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Baukonzern Bilfinger Berger wechselt die Konzernspitze aus

Es hagelt Kritik für den Baukonzern, seit immer mehr Details über den Kölner U-Bahn-Pfusch ans Licht kommen. Der Vorstandschef Herbert Bodner soll zum Ende seines Vertrages Mitte 2011 abtreten - ob der Führungswechsel mit dem Pfusch zu tun hat, lässt das Unternehmen offen.
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Ein Personalberater sucht derzeit nach einem passenden Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden. Quelle: Reuters

Ein Personalberater sucht derzeit nach einem passenden Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden.

(Foto: Reuters)

HB HAMBURG/MANNHEIM. Der krisengeschüttelte zweitgrößte deutsche Baukonzern Bilfinger Berger sucht laut einem Pressebericht einen neuen Vorstandschef. Es sei ein Personalberater eingeschaltet worden, berichtet die „Financial Times Deutschland“ am Freitag. Sie nennt allerdings keine Quellen. Bilfinger Berger steht derzeit wegen Enthüllungen über Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau stark in der Kritik. Ein Sprecher des Konzerns sagte auf Anfrage lediglich: „Wir werden uns an diesen Spekulationen sicherlich nicht beteiligen.“ Der Vertrag des amtierenden Vorstandschefs Herbert Bodner laufe nach derzeitigem Stand wie geplant Mitte 2011 aus. Dann sei Bodner zudem 63 Jahre alt, hieß es ohne weitere Kommentare.

Laut FTD will der Aufsichtsrat des im MDax notierten Mannheimer Bau-Riesen im Frühjahr offiziell über eine Nachfolge an der Konzernspitze beratschlagen. Der Bilfinger-Aufsichtsrat lasse derzeit nur nach externen Kandidaten für den Chefsessel Ausschau halten. Der 61-jährige Bodner, der am Samstag (20.2.) 62 Jahre alt wird, habe es versäumt, einen internen Nachfolger aufzubauen, zitiert die Zeitung aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. Der gebürtige Österreicher Bodner führt Bilfinger Berger seit 1999. Ihm wird allgemein eine erfolgreiche Bilanz bescheinigt.

Wegen der Baumängel in der Kölner U-Bahn will Bilfinger Berger nun auch andere Projekte unter die Lupe nehmen. So werde ebenfalls die ICE-Trasse zwischen Nürnberg und München überprüft, kündigte das Mannheimer Unternehmen am Freitagabend an. Anlass ist demnach eine Mitteilung der Kölner Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass im Fall der ICE-Trasse Protokolle über den Einbau von sogenannten Erdankern fehlerhaft seien, erläuterte ein Firmensprecher. Diese Anker dienen der Stabilisierung von Wänden.

Vorstandschef Bodner hatte am Donnerstag eingeräumt, dass beim Bau von Kölner U-Bahn-Schächten nicht genügend Eisenbügel verwendet wurden. Einsturzgefahr bestehe jedoch nicht. „Wir wollen sicherstellen, dass alle Projekte, in denen ähnliche Technologien verwendet wurden, korrekt ausgeführt worden sind“, erklärte er nun.

Bilfinger Berger ist federführend in dem Konsortium zum Bau der Kölner U-Bahn, an dem auch die niederländische Royal BAM Groep und die Tochter Züblin der österreichischen Strabag beteiligt sind. Das Projekt war in die Schlagzeilen geraten, nachdem im März 2009 das Kölner Stadtarchiv eingestürzt war. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte im Sommer einen Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau hergestellt.

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3 Kommentare zu "Baukonzern: Bilfinger Berger wechselt die Konzernspitze aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ofusch: wenn sie wüssten, was die Führung alles weiss und anordnet, dann gute Nacht. Sie würden den Glauben an alles verlieren ...

  • Der ganze Skandal paßt ins Umfeld der Finanzkrise. Gewinnmaximierung um jeden Preis. Das Vorgehen in den Managementetagen erinnert an das bei Arcandor. Das gegenwärtige Management verabschiedet sich mit hohen Abfindungen und ist aus der Schußlinie. Ein temporäres Management rückt nach, macht nach kurzer Zeit das Licht aus und nimmt die Kasse mit. Auf dem Schaden bleiben die Angestellten und die Geschädigten sitzen.

  • Nach meiner Meinung muß die Führung bei diesem Ausmaß von dem Pfusch gewußt haben! Hätte ich eine schlechte Meinung über bilfinger, würde ich sogar meinen, Sie hat den Pfusch befohlen, damit die boni größer werden! Unter der Straße sieht man nichts.