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Bayer, Stada, Thyssen-Krupp Wie der Hedgefonds Elliott deutsche Unternehmen aufmischt

Auch Bayer hat den Hedgefonds jetzt als unbequemen Eigentümer an Bord. Nicht bei allen deutschen Konzernen hatte Elliott mit seiner Strategie Erfolg.
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Der Gründer wirbelt mit seinem US-Hedgefonds Elliott schon seit einiger Zeit die deutsche Unternehmenslandschaft durcheinander. Quelle: dpa
Paul Singer

Der Gründer wirbelt mit seinem US-Hedgefonds Elliott schon seit einiger Zeit die deutsche Unternehmenslandschaft durcheinander.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit seinen teils harten Methoden wirbelt der US-Hedgefonds Elliott schon seit einiger Zeit die deutsche Unternehmenslandschaft durcheinander. Der Investor kauft sich vor großen Übernahmen bei Unternehmen ein, fordert Management- oder Strategiewechsel und setzt Vorstände und Aufsichtsräte mit Anträgen auf Sonderprüfungen bei Hauptversammlungen unter Druck.

Auch Bayer hat mit Elliott nun einen unbequemen Eigentümer an Bord. Der Investor legte am Mittwochabend seine Beteiligung erstmals offen und begrüßte zugleich die eingeleiteten Maßnahmen an der Prozessfront.

Erfolg hatte der Fonds mit seinem Vorgehen unter anderem beim Arzneimittelhersteller Stada: In einem monatelangen Poker forderte Elliott von den beiden Kaufinteressenten Bain und Cinven, die Stada von der Börse nehmen wollten, für seine Anteile einen deutlich höheren Aufschlag, als die beiden Beteiligungsgesellschaften zunächst zu geben bereit waren. Am Ende setzte sich Elliott durch – und konnte das Angebot um fast ein Viertel des ursprünglichen Betrags verbessern.

Beim Industriekonzern Thyssen-Krupp hingegen wirkte Elliott wie ein Brandbeschleuniger für den Konflikt zwischen Management und dem schwedischen Investor Cevian, der zuvor schon lange auf Veränderungen beim Ruhrkonzern gepocht hatte. Als der Hedgefonds von US-Milliardär Paul Singer mit einem Anteil unter drei Prozent einstieg, kündigte er noch einen „konstruktiven Dialog“ mit allen Beteiligten an.

Wenige Wochen darauf verließ CEO Heinrich Hiesinger seinen Posten – und kurz darauf auch Aufsichtsratschef Ulrich Lehner, der einem Teil der Investoren daraufhin „Psychoterror“ vorwarf.

Vorläufiger Erfolg bei Gea

Auch bei Stromproduzent Uniper setzt Elliott das Management gehörig unter Druck. Dabei dürfte sich der Hedgefonds etwas verschätzt haben. Elliott war im Herbst 2017 eingestiegen, nachdem sich der finnische Energiekonzern Fortum knapp die Hälfte der Anteile von Uniper gesichert hatte. Elliott spekuliert offenbar auf ein Abfindungsangebot – das verzögert sich aber zumindest.

Fortum konnte sich zwar inzwischen 49,99 Prozent der Anteile sichern, darf vorerst aber nicht über die 50-Prozent-Schwelle. Die Auflage wurde während des Genehmigungsprozesses in Russland verhängt. Elliott lässt aber nicht locker. Der Hedgefonds hat inzwischen Zugriff auf fast 18 Prozent und droht dem alten Management, das inzwischen zurückgetreten ist, mit einer Sonderprüfung.

Einen vorläufigen Erfolg kann Elliott auch beim Düsseldorfer Anlagenbauer Gea verbuchen: Nach wochenlanger Kritik am langjährigen Vorstandschef Jürg Oleas kam es vor einigen Monaten zu einem Wechsel. Auch der Finanzchef wurde ausgetauscht.

Erst vor wenigen Tagen hat der neue CEO Stefan Klebert eine organisatorische Neuordnung des Maschinenbauers angekündigt. Lag der Aktienkurs nach Oleas’ Abgang bei knapp 20 Euro, sind es nun fast 25.

Mehr: Der Aufsichtsrat des Konzerns erkennt seine Verantwortung im Rechtsstreit um Glyphosat. Klar ist auch: Bayer sitzt der Hedgefonds Elliott im Nacken.

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1 Kommentar zu "Bayer, Stada, Thyssen-Krupp: Wie der Hedgefonds Elliott deutsche Unternehmen aufmischt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man muß kein Freund von H. Singer sein, aber mit dem Elliot-Fonds frischen Wind in d.
    Vorstandsebene von BAYER zu bringen kann man nur begrüßen.
    Sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der Aufsichtsratsvorsitzende, einschließlich
    des sog. Hofstaates, betrachteten BAYER teilweise als Selbstbedienungsladen.
    Man hätte v i e l f r ü h e r eingreifen müssen.

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