig zur Verfügung stünden.

    Unangenehm für Di Perna: „Leider haben die vergangenen Jahre deutlich gemacht, dass insbesondere Bombardier Transportation dieser Funktion nicht mehr in dem Maße gerecht wird.“ Das ist noch freundlich formuliert. In der Branche hat sich der Ärger gegen Bombardier seit Jahren aufgestaut.

    Probleme gebe es immer mit neuen Fahrzeugen, sagt ein Manager der Branche hinter vorgehaltener Hand. „Aber was sich Bombardier leistet ist nicht im Entferntesten zu vergleichen mit anderen Herstellern wie Alstom, Siemens oder Stadler.“

    Deutsche Bahn stoppt die Abnahme von IC-Zügen

    Zwei Beispiele aus jüngster Zeit haben die Eisenbahnbranche wachgerüttelt. Das Verkehrsunternehmen Abellio, Tochter der niederländischen Staatsbahn, bestellte im Juni 2016 insgesamt 43 Regionalzüge vom Typ Talent 2, später kamen weitere elf Order hinzu. Damit sollte Abellio ab Juni 2019 im Neckartal zum Einsatz kommen.

    Doch kein einziger Zug wurde bis zu diesem Zeitpunkt angeliefert. Abellio müsste sich auf die Schnelle Züge bei der Deutschen Bahn und anderen Unternehmen ausleihen. Noch heute fehlen 22 Züge. Und die Züge, die angeliefert wurden, haben Probleme mit den Türen oder der Software.

    Die Deutsche Bahn wiederum hat erst kürzlich die Abnahme von weiteren 25 IC-Zügen aus dem Hause Bombardier wegen technischer Mängel gestoppt. Und die Lieferung des ICE4 wurde im vergangenen Jahr für Monate unterbrochen, weil Verarbeitungsmängel an der von Bombardier gelieferten Karosserie aufgefallen waren.

    In der Schweiz musste Bombardier wegen verspäteter Auslieferung und Mängeln an Doppelstockzügen gerade eine Millionen schwere Strafzahlung an die SBB zahlen. Das drückte Bombardier Transportation sogar in die roten Zahlen. 

    Die deutschen Schienenverkehrsunternehmen, vertreten durch ihre Verbände, fordern nun ein „Spitzengespräch mit Di Perna“, um eine „deutliche Qualitätssteigerung, sowie die konsequente und fristgerechte Einhaltung der vereinbarten Vertragsbedingungen“ zu erreichen. „Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass Bombardier Transportation bereits seit Jahren keine Lösung findet, die Liefer- und Qualitätsprobleme nachhaltig zu beseitigen und so das Funktionieren der nachgelagerten Wertschöpfungskette aufs Spiel setzt“, heißt es in dem Schreiben weiter. Di Perna müsse den „Missständen kraftvoll entgegenwirken“.

    Mehr: Bombardier und Alstom wollen zusammenarbeiten. Schlagkräftig werden sie dadurch nicht.

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