Bayer AG Bayer punktet im Prozess um Monsantos Glyphosat

Das erste Verfahren um den Unkrautvernichter wird neu aufgerollt, entschied eine US-Richterin. Der Konzern hat nun gute Chancen, die Strafe von 289 Millionen Dollar deutlich zu senken.
Update: 11.10.2018 - 01:02 Uhr Kommentieren
In den USA laufen insgesamt rund 8700 Klagen wegen möglicher Erkrankungen durch Glyphosat gegen Monsanto. Quelle: AP
USA

In den USA laufen insgesamt rund 8700 Klagen wegen möglicher Erkrankungen durch Glyphosat gegen Monsanto.

(Foto: AP)

DüsseldorfIm ersten Verfahren um Glyphosat hat Bayer einen für den Konzern wichtigen Erfolg erzielt. Die zuständige Richterin am Bezirksgericht in San Francisco legte in einer vorläufigen Entscheidung fest, dass der Prozess neu aufgerollt wird. Sie äußerte starke Zweifel daran, dass die Bayer-Tochter Monsanto bewusst eine mögliche Krebsgefahr durch das Unkrautvernichtungsmittel verschwiegen habe.

Für Bayer stehen die Chancen damit gut, die komplette Strafe über 289 Millionen Dollar nicht zahlen zu müssen. Das dürfte der Bayer-Aktie am Donnerstag zu deutlichen Kursgewinnen verhelfen. Die Aktie war in den vergangenen Wochen um mehr als 20 Prozent eingebrochen, weil die Investoren hohe Rechtsbelastungen für Bayer fürchten. In den USA legten die American Depositary Shares des Konzerns am Donnerstagabend um sechs Prozent zu.

Monsanto war im August von einer kalifornischen Jury zu einer Strafzahlung von 289 Millionen Dollar an einen krebserkrankten Mann verurteilt worden. Er hatte Glyphosat für seine Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs verantwortlich gemacht.

Bei dem Prozess im August hatten die Klägeranwälte mit internen Monsanto-Dokumenten zu beweisen versucht, dass der Konzern von einer Krebsgefahr durch Glyphosat gewusst, aber davor nicht öffentlich gewarnt habe. Die mit Laien besetzte Jury war im August dieser Argumentation gefolgt.

Sie verurteilte Monsanto zu einem Schadenersatz von 39 Millionen Dollar und einer Strafschadenzahlung von 250 Millionen Dollar. Diese so genannten Punitive Damages werden im US-Produkthaftungsrecht dann erhoben, wenn Firmen betrügerisches Verhalten nachgewiesen werden kann.

Das aber sah die Richterin am Bezirksgericht in San Francisco als nicht erwiesen an. Die Klägeranwälte hätten ihrer Ansicht nach kein überzeugendes Material vorlegt, um Monsanto arglistische Täuschung nachzuweisen.

Die Anordnung der Richterin bedeutet zwar nicht, dass Bayer überhaupt keinen Schadenersatz an den Kläger zahlen muss. Doch die Strafschadenzahlung über 250 Millionen Dollar ist damit wohl erst einmal vom Tisch. In dem neuen Prozess dürfte es den Klägeranwälten schwerfallen, eindeutige Beweise für eine Arglist von Seiten Monsantos vorzulegen.

Gelingt ihnen dies nicht, bleibt nur die Verhandlung über den Schadenersatz für den Kläger in Höhe von 39 Millionen Dollar. Für Bayer ist dies wichtig, weil mehr als 9000 Klagen wegen Glyphosat in den USA vorliegen. Die möglichen Rechtsrisiken würden deutlich sinken. Der Konzern strebt bisher eine komplette Aufhebung des Urteils an, weil er keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür vorliegen sieht, dass Glyphosat krebserregend ist.

Startseite

Mehr zu: Bayer AG - Bayer punktet im Prozess um Monsantos Glyphosat

0 Kommentare zu "Bayer AG: Bayer punktet im Prozess um Monsantos Glyphosat"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%