Bayer-Manager Olivier Brandicourt wird Sanofi-Chef

Seit Monaten wird Olivier Brandicourt als neuer Chef des Pharmakonzerns Sanofi gehandelt. Nun ist es offiziell. Der 59-Jährige wechselt zum französischen Rivalen. Sein Nachfolger bei Bayer-Healthcare steht bereits fest.
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Der Manager leitet seit 2013 die Gesundheitssparte bei Bayer. Quelle: dpa

Der Manager leitet seit 2013 die Gesundheitssparte bei Bayer.

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Berlin/New YorkNun ist es offiziell: Bayer-Manager Olivier Brandicourt wird neuer Chef des französischen Pharmakonzerns Sanofi. Der 59-Jährige übernehme seine neue Aufgabe ab dem 2. April, teilten beide Firmen am Donnerstagabend mit.

Brandicourt wurde bereits seit Monaten in der Branche als Kandidat für den Chefsessel bei Sanofi gehandelt. Sein neuer Arbeitgeber wird im Moment von dem Verwaltungsratsvorsitzenden Serge Weinberg übergangsweise geleitet. Der hatte Ende Oktober den von Investoren geschätzten Konzernchef Chris Viehbacher abrupt vor die Tür gesetzt und dies mit einer schwachen Amtsführung und mangelnder Kommunikation mit dem Verwaltungsrat begründet.

Viehbacher stand sechs Jahre lang an der Spitze von Sanofi. Zudem war er dessen erster Geschäftsführer, der nicht aus Frankreich stammt. Die Suche nach einem Nachfolger für ihn erwies sich als mühsam und langwierig.

Wer die Pharmawelt beherrscht
SIDNEY
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Aufsteiger 1: Valeant (Kanada)

Der kanadische Pharmariese wächst und wächst – hauptsächlich durch Zukäufe. Im Jahr 2013 kaufte Valeant den Kontaktlinsenhersteller Bausch & Lomb aus den USA für 8,7 Milliarden Dollar. Im Bereich Augengesundheit wollen die Kanadier ganz vorne mitmischen. Beim Umsatz hat es der Konzern zumindest schon einmal in die Top 30 der Welt geschafft. Die Pharma-Erlöse stiegen um 62,4 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

Quellen: Unternehmen, HB-Schätzungen

BIOGEN IDEC
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Aufsteiger 2: Biogen Idec (USA)

Erst Ende März 2013 wurde das Multiple-Sklerose-Mittel Tecfidera in den USA zugelassen. Doch die Tablette ist eine Goldgrube für das aufstrebende US-Biotech-Unternehmen Biogen Idec. Im Jahr 2013 steigerte es dank Tecfidera den Umsatz um gut ein Viertel auf 6,9 Milliarden Dollar.

huGO-BildID: 20842319 Actavis, Kapseln
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Aufsteiger 3: Actavis (Irland/USA)

Das Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Nachahmerpräparaten. Doch allzu großes Wachstum verspricht dieses Geschäftsfeld nicht unbedingt, da der Preisverfall oft das Mengenwachstum aufzehrt. Actavis wächst daher vor allem mit Übernahmen: In den vergangenen drei Jahren steckte der Konzern mehr als 14 Milliarden Dollar in Zukäufe. Der Konkurrent Forest Laboratories soll nun für 25 Milliarden Dollar ebenfalls geschluckt werden. Im Jahr 2013 legte der Umsatz um 46,7 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar zu.

Merck Darmstadt
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Deutsche Unternehmen: Merck

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern wächst im Jahr 2013 moderat. Der Umsatz legt um 2,6 Prozent auf umgerechnet 7,9 Milliarden Dollar zu (Schätzung). In der Rangliste der größten Pharmaunternehmen der Welt schafft es Merck damit auf Platz 23. Das könnte sich aber ändern, denn das Unternehmen plant einen Zukauf: Die Darmstädter bieten rund zwei Milliarden Dollar für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials – eine ehemalige Hoechst-Tochter, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert.

Boehringer Ingelheim GmbH
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Deutsche Unternehmen: Boehringer Ingelheim

Das Familienunternehmen ist der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern. Im Jahr 2013 hielt Boehringer Ingelheim die Umsätze stabil und landet mit umgerechnet 14,7 Milliarden Dollar (Schätzung) auf Platz 17 der Rangliste. Aktuell ist Boehringer in den USA mit einer Klagewelle konfrontiert. Mehr als 2000 Kläger werfen dem Unternehmen vor, für schwere und zum Teil tödliche Blutungen nach einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Pradaxa verantwortlich zu sein.

An employee monitors the high-throughput screening of substances at the Pharma Research Center of Bayer HealthCare in Wuppertal
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Deutsche Unternehmen: Bayer

Bayers Pharma-Umsätze wachsen, die Leverkusener legen zum sieben Prozent zu und rücken in der Rangliste mit umgerechnet 14,9 Milliarden Dollar Umsatz auf Platz 16 vor. Gerade Bayers neue Medikamente wie das Schlaganfallmittel Xarelto laufen prächtig. Die Umsatzziele für die fünf stärksten Medikamente wurden erhöht.

huGO-BildID: 5144903 Teva Pharmaceutical Industries Ltd, Produktion
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Platz 10: Teva (Israel)

Der weltgrößte Generika-Hersteller kommt aus Israel: Teva. Im Jahr 2013 stagnierte der Umsatz des Konzern allerdings bei gut 20 Milliarden Dollar. Große Hoffnungen ruhen auf dem neuen Chef Erez Vigodman. Teva ist auch in Deutschland aktiv – so gehört seit 2009 die Ulmer Ratiopharm zum Konzern.

Bei Bayer leitet Brandicourt seit 2013 die Gesundheitssparte. Damit verantwortet er Medikamente gegen Krankheiten wie Krebs und Bluthochdruck, rezeptfreie Mittel wie Aspirin, den Bereich Medizintechnik sowie die Tiermedizinsparte. Er kam von Pfizer zu Bayer und arbeitete vor seiner Management-Karriere jahrelang als ausgebildeter Arzt in der Malariaforschung, unter anderem in Paris.

Brandicourts Nachfolger bei Bayer-Healthcare wird Werner Baumann, wie das Leverkusener Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Baumann arbeitet seit 1988 bei Bayer und ist seit 2010 Mitglied des Vorstands. Seit Oktober 2014 ist er für Strategie und die Region Europa zuständig. Davor verantwortete er die Finanzen.

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