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Bayer Chef-Mediator dementiert Bericht über Acht-Milliarden-Angebot im Glyphosat-Streit

Der oberste Vermittler im Glyphosat-Streit in den USA dementiert einen Bericht über ein milliardenschweres Vergleichsangebot des Bayer-Konzerns.
Update: 09.08.2019 - 15:54 Uhr Kommentieren
Glyphosat: Vermittler dementiert Bericht über Milliarden-Angebot Quelle: AFP
Kenneth Feinberg

Der kalifornische Richter Vince Chhabria hatte den Staranwalt bestellt, damit er im Streit über das Glyphosat-Mittel Roundup die Möglichkeit einer Einigung auslotet.

(Foto: AFP)

New York US-Anwalt Kenneth Feinberg, der als oberster Vermittler im Glyphosat-Streit eingesetzt wurde, dementiert einen Bericht über eine mögliche bevorstehende Einigung zwischen Bayer und den Tausenden Klägern in den USA: „Bayer hat nicht vorgeschlagen, acht Milliarden Dollar zu zahlen, um alle US-Roundup-Krebs-Klagen beizulegen. Solch eine Behauptung ist reine Fiktion“, stellte Feinberg gegenüber dem Handelsblatt klar.

„Die Entschädigung ist nicht einmal diskutiert worden in den globalen Vermittlungs-Diskussionen, die noch bis in den September andauern werden“, betonte Feinberg. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor über ein Angebot von acht Milliarden Dollar berichtet, mit dem Bayer die Rechtsstreits in den USA beilegen wolle.

Der kalifornische Richter Vince Chhabria hatte den Staranwalt bestellt, damit er im Streit über das Glyphosat-Mittel Roundup die Möglichkeit einer Einigung auslotet. Mehr als 18.000 Menschen klagen mittlerweile gegen Bayer, weil sie überzeugt sind, dass das glyphosathaltige Mittel Roundup bei ihnen Krebs erregt hat. Bayer hat die Rechtsrisiken mit der Übernahme von Monsanto übernommen.

Kenneth Feinberg gilt aus ausgezeichneter Experte, wenn es darum geht, in kniffligen Entschädigungsfragen zu vermitteln. Er war dabei, als es darum ging, die Opfer von Agent Orange zu entschädigen. Und er war dabei, als es um das Öldesaster Deepwater Horizon und den Terror vom 11. September ging: Jedes Mal leitete der heute 73-Jährige die Verhandlungen und verteilte die Opferfonds. Auch VW rief den Mediator, als man nach dem Abgasskandal den US-Kunden entgegenkommen musste.

Bei Bayer sei die Mediation noch „in einer frühen Phase. Aber die Anwälte der Kläger und die Vertreter von Bayer und Monsanto verhandeln mit guten Absichten“, sagte Feinberg dem Handelsblatt. Derzeit würden die beiden Parteien Informationen austauschen. Der renommierte Schlichter, der für seine klare und direkte Art bekannt ist, hat sich in den vergangenen Wochen mit beiden Parteien einzeln und gemeinsam getroffen.

Anders als bei VW und BP hat Bayer nicht eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Das Unternehmen aus Leverkusen habe jedoch erkannt, dass es „in die Komplexitäten des amerikanischen Rechtssystems verwickelt ist und sucht nun nach einer zufriedenstellenden Lösung“, stellte Feinberg klar.

Bayer sei in den Gesprächen „kreativ und proaktiv“. Wie genau eine Lösung aussehen könnte und was sie kosten würde, ist derzeit jedoch noch unklar. Darüber könnte frühestens Anfang September verhandelt werden. Derzeit seien die Parteien noch dabei zu klären, wie viele Forderungen es gibt, wer überhaupt Anspruch auf eine mögliche Auszahlung hätte, wie mit künftigen Forderungen umgegangen werden soll. „Es ist ein intensiver Prozess“, sagte Feinberg.
Ein Roundup-Fall, der ursprünglich am 19. August in St. Louis in Missouri verhandelt werden sollte, wurde erst diese Woche auf Januar verschoben. Auch das haben Beobachter als Zeichen gewertet, dass Bayer auf eine Einigung aus ist.

Mehr: Bayer setzt auf neue Technologien – und übernimmt deshalb Bluerock Therapeutics. Deren Hauptprojekt ist eine neuartige Parkinson-Therapie.

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