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Batterien Beim Thema E-Mobilität machen sich deutsche Autobauer von Asien abhängig

Die Batterien für ihre E-Fahrzeuge beziehen die Automobilkonzerne größtenteils von Produzenten aus China, Korea und Japan. Damit steigt deren ohnehin schon marktbeherrschende Macht.
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VW ist einer der wenigen Konzerne, die selbst Batteriezellen anfertigen wollen. Quelle: dpa
VW-Produktion von Batteriezellen für Elektroautos

VW ist einer der wenigen Konzerne, die selbst Batteriezellen anfertigen wollen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Deutsche Autohersteller geraten in eine gefährliche Abhängigkeit. Zellen für ihre Elektroautos beziehen sie vorwiegend aus Asien. Mehr als 80 Prozent der eingesetzten Batterien kommen aus China, Korea oder Japan.

Der Grund: Eine Zellfertigung in Deutschland oder Europa galt lange als zu teuer. Immer mehr Automobilkonzerne setzen allerdings für die Zukunft auf das Elektroauto, und die Batteriezelle ist eines der wichtigsten Bestandteile der alternativen Antriebsart. Damit steigt die Macht von marktbeherrschenden Produzenten wie CATL, Samsung SDI und LG Chem. Das soll sich nun ändern.

Batterieforscher und andere Experten mahnen schon seit Jahren, dass Deutschland eigene Zellfertigungen brauche, um die Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern zu verringern. Doch die Wirtschaft zögerte.

Erst stampfte der Autokonzern Daimler 2015 die bislang einzige deutsche Zellproduktion in Kamenz ein. Dann verkündete der schwäbische Nachbar Bosch Anfang des Jahres nach langem Hin und Her seinen Ausstieg aus der Zukunftstechnologie. Mindestens 20 Milliarden Euro hätte der Konzern investieren müssen, um im Weltmarkt mitspielen zu können. Deshalb wurde der Einstieg in die Zellproduktion als zu riskant und „nicht vertretbar“ abgebrochen.

Thema nimmt an Fahrt auf

In den vergangenen Monaten bekam das Thema deutsche Zellfertigung dann endlich neuen Antrieb. Auch, weil Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Milliardenförderung in Aussicht stellt. Eine eigene europäische Batteriezellfertigung gehört aktuell zu den wichtigsten Projekten des CDU-Politikers.

Nachdem im Frühsommer bereits die Gründung eines ersten deutsch-französischen Batteriekonsortiums zwischen Opel, Peugeot und der deutschen Total-Tochter Saft publik geworden war, nimmt nun ein zweites Projekt Gestalt an. Laut Insidern sind diesmal sogar „mehrere namhafte Konzerne aus Deutschland“ beteiligt.

Eine Aufholjagd wird für deutsche Zellproduzenten trotzdem ambitioniert. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) kündigte Marktführer CATL aus China erst kürzlich an, seine in Erfurt geplante Fabrik zu einer der größten Zellproduktionsstätten in ganz Europa zu entwickeln. „Europa ist ein Schlüsselmarkt für CATL, und viele unserer Partner haben ihren Sitz hier“, kommentierte Matthias Zentgraf, Europachef von CATL, das geplante Megaprojekt.

Auch wenn viele der Zellen für heimische E-Mobile demnächst aus Deutschland kommen könnten, die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern ist ‧damit noch lange nicht gebrochen.

Mehr: Mit der eigenen Fertigung von Batteriezellen geht VW ein hohes Risiko ein, meint Handelsblatt-Reporter Stefan Menzel. Sinnvoller wäre es, in neue Autos und Antriebe zu investieren.

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