Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Beihilfe zur Marktmanipulation Staatsanwalt nimmt Piëch und Porsche ins Visier

Die Ermittlungen um die Übernahmeschlacht mit Porsche sind beendet - nun könnte einigen mächtigen VW-Aufsehern eine Klage ins Haus stehen. Die Aufseher sollen Beihilfe zur Marktmanipulation geleistet haben.
2 Kommentare
Wolfgang Porsche bei einer Veranstaltung des Porsche-Konzerns: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Autobauers steht im Visier der Staatsanwaltschaft. Quelle: dapd

Wolfgang Porsche bei einer Veranstaltung des Porsche-Konzerns: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Autobauers steht im Visier der Staatsanwaltschaft.

(Foto: dapd)

Stuttgart Den mächtigen Autoclans Piëch und Porsche stehen unruhige Weihnachten ins Haus. Die Haupteigentümer von Volkswagen müssen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Stellung zur ihrer Rolle im Übernahmekampf zwischen VW und Porsche beziehen, der vor fünf Jahren tobte. Etliche Anleger erheben den Vorwurf der Beihilfe zur Marktmanipulation, auch der mächtige VW-Konzernpatriarch Ferdinand Piëch gehört zu den Beschuldigen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind nun abgeschlossen. Zahlreiche Zeugen wurden vernommen. Bis Frühling 2014 sollen die Beschuldigten nun Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen, danach entscheidet die Staatsanwaltschaft über eine Anklage.

Über Monate hinweg - so der Vorwurf - sollen die Beschuldigten im Jahr 2008 die Öffentlichkeit und den Aktienmarkt darüber zu getäuscht haben, dass der Zuffenhausener Sportwagenbauer Porsche seine Anteile an Volkswagen auf mehr als 75 Prozent aufstocken wollte. Im Visier der Staatsanwaltschaft stehen damit unter anderem Wolfgang Porsche als Chefaufseher der Porsche SE und sein Cousin Ferdinand Piëch, Aufseher der Porsche SE und Aufsichtsratschef von Volkswagen. Auf der Kapitalbank saßen in dem von den Staatsanwälten untersuchten Zeitraum zudem Ferdinand Oliver Porsche, Hans Peter Porsche, Hans Michel Piëch und der frühere Henkel-Chef Ulrich Lehner. Nur Hans Peter Porsche gehört dem Gremium aktuell nicht mehr an. Der prominenteste Beschuldigte auf Arbeitnehmerseite ist der heutige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück.

Im Fall einer Anklage und Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu drei Jahre und neun Monate Haft. Aber auch eine Geldstrafe liegt im Bereich des möglichen. Piëch gilt als der führende Kopf des Wolfsburger Automobilimperiums und seinen zwölf Marken.

Bereits 2012 hatte Piëch vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart bei einem Prozess den Kürzeren gezogen: Piëch habe seine Pflichten zur Kontrolle als Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft SE verletzt, entschieden damals die Richter. Für die Eigentümerfamilien könnte es rund um die Feiertage noch unangenehmer werden. Auch wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, kann es noch Hausdurchsuchungen geben.

Die Stuttgarter Staatsanwälte ermitteln bereits seit Dezember gegen die früheren Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter wegen des Verdachts, gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen zu haben. Wiedeking und Härter hatten stets darauf verwiesen, dass der Porsche-Aufsichtsrat alle Schritte zum Erwerb weiterer VW-Aktien genehmigt habe. Härter hatte sich über eine ausgeklügelte Optionsmechanik zu relativ niedrigen Kursen Zugriff auf VW-Aktien gesichert. Mitten in der Finanzkrise 2009 ging ihm jedoch das Geld aus – VW drehte in der Folge den Spieß um und übernahm Porsches Sportwagengeschäft. Die Familien Porsche und Piëch mussten das Emirat Katar mit zehn Prozent der Stämme an ihrem Investmentvehikel Porsche SE beteiligen und ihr lukratives Autohandelsgeschäft in Salzburg an VW veräußern. Dafür halten die Familien über die Porsche SE die Mehrheit an VW.

Startseite

Mehr zu: Beihilfe zur Marktmanipulation - Staatsanwalt nimmt Piëch und Porsche ins Visier

2 Kommentare zu "Beihilfe zur Marktmanipulation: Staatsanwalt nimmt Piëch und Porsche ins Visier"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meines Wissen hält der Porsche/Piech-Clan lediglich 30 % am Eigenkapital, aber über 50 % an den Stimmrechte. Die normalen VW-Aktien sind bekanntlich ohne Stimmrecht ausgestattet.

  • In diesem Zusammenhang werde ich nie das traurige Schicksal des Unternehmers Adolf Merckle (Rationpharm, etc.) vergessen. Er hat sehr, sehr viel bei dieser Geschichte verloren - sein Leben.

Serviceangebote