Bayer KKR will Diabetes-Sparte kaufen

Bayers Geschäft mit Diabetes-Messgeräten leidet unter Wettbewerb und Preisdruck. Der Leverkusener Konzern will sich von der Sparte trennen. Insidern zufolge steckt das Unternehmen nun erneut in Verhandlungen.
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Der Pharma- und Chemiekonzern ist schon seit einiger Zeit dabei, sich von Randbereichen in seinem Gesundheitsbereich HealthCare zu trennen. Quelle: dpa
Bayer-Sitz in Leverkusen

Der Pharma- und Chemiekonzern ist schon seit einiger Zeit dabei, sich von Randbereichen in seinem Gesundheitsbereich HealthCare zu trennen.

(Foto: dpa)

FrankfurtBayer steckt Insidern zufolge erneut in Verhandlungen über einen Verkauf seines Geschäfts mit Diabetes-Messgeräten. Mit einem unmittelbar bevorstehenden Abschluss der Gespräche sei aber nicht zu rechnen, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Leverkusener Konzern unternimmt bereits den zweiten Anlauf zum Verkauf der Sparte, die Blutzucker-Messgeräte für Zuckerkranke vertreibt. Mit Geräten der Marke Contour erzielte der Traditionskonzern 2013 Umsätze von 722 Millionen Euro.

Der Finanzinvestor KKR mit seiner Beteiligung Panasonic Healthcare verhandle schon seit einiger Zeit mit Bayer über die Sparte – abschließende Gebote seien aber erst in einigen Wochen zu erwarten, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. KKR hält 80 Prozent an Panasonic Healthcare – die restlichen Anteile liegen beim Elektronikkonzern Panasonic. Panasonic Healthcare, KKR und Bayer wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Donnerstag berichtet, die Sparte könne ungefähr ein bis zwei Milliarden Euro wert sein. Ein Verkauf könne möglicherweise bereits diesen Freitag angekündigt werden. Die Leverkusener hatten bereits 2012 Interessenten für das Geschäft gesucht, dann aber entschieden, es zunächst weiter zu behalten. Nach früheren Informationen von Insidern hatte Bayer damals aber nicht genügend Angebote von potenziellen Bietern erhalten. Eine Kombination des Geschäfts mit Panasonic Healthcare würde nach Einschätzung von Bankern gut passen.

So verdient Bayer sein Geld
Hauptversammlung Bayer
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Bayer HealthCare - Umsatz: 18,92 Milliarden Euro

Die Arzneimittelsparte ist immer noch der größte Umsatzbringer für den Konzern, 56.000 Mitarbeiter sind in dieser Sparte angestellt. Weltweit ist Bayer bekannt für die Schmerztablette Aspirin. Doch auch Tiermedizin (Animal Health), verschreibungspflichtige Arzneimittel (Pharmaceuticals) und medizinisches Gerät wie Blutzuckermessgeräte (Medical Care) werden diesem Unternehmensbereich zugerechnet.

Bayer Bilanz
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Allein 11,1 Milliarden Euro verdient Bayer dabei mit verschreibungspflichtigen Mitteln, Umsatztreiber sind unter anderem das Krebsmittel Nexavar und Betaferon, das bei Multipler Sklerose eingesetzt wird. Die Entwicklung neuer Mittel lässt sich der Konzern einiges kosten. Im Jahr 2013 wurden rund zwei Milliarden Euro in die Forschung investiert.

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Bayer MaterialScience - Umsatz: 11,24 Milliarden Euro

Die Kunststoffsparte des Konzerns macht zwar einen hohen Umsatz, der Gewinn fiel im Jahr 2013 mit 429 Millionen Euro allerdings schmal aus. Darum will sich der Konzern nun langsam aus diesem Geschäft verabschieden. Unterteilt wird die Sparte in die Geschäftsbereiche Polyurethanes, Polycarbonates und Spezialkunststoffe.

Bayer AG
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Hauptsitz von Bayer MaterialScience ist Leverkusen. Allerdings ist die Mitarbeiterzahl der Sparte schon im Jahr 2013 leicht auf 14.300 Mitarbeiter geschrumpft.

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Bayer CropScience - Umsatz: 8,82 Milliarden Euro

Dafür wächst die Agrarsparte von Bayer derzeit rasant und kann allein 2013 einen Gewinn von 2,25 Milliarden Euro ausweisen. Unterteilt wird dieser Geschäftsbereich in Pflanzenschutz, Samen und Umweltwissenschaft.

Hauptversammlung Bayer - Proteste
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Immer wieder gerät der Konzern wegen seiner Forschungen allerdings auch in die Kritik. Tierschützer verlangen von Bayer, in der Forschung künftig auf Tierversuche zu verzichten.

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Bayer Technology Services

Neben den drei großen Sparten des Konzerns betreibt Bayer auch eine eigene Technikabteilung, um technologische Lösungen für Anlagen und Produkte zu erarbeiten. 2.350 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich.

Der Pharma- und Chemiekonzern ist schon seit einiger Zeit dabei, sich von Randbereichen in seinem Gesundheitsbereich HealthCare zu trennen. So hatten die Rheinländer im Mai mitgeteilt, das Geschäft mit Produkten zur Behandlung von Gefäßerkrankungen zu veräußern. Käufer war der US-Medizintechnikriese Boston Scientific, der die Sparte für umgerechnet 300 Millionen Euro übernahm.

Im Geschäft mit Blutzucker-Messgeräten spürt Bayer schon seit einiger Zeit einen härteren Wettbewerb und auch Preisdruck. Die Zahl der Diabetes-Kranken steigt zwar weltweit deutlich an – allerdings gibt es bei den Geräten zur Messung des Zuckerspiegels inzwischen viele Anbieter. Außerdem sind hohe Investitionen nötig, um in dem Geschäft technologisch vorne mitmischen zu können. Eine engere Verzahnung mit großen Healthcare-Elektronik-Anbietern könnte der Sparte nach Einschätzung von Experten ein Vordringen in neue Geschäftsfelder ermöglichen.

  • rtr
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