Benefiz-Kampf mit Uwe Hück Porsche-Betriebsratschef bezieht Prügel

Uwe Hück steigt für soziale Zwecke regelmäßig in den Boxring. Am vergangenen Freitag war es wieder soweit. Das Städtchen Gifhorn im VW-Stammland war Treffpunkt für die Box-Prominenz mit einem überraschendem Ausgang.
Kommentieren
Benefiz-Boxen für Eddy Gutknecht
Benefiz-Boxgala der IG Metall
1 von 5

Vor ausverkauftem Haus sahen am Freitagabend mehr als 1000 Zuschauer, darunter Prominente und Profisportler, den Showkampf zwischen Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und Firat Arslan, amtierender Box-Europameister im Cruisergewicht.

Quelle: IG Metall

Ehrenkampf
2 von 5

Der Ex-Profibox Eddy Gutknecht hatte im vorigen Jahr bei einem Kampf so starke Kopfverletzungen erlitten, dass er dauerhaft auf Pflege angewiesen ist. Sein Schicksal bewegt viele.

Quelle: IG Metall 

Starkes Zeichen
3 von 5

Hück, früher professioneller Thaiboxer, ging gegen Arslan über die vollen acht geplanten Runden. Er sagte: „Der Abend heute zeigt, was die IG Metall ausmacht: Dass wir immer auch für die Menschen da sind, denen es nicht so gut geht. Das zeigt Solidarität und Anstand.“

Quelle: IG Metall

Nach dem Schlagabtausch
4 von 5

Durch den Abend führten Tobias Drews (Box-Kommentator von Sat.1 und ran.de) und Georg Poetzsch (NDR-Moderator und Stadionsprecher beim VfL Wolfsburg). Beide Moderatoren verstanden es, immer wieder Eddy in den Mittelpunkt zu rücken.

Quelle: IG Metall

„Du bist nicht allein!“
5 von 5

Dank vieler starker Helfer: Die Benefiz-Boxgala der IG Metall zugunsten von Eduard Eddy Gutknecht hat eine hohe fünfstellige Spendensumme generiert. Die genaue Höhe der Spendensumme soll in den nächsten Tagen abschließend feststehen. Mittelgewichts-Boxweltmeister Gennadi Golowkin spendet 25.000 Euro.

Quelle: IG Metall

GifhornWahrscheinlich ist es der erste Boxring, über dem die weiß-rote Fahne der IG Metall hängt. Überall in der Sporthalle laufen die Ordner der Gewerkschaft in ihrem hellroten T-Shirt herum, gut zu erkennen an dem Aufdruck „Du bist nicht allein“. Prominenz ist auch dabei, der mächtige Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh streift durch die Sitzreihen. Karlheinz Blessing, Personalvorstand bei VW und Osterlohs wichtigster Verhandlungspartner im Konzern, ist auch in das Sportzentrum Süd gekommen. Im sportlichen Freizeitlook und einmal ohne Anzug und Krawatte.

Das kleine Heide-Städtchen Gifhorn, 20 Kilometer von Wolfsburg entfernt, erlebt an diesem Freitag einen ganz besonderen Abend. Die Volkswagen-Prominenz hat sich angemeldet, um einen der Ihren zu unterstützen. Uwe Hück, ansonsten als einflussreicher Porsche-Betriebsratschef und laufstarker Metaller bekannt, hat sich auf von Weg von Stuttgart nach Gifhorn aufgemacht, um in den Boxring zu steigen. Hück ist 55 Jahre alt, für aktive Boxer ein außergewöhnliches Alter. „Blaue Flecke für soziale Zwecke“, lautet das Motto, das den Porsche-Betriebsratschef nach Gifhorn gebracht hat. Er will helfen und nimmt dafür in Kauf, dass er im Boxring bei dieser Benefiz-Gala verprügelt werden könnte.

Die größten Fights
Platz 12: Wladimir Klitschko vs. Aleksander Povetkin
1 von 12

Keine zwei Jahre ist es her, als Wladimir Klitschko den Russen Aleksander Povetkin (in Russland!) einstimmig nach Punkten besiegt hatte. Klitschko hat sich seine Reise nach Russland teuer bezahlen lassen. Der russische Immobilien-Tycoon Andrej Ryabinsky hat den Ukrainer mit einer Kampfbörse von rund 17,4 Millionen Dollar gelockt. So viel Geld hatte Klitschko noch nie für einen Kampf erhalten. Mit dieser Kampfbörse belegt der Schwergewichtsweltmeister aller Klassen aber noch nicht einmal einen Platz in den Top10.

Platz 11: Lennox Lewis vs. Mike Tyson
2 von 12

Als Mike Tyson gegen den Briten und damaligen Boxweltmeister Lennox Lewis in den Ring stieg, waren seine besten Zeiten bereits lange vorbei. Tyson, der bis dahin als stärkster und am spektakulärsten kämpfender Schwergewichtsboxer galt, verlor seine Linie, nachdem sein Ziehvater und damaliger Trainer Cus D'Amato verstarb. D'Amato hat mit Tyson seinen „Peek-a-boo-Boxstil“ perfektioniert. Nach seinem Tod 1985 kam Tyson 1989 unter die Fittiche des Boxpromoters Don King, der aus Tyson ein Vermarktungsobjekt gemacht hat. Tyson konnte während der Zeit bei Don King nie wieder an seine alten Leistungen anknüpfen. Als er 2002 gegen Lewis im Ring antrat, war er absolut chancenlos. Dennoch wurde beiden für den Kampf jeweils 17,5 Millionen Dollar aufs Konto überwiesen.

Platz 10: Mike Tyson vs. Michael Spinks
3 von 12

Knapp 13 Jahre vor dem Kampf gegen Lennox Lewis galt Mike Tyson als unbestrittener Herrscher des Schwergewichtsboxens. In 34 Profikämpfen hat er 30 seiner Gegner vorzeitig auf die Bretter geschickt, viele in der ersten Runde. Michael Spinks war der letzte auf der Liste, der Tyson bedrohlich werden konnte. Doch als der Gong zur ersten Runde erklang, sollte Spinks nicht länger als 91 Sekunden auf seinen Beinen stehen bleiben. Mit einer beeindruckenden Dominanz schlug der damals 21-jährige Tyson den zehn Jahre älteren Spinks K.O. Der Kampf galt zu der Zeit als einer der teuersten überhaupt. Tyson erhielt 22 Millionen Dollar, Spinks 13 Millionen.

Platz 9: Manny Pacquiao vs. Juan Manuel Marquez
4 von 12

Manny Pacquiao stieg am 8. Dezember 2012 zum fünften Mal gegen Juan Manuel Marquez in den Ring. Vier Mal hatte der Philippino zuvor gegen den Mexikaner gewonnen. Doch im fünften Duell reichte ein kleiner Fehler Pacquiaos in der sechsten Runde, um den Kampf durch Knockout zu verlieren. Zuvor hatte er den Kampf klar dominiert. Trotz der Niederlage hat sich der Kampf für Pacquiao ausgezahlt. Er erhielt rund 26 Millionen Dollar. Sein Rivale wurde mit sechs Millionen Dollar bezahlt.

Platz 8: Mike Tyson vs. Frank Bruno
5 von 12

Frank Bruno konnte Mike Tyson am 16. März 1996 noch durch technischen K.O. besiegen. Doch nach seinem Gefängnisaufenthalt wegen Vergewaltigung und der Trennung von seinem alten Umfeld beziehungsweise der Betreuung durch den Box-Promoter Don King zeigte Tyson nicht mehr die gewohnte Dominanz. Bereits der Kampf gegen Bruno, für den er 30 Millionen Dollar erhielt, verdeutlichte, dass „Iron-Mike“ nicht mehr an seine alten Leistungen anknüpfen konnte.

Platz 7: Floyd Mayweather vs. Miguel Cotto
6 von 12

Nach seinem Sieg gegen Oscar de la Hoya nahm Floyd Mayweather den Posten des bestverdienenden Boxers ein. Für den Kampf gegen Miguel Cotto am 5. Mai 2012, den Mayweather einstimmig nach Punkten für sich entschied, erhielt er eine Kampfbörse von 32 Millionen Dollar. Nimmt man die Werbe- und Pay-Per-View-Einnahmen hinzu, betrugen Mayweathers Einnahmen satte 45 Millionen Dollar.

Platz 6: Floyd Mayweather vs. Robert Guerrero
7 von 12

Für den Kampf gegen Robert Guerrero bekam Floyd Mayweather zwar wieder 32 Millionen Dollar (Guerrero erhielt drei Millionen Dollar), allerdings erntete er vom Publikum zahlreiche Buhrufe. Während Guerrero die ersten drei Runden spektakulär für sich entschied, holte sich Mayweather mit einer zähen und defensiven Taktik die restlichen Runden. Vielen Zuschauern war er Auftritt des Weltmeisters schlicht zu langweilig.

Es ist kurz nach 22 Uhr, hinter den gut 1000 Zuschauern liegen bereits sechs Vorkämpfe. Da beginnt der Einmarsch der Gladiatoren. Den Anfang macht Firat Arslan, ein Deutsch-Türke aus dem Schwäbischen und amtierender Box-Europameister, ein echter Profi also und der Gegner von Uwe Hück. Dann folgt der Porsche-Betriebsratschef. Im Hintergrund läuft Musik von Udo Lindenberg, Hück betritt den Boxring. Natürlich hat er die Sympathien des Publikums auf seiner Seite. „Uwe, Uwe“, hallt es durch die Gifhorner Sporthalle.

„Fighting for hope“, Kämpfen für Hoffnung, steht auf dem Boxdress des Betriebsratschefs. Nicht zum ersten Mal wagt er sich für einen guten Zweck in den Ring. Für Uwe Hück hat das gewissermaßen schon Tradition. Mehrmals im Jahr zieht er die Boxhandschuhe an, um Geld für eine gute Sache zu sammeln. Meist in seiner schwäbischen Heimat, im Frühjahr sogar in Kapstadt in Südafrika. Hück kennt keine Angst vor Prügel: In jungen Jahren und vor seiner Zeit bei Porsche war er Europameister im Thaiboxen. In dieser Kampfsport-Variante dürfen auch Beine und Füße eingesetzt werden, der oberste Porsche-Betriebsrat kann sich aber auch gut allein mit den Fäusten zur Wehr setzen. „Normales Boxen eignet sich besser für Charity-Events, mit dem Thaiboxen geht das nicht ganz so gut“, erzählt Hück.

An diesem Abend in Gifhorn dreht sich alles um das Schicksal von Eddy Gutknecht, einem einstmals hoffnungsvollen Nachwuchsboxer, der vor dem Beginn seiner Profi-Karriere bei Volkswagen in Wolfsburg gearbeitet hatte. Gutknecht hatte Ende vergangenen Jahres bei einem Boxkampf in London schwere Kopfverletzungen erlitten und ist nun dauerhaft auf Pflege angewiesen. Seine Familie braucht Geld. Deshalb hatte die Wolfsburger IG Metall die Idee, den Porsche-Betriebsratschef für einen Benefiz-Kampf ins Niedersächsische zu holen. Schließlich ist Porsche auch eine Tochter des Volkswagen-Konzerns.

Hück müht sich redlich gegen seinen übermächtigen und zehn Jahre jüngeren Gegner. „Uwe, rechts und dann links“, ruft ihm jemand aus dem Publikum zu. Doch auch jeder Box-Laie erkennt schnell, dass Firat Arslan mit angezogener Handbremse gegen den Porsche-Betriebsrat angetreten ist. Schließlich ist es eine Benefiz-Veranstaltung, bei der niemand ernsten Schaden nehmen soll, auch Uwe Hück nicht. „Heute gibt es keinen Verlierer“, hatte der Ringsprecher schon vor dem Kampf angekündigt. Und nach der ersten Runde sagt er: „Niemand hat das Gefühl, dass hier irgendetwas abgesprochen sein könnte.“ Jeder im Publikum schmunzelt.

Auftritt soll friedlicher Kampf sein
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Benefiz-Kampf mit Uwe Hück - Porsche-Betriebsratschef bezieht Prügel

0 Kommentare zu "Benefiz-Kampf mit Uwe Hück : Porsche-Betriebsratschef bezieht Prügel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%