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Bayer kauft Monsanto Der 66-Milliarden-Dollar-Deal ist fix

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Warum Monsanto so interessant für Bayer ist
Diese Manager sagten „Ja“ zu Monsanto
Werner Wenning (Vorsitzender)
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Wenn man so will, hat der gebürtige Leverkusener sein ganzes Leben in den Dienst des Chemie-und Pharmakonzerns gestellt. Der Industriekaufmann arbeitet seit 44 Jahren ohne Unterbrechung bei Bayer – in unterschiedlichen Sparten im In- und Ausland. Als der damalige Finanzvorstand 2002 das Amt als Vorstandsvorsitzender antrat, steckte Bayer im Skandal um das tödliche Medikament Lipobay. Dem Konzern drohte die Zerschlagung. Er meisterte diese Herausforderung. Im Jahr 2010 räumte Wenning seinen Schreibtisch und machte damit Platz für seinen Nachfolger Marijn Dekkers. Zwei Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Bayer-Aufsichtsrates ernannt. Auch ist er Vorsitzender des Kontrollgremiums von Eon und Mitglied bei den Dax-Konzernen Henkel und Siemens.

(Foto: dpa)
Oliver Zühlke
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Er ist seit 2015 Vizechef des Bayer-Aufsichtsrates. Der gelernte Chemikant ist Betriebsratschef, vertritt im Gremium daher die Arbeitnehmerseite. Was die geplante Bayer-Übernahme des US-amerikanischen Saatgutspezialisten betrifft, äußert er sich zuversichtlich. Er findet, dass Monsanto besser ist als sein Ruf. Der Bayer-Konzern habe den Mitarbeitern in einer mehrseitigen Erklärung umfangreiche Zusagen beim Kündigungsschutz und Standorten gemacht. „Es wird keinen Jobabbau geben“, sagte Zühlke der „Rheinischen Post“.

(Foto: Bayer)
Paul Achleitner
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Paul Achleitner kennt sich mit der Tätigkeit in Aufsichtsräten aus: Er sitzt bei Daimler im Gremium und ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank. Dort lief es zuletzt nicht rund: Großaktionäre wollen einen Wechsel an der Aufsichtsratsspitze, sobald Achleitners Vertrag 2017 ausläuft. Der Vorwurf: Achleitner habe zu lange am Ex-Vorstandschef Anshu Jain festgehalten. Gründe für die Wut der Aktionäre gibt es viele: Ein dramatischer Kurssturz, ungeklärte Skandale, keine Dividende und eine Schlammschlacht im Aufsichtsrat. Achleitner selbst will eine zweite Amtszeit nach 2017, auf der Hauptversammlung sagte er: „Deshalb stehe ich heute hier und würde mich auch wieder hier hinstellen, wenn dieses Jahr eine Wiederwahl anstünde.“ Die Aktionäre quittierten die Ankündigung mit Schweigen.

(Foto: AFP)
Clemens Börsig
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Der promovierte Betriebswirtschaftler Börsig hat viel Erfahrung in Führungs- und Aufsichtsratsfunktionen: Von 1997 bis 1999 war er Finanzvorstand bei RWE, von 2006 bis 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Als solcher hatte ihm die Staatsanwaltschaft im Deutsche-Bank-Prozess schweren Prozessbetrug vorgeworfen – genauso wie Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, den Vorgängern Josef Ackermann und Rolf-E. Breuer sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck. Sie hätten in einem früheren Prozess gelogen, um Schadensersatzansprüche des Medienunternehmers Leo Kirch abzuwenden, so die Staatsanwaltschaft. Dafür fanden sich keine Beweise, das Verfahren endete mit einem Freispruch. Seit 2013 ist Börsig Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank Stiftung. Mitglied des Aufsichtsrates ist er bei Bayer seit April 2007.

(Foto: Imago)
Simone Bagel-Trah
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Sie ist wohl die einflussreichste Frau im Dax: Simone Bagel-Trah ist die erste und bislang einzige Aufsichtsratsvorsitzende eines Dax-Konzerns. Als Mitglied der fünften Generation der Henkel-Familie leitet sie nicht nur das Kontrollgremium des Persil-Konzerns, sondern hat auch im Gesellschafterausschuss das Sagen. Seit 2014 ist Bagel-Trah Mitglied im Bayer-Aufsichtsrat. Für dieses Amt bringt die gebürtige Düsseldorferin Fachwissen mit. Denn: Bagel-Trah hat im Bereich Mikrobiologie und Pharmazie promoviert – und ist bis heute geschäftsführende Gesellschafterin des Biotech-Dienstleisters Antiinfectives Intelligence. Das schlechte Image des Saatgutspezialisten Monsanto ist der Naturwissenschaftlerin daher durchaus bekannt. Trotzdem hat sie der Milliarden-Übernahme durch Bayer zugestimmt.

(Foto: dpa)
Thomas Ebeling
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Thomas Ebeling sitzt seit April 2012 im Aufsichtsrat von Bayer. Mit der Pharmabranche kennt sich der gebürtige Hannoveraner aus: Von 2000 bis 2007 war er CEO des Pharmageschäfts von Novartis, anschließend für ein Jahr Chef der Sparte Consumer Health. 2009 wechselte er dann in die Medienbranche als Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1, der im März der Sprung in den Dax gelang.

(Foto: dpa)
Johanna W. (Hanneke) Faber
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Die gebürtige Niederländerin ist ein Neuzugang im Bayer-Aufsichtsrat. Sie gehört dem Gremium seit April an. Als Chief Commercial Officer ist sie beim niederländischen Handelskonzern Ahold für die Werbung zuständig und Mitglied der Geschäftsleitung.

(Foto: Ahold)

Die Übernahmepläne von Bayer-Chef Baumann sind allerdings umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Dem Konzern wird zudem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU hatte im Juni den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters in Europa für die nächsten 18 Monate zugelassen.

„Monsanto steht für viele der Missstände der Agroindustrie“, kritisiert etwa der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Anton Hofreiter. „Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts-, sondern Risikotechnologien. Während die Skepsis der Menschen gegenüber der Agroindustrie zunimmt, will Bayer ausgerechnet in diese verbraucher- und umweltfeindliche Richtung investieren.“ Der Deal konzentriere Marktmacht in wenigen Händen zum Schaden der Bauern und Verbraucher.

Bayer-Chef Baumann hatte dagegen die Vorteile eines Zusammenschlusses betont. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen.

Durch die Kombination ihrer Fähigkeiten könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben. Immerhin müssten bis 2050 drei Milliarden Menschen zusätzlich ernährt werden. Gleichzeitig müsse man die Folgen der Klimaerwärmung auf die Landwirtschaft in den Griff bekommen.

Interessant für Bayer ist der innovative US-Konzern nicht nur wegen seines Know-hows in der Biotechnologie, sondern auch wegen seiner führenden Rolle beim „digital farming“ – der Nutzung digitaler Techniken für die Landwirtschaft.

Bayer und Monsanto sind nicht die einzigen Konzerne in der Branche, die ihr Heil in Zusammenschlüssen und Übernahmen suchen. So hatten zuletzt die US-Behörden der geplanten Übernahme des schweizerischen Agrarchemie-Konzerns Syngenta durch das chinesische Staatsunternehmen Chemchina zugestimmt – Kostenpunkt: 43 Milliarden Dollar. Zuvor war Monsanto bei den Schweizern mit seinen Kauf-Offerten abgeblitzt.

Der Handelsblatt Expertencall
Eine Branche im Umbruch
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Mehr zu: Bayer kauft Monsanto - Der 66-Milliarden-Dollar-Deal ist fix

21 Kommentare zu "Bayer kauft Monsanto: Der 66-Milliarden-Dollar-Deal ist fix"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da gab es wohl nur die beiden Möglichkeiten: Entweder schnappen wir uns Monsanta - oder Monsanto uns. Dann besser so.

  • Man kann die ganze Debatte unten abkürzen und allein darauf reduzieren, dass Herr Baumann (CEO) und der Rest seiner Berater offenbar wieder einmal die komplette Finanzmathematik beiseite gelassen haben, um mit dem Deal vor allem eines zu erreichen, nämlich sich selbst zu profilieren (vermeintlich).
    Denn nach diesem aberwitzigen Kampf der letzten Monate musste es jedem Hauptschüler klar geworden sein, dass der Deal viel zu teuer wird und dass Monsanto hierbei reinstes Pokerspiel betrieb.
    Scheinbar gehören Kennzahlen wie KGV, Enterprice Value oder Kaufpreis Multiple bei den CEO´s der heutigen Zeit nicht mehr zur Allgemeinbildung und im Ergebnis wird auf mittlere und lange Sicht vor allem einer der Gearschte sein, nämlich der ordinäre Bayer-Aktionär.
    Ich hätte anstelle eine Vorstellung beim Psychologen empfohlen. Von welcher Person, lasse ich bewusst offen, um nicht gegen die Netiquette zu verstoßen (tzzzzz) ;-)

  • Herr carlos santos14.09.2016, 16:24 Uhr
    Frau Pia Paff14.09.2016, 15:47 Uhr
    BAYER zahlt mit die höchsten Löhne. BAYER hat die qualifiziertesten Mitarbeiter.
    Und hier wollen sich arme Schlucker respektive Hartzer ein Urteil erlauben?
    Liebes HBO ... mach diesen Blog dicht, die Dummheit ist unerträglich.

    .....................

    STUTTGART21...BER FLUGHAFEN...

    verdienen die weniger ?

    :-)))))))))))))

    Und wo oder wie ist der Stand der Dinge ?

    .-))))))))))

  • BAYER zahlt mit die höchsten Löhne. BAYER hat die qualifiziertesten Mitarbeiter.
    Und hier wollen sich arme Schlucker respektive Hartzer ein Urteil erlauben?
    Liebes HBO ... mach diesen Blog dicht, die Dummheit ist unerträglich.

  • Was weiß Monsanto über Bayer? Alles, dank NSA.

    Was weiß Bayer über Monsanto? Nichts. Weniger als nichts sogar, denn Bayer kennt nicht die Absichten der dortigen Regierung.

    Da praktisch alle großen Firmenkäufe in den usa sich als Totalverluste oder als wertlos herausgestellt haben (Telekom, DHL, Daimler) sollten wir die 66 Milliarden à Reparationskonto abschreiben. Ach ja, und an den Verlusten hat sich der Deutsche Steuerzahler zu beteiligen, denn das gibt fetten Verlustvortrag für bayer. Und der Steuerausfall muß ja ersetzt werden, von wem auch sonst?

  • @ Fritz Yoski
    Klagen sollte man gegen unsere Sozialbetrüger. Aber wer klagt sich schon gerne selbst an? Gell ... Yoski!!!

  • Hoffentlich rollen jetzt die Klagewellen gegen Monsanto/Bayer. Soviel Dummheit MUSS bestraft werden.

  • @Marc Hofmann
    Ach wie gut,dass es Menschen wie Sie gibt,die den unverstellten Blick für das Geld haben und für sonst nichts.

  • @Markus Müller
    Wieso..sind Sie im Pharma, Chemie oder Saatgutgeschäft tätig?
    Wenn es Bayer nicht gemacht hätte, dann hätte es eben ein anderer gemacht. Hier werden Geschäfte abgewickelt und kein Streichelzoo betrieben.

  • Ein großer Verbrecher frißt den noch größeren.Jetzt kann man nur noch hoffen er erstickt an dem Brocken,wie eine Python ,die ein Schwein frißt und sich überschätzt hat.
    Ansonsten sind wir alle die nächsten,die auf der Speißekarte stehen.Wer immer noch nicht kapiert hat,was solche Konzerne für das Schicksal der Menschheit bedeuten,kann einem nur leid tun.

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