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Baustoffkonzern Heidelberg Cement kündigt Sparprogramm und Aktienrückkauf an

Mitte Oktober hatte der Dax-Konzern sein Gewinnziel gekippt. Nun will Vorstandschef Bernd Scheifele sparen und die Investitionen zurückfahren.
Update: 08.11.2018 - 13:29 Uhr Kommentieren
Im dritten Quartal verdiente der Hersteller von Zement, Sand und Beton mit 1,04 Milliarden auf vergleichbarer Basis operativ zwar zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Doch damit konnte der Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr nicht ausgebügelt werden. Quelle: dpa
Heidelberg Cement

Im dritten Quartal verdiente der Hersteller von Zement, Sand und Beton mit 1,04 Milliarden auf vergleichbarer Basis operativ zwar zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Doch damit konnte der Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr nicht ausgebügelt werden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement verschärft wegen der gestiegenen Energiepreise seinen Sparkurs. Das Unternehmen kündigte angesichts des für dieses Jahr erwarteten operativen Gewinnrückgangs einen Aktionsplan bis 2020 an.

Der Konzern, bei dem sich schon länger ein Sparprogramm ans nächste reiht, will die Kosten um weitere 100 Millionen Euro senken, etwa durch eine stärkere Zentralisierung der Verwaltung. Die Ausgaben für Investitionen und Zukäufe werden auf jährlich 350 Millionen gesenkt nach mehr als einer Milliarde 2018.

„Wenn wir mal den Fuß vom Gas nehmen, schadet das nicht“, sagte Vorstandschef Bernd Scheifele. „Das ist in dieser Situation das richtige Signal.“ Aus Firmenverkäufen wollen die Kurpfälzer noch mehr erlösen als die bis 2020 angekündigten 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro.

Die stark gestiegenen Preise für Strom, Kohle und Öl und das witterungsbedingt schwache US-Geschäft hatten den Produzenten von Zement, Sand und Kies sowie Beton im Oktober zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Es sei die erste in seiner Zeit als Vorstandschef gewesen, sagte Scheifele, der den Baustoffkonzern seit 2005 führt und seinen Rückzug für 2020 angekündigt hat. „Das war für mich persönlich eine Enttäuschung, weil wir bekannt dafür sind, dass wir das liefern, was wir versprechen.“

Jetzt könnte weiter Personal abgebaut werden, in dem global aufgestellten Unternehmen sollen durch weniger Meetings auch die Reisekosten sinken. Die Zahl der Beschäftigten lag zuletzt mit knapp 59.600 rund 1240 unter Vorjahr.

Statt einstellig zu wachsen soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2018 einstellig sinken. Im dritten Quartal verdiente der Konzern mit 1,04 Milliarden Euro operativ auf vergleichbarer Basis zwar zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist bei einem Umsatzsprung um zehn Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Doch damit konnte der Knick im ersten Quartal nicht ausgebügelt werden, sodass das bereinigte Betriebsergebnis nach neun Monaten mit 2,2 Milliarden Euro leicht unter Vorjahr lag. Das Nettoergebnis soll 2018 dennoch, vor allem dank geringerer Finanzierungskosten und Steuern, deutlich steigen. Der Überschuss erhöhte sich von Januar bis September um 15 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro.

Den Aktionären stellte Scheifele für das kommende Jahr die neunte Dividendenerhöhung in Folge in Aussicht. Mitte 2019 soll außerdem entschieden werden, ob Aktien zurückgekauft werden. Damit komme HeidelCement den Wünschen seiner institutionellen Investoren nach, erklärte Scheifele. Deren Botschaft sei gewesen, lieber die eigenen Aktien zurückzukaufen als teure Akquisitionen zu stemmen. An der Börse kamen die Pläne gut an. Die Aktien des Dax-Konzerns lagen mit einem Plus von zeitweise fast acht Prozent an der Spitze des Index.

Auch mit einer „energischen Vertriebsinitiative“ und spürbaren Preiserhöhungen will HeidelCement die Rendite demnächst wieder aufbessern. Über das neue Sparprogramm hinaus sollen weitere „Optimierungspotenziale“ geprüft werden, kündigte das Unternehmen an. Details sollen zur Veröffentlichung der Jahresbilanz 2018 im März bekanntgegeben werden. Möglich wäre etwa, dass der Konzern seine Beteiligungen an den eigenen börsennotierten Töchtern in Schwellenländern wie zum Beispiel Indien, Ägypten oder Marokko reduziert.

Auch der Weltmarktführer Lafarge-Holcim schraubte bereits wegen steigender Energiekosten seine Profiterwartung zurück. Das Schweizer Unternehmen stellte jedoch für das Gesamtjahr noch immer einen Anstieg des Betriebsergebnisses von drei bis fünf Prozent in Aussicht.

  • rtr
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