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Batteriefabrik VW und Northvolt planen europäische Batterieallianz

Der Wolfsburger Konzern will erst einmal forschen, statt zu bauen. Dafür verbündet sich der Autobauer mit dem schwedischen Start-up Northvolt.
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Statt eine eigene Zellfertigung aufzubauen, setzt Volkswagen erst einmal Forschung.  Quelle: dpa
E-Golf

Statt eine eigene Zellfertigung aufzubauen, setzt Volkswagen erst einmal Forschung. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf, HannoverWährend immer mehr europäische Unternehmen den Bau einer Zellfabrik ankündigen, will Volkswagen erst einmal in die Forschung einsteigen. Gemeinsam mit dem schwedischen Batterie-Start-up Northvolt und weiteren Partnern aus insgesamt sieben EU-Ländern wolle man so eine „nachhaltige, klimafreundliche und wettbewerbsfähige Batteriezellfertigung in der Europäischen Union“ ermöglichen, heißt es in einem gemeinsamen Statement. Dass Volkswagen jetzt aber auch eine eigene Zellfertigung in Deutschland baut, ist mehr als unwahrscheinlich.

Die Gründung einer europäischen Batterieunion ist nur ein kleiner Baustein in der Volkwagen-Strategie. Da der Wolfsburger Autokonzern in den kommenden Jahren massiv in die Fertigung von Elektroautos einsteigen will, steigt auch der Bedarf an Batteriezellen.

Mitte des nächsten Jahrzehnts braucht Volkswagen Zellen mit einer Kapazität von etwa 300 Gigawattstunden. Das entspricht circa zehn Giga-Fabriken nach dem Vorbild des amerikanischen E-Autoherstellers Tesla und dem japanischen Batteriehersteller Panasonic. In einem Joint Venture hatten beide Konzerne eine Giga-Fabrik im US-Bundesstaat Nevada errichtet.

Für die erste Phase sollen die Zellen für VW aber erstmal aus dem Ausland kommen. Aktuell bezieht der Autokonzern seine Zellen wie fast die gesamte Branche bei asiatischen Herstellern wie Samsung SDI, SK Innovation oder CATL.

Mitte des nächsten Jahrzehnts könnte Volkswagen mit dem Bau eigener Fabriken beginnen. „Eine Entscheidung ist dazu ist noch nicht gefallen“, sagte in der vergangenen Woche Stefan Sommer, der dafür verantwortliche Einkaufsvorstand des Konzerns.

Volkswagen prüft beispielsweise ein Joint Venture mit SK Innovation zum Aufbau einer gemeinsamen Zellfertigung. Vorbild ist die Zusammenarbeit von Tesla und Panasonic; vor wenigen Wochen war auch Toyota ein Joint Venture mit dem japanischen Zellhersteller eingegangen.

Eine VW-Zellfabrik in Deutschland wird es aber erstmal nicht so schnell geben, wie aus einem vertraulichen Strategiepapier des VW-Konzerns zur Elektromobilität hervorgeht. „Für die Zellfertigung in Deutschland zeigt die Wirtschaftlichkeitsrechnung aktuell einen Standortnachteil von mehr als 20 Prozent“, heißt es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Damit Volkswagen eine Zellfabrik in Deutschland baut, müssten sich die Rahmenbedingungen ändern. Dazu gehört nach Angaben aus dem VW-Papier an erster Stelle eine deutliche Senkung der Stromkosten. Eine Zellfabrik verbraucht ähnlich viel Energie wie eine Aluminiumproduktion. Nötig sei deshalb eine Befreiung von der EEG-Umlage, mit der über den Strompreis erneuerbare Energieformen gefördert werden.

Ganz anders sieht es bei dem ambitionierten Batterie-Start-up Northvolt aus. Die Schweden unter Führung des Ex-Tesla-Managers Peter Carlsson haben sich bereits um die deutsche Batteriemilliarde beworben und halten mit ihren Ambitionen auch nicht hinterm Berg.

„Wir sehen einen massiven Anstieg bei der Nachfrage nach E-Autobatterien und ein strategisches Bewusstsein für die Wichtigkeit einer eigenen Zellfertigung in Europa. Deutschland wird ein zentraler Markt für Northvolt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens dem Handelsblatt.

Neben der Gigafabrik in Schweden, schaue man sich deswegen jetzt auch nach potenziellen Standorten in Deutschland um. „Viele unserer Zellen werden ohnehin an die deutsche Automobilindustrie gehen. Die Vorzüge einer Produktion in Deutschland liegen auf der Hand“, so der Sprecher. Man befinde sich derzeit in Gesprächen mit möglichen Partnern, genaueres wollte er allerdings noch nicht verraten.

Neben Northvolt haben sich insgesamt mehr als 30 Unternehmen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums um die milliardenschwere Förderung beworben. Zu den Interessenten gehören auch der deutsche Batteriehersteller Varta, der Chemieriese BASF, die französische PSA und der Münchner Autobauer BMW.

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