Bayers Milliardendeal Monsanto-Aktionäre stimmen der Übernahme zu

Ein weiterer Schritt ist getan: Die Monsanto-Aktionäre haben der Übernahme des US-Konzerns durch Bayer zugestimmt. Doch die Unternehmen müssen sich in Geduld üben. Das letzte Urteil fällen noch immer die Kartellbehörden.
Update: 13.12.2016 - 15:49 Uhr Kommentieren
Die milliardenschwere Übernahme wird die Agrochemie-Branche gründlich durcheinanderbringen. Die Monsanto-Aktionäre haben für die Übernahme gestimmt. Quelle: AP
Bayer übernimmt Monsanto

Die milliardenschwere Übernahme wird die Agrochemie-Branche gründlich durcheinanderbringen. Die Monsanto-Aktionäre haben für die Übernahme gestimmt.

(Foto: AP)

St. Louis/LeverkusenDer Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer hat bei der Rekordübernahme des umstrittenen US-Saatgutspezialisten Monsanto eine wichtige Hürde genommen. Die Monsanto-Aktionäre stimmten dem insgesamt rund 66 Milliarden US-Dollar (62 Milliarden Euro) schweren Übernahmegebot der Deutschen am Dienstag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung wie erwartet zu. Das Votum fiel mit 99 Prozent deutlich aus. Monsanto-Chef Hugh Grant hatte zuvor erneut für den Mega-Deal geworben.

Für den Abschluss des Mega-Deals fehlen aber noch die Genehmigungen durch die Behörden rund um den Globus. Mit einem Abschluss der Transaktion wird weiter Ende 2017 gerechnet. Es wäre die größte Übernahme eines deutschen Konzerns im Ausland. Erst im September hatte Bayer die Übernahme des umstrittenen US-Konzerns verkündet und damit einen monatelangen Poker beendet.

Für Bayer-Chef Werner Baumann bleibt die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ist eine harte Nuss, die der Manager bis Ende 2017 knacken will. Baumann hat sich schon frühzeitig auf einen Marathon eingestellt, denn die Mühlen der Aufsichtsbehörden mahlen langsam.

Doch die Dinge liegen jetzt nicht mehr in seiner Hand. Wie, wann und unter welchen Bedingungen, wird sich noch zeigen. Auch ein Scheitern des Zusammenschlusses ist nicht ausgeschlossen. Ob der Ausgang der US-Wahlen und der künftige Präsident mit Hang zum Protektionismus der Sache dienlich ist, darf zumindest bezweifelt werden.

Und so ist der Schritt, den nun die Monsanto-Aktionäre gegangen sind, auch nur ein kleiner Mosaikstein im gesamten Baumann-Bauwerk mit dem Namen: Aufbau des weltweit führenden Agrochemie- und Life-Science-Konzerns.

Die erste Hürde hatte der Bayer-Chef im vergangenen September genommen, als das Monsanto-Management nach einem monatelangen Poker seinen Widerstand gegen die Übernahme-Avancen aus Leverkusen aufgab und der verbesserten Offerte zustimmte. Nun haben auch die Monsanto-Eigentümer am Dienstag den Deal absegnet.

Der bislang teuerste Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland wird – die Genehmigung der Kartellbehörden in USA, der EU und vorausgesetzt – den Bayer-Konzern nicht nur finanziell stark belasten. Mit Monsanto haben sich die Leverkusener auch ein Imageproblem aufgehalst: Das US-Unternehmen ist wegen seines genmanipulierten Saatgutes und des Pflanzengiftes Glyphosat in Europa unbeliebt – nicht nur unter Umweltschützern.

Tatsächlich ist der Ruf von Monsanto für Baumann ein heikles Thema und so geht er auf seine Kritiker zu: „Bayer will Monsanto nicht übernehmen, um genveränderte Pflanzen in Europa zu etablieren“, beteuerte der Manager im Oktober in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

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