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Bericht Volkswagen soll Verkauf von Luxusmarke Lamborghini planen – VW dementiert

Die Sportwagen der Marke Lamborghini sollen nach einem Bericht juristisch eigenständig werden. VW-Chef Diess hatte im Mai bereits Veränderungen angekündigt.
Update: 13.10.2019 - 14:53 Uhr Kommentieren
Volkswagen denkt offenbar an einen Verkauf seiner Luxusmarke. Quelle: dpa
Lamborghini Huracan Avio

Volkswagen denkt offenbar an einen Verkauf seiner Luxusmarke.

(Foto: dpa)

Wolfsburg Volkswagen erwägt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg den Verkauf seiner Luxusmarke Lamborghini. Alternativ bereite sich der Wolfsburger Autobauer darauf vor, Lamborghini in eine juristisch selbstständige Einheit zu überführen. Die italienische Sportwagentochter solle dann an die Börse gebracht werden, berichtete die Agentur unter Berufung auf damit vertraute Personen.

Volkswagen wies den Bericht am Sonntag zurück. „Die Spekulationen entbehren jeder Grundlage“, sagte ein Sprecher.

Die Sportwagenmarke, die noch zu Audi gehört, gilt bei VW als verzichtbarer Randbereich, der allerdings ordentlich verdient. Analysten von Bloomberg Intelligence schätzten den Wert von Lamborghini im August auf rund elf Milliarden US-Dollar.

Dazu beigetragen haben unter anderem die guten Verkaufszahlen des neuen SUV „Urus“, die seit dessen Einführung Mitte 2018 gestiegen sind. Ein überarbeiteter Aventador und ein neuer Hybrid-Supersportwagen, die nächstes Jahr auf den Markt kommen sollen, könnten dazu beitragen, die Margen auf über 30 Prozent anzuheben, schrieben Michael Dean und Gillian Davis von BI in einem Bericht.

Ganz neu sind die Pläne nicht: VW-Chef Herbert Diess hatte bereits auf der Hauptversammlung im Mai angekündigt, die Struktur des Mehr-Marken-Imperiums zu vereinfachen. Ziel ist es, sich auf die weltweit wichtigsten Marken VW, Porsche und Audi zu konzentrieren. Dadurch sollen die Ressourcen effizienter genutzt und Doppelarbeit vermieden werden.

„In allen Marken laufen Effizienzprogramme, um die Ergebnisse zu sichern und die signifikanten Zukunftsinvestitionen weiterhin aus eigener Kraft zu stemmen“, sagte Diess im Juni. „Dazu gehört ein stärkerer Fokus auf das automobile Kerngeschäft. Wir überprüfen, ob wir noch der beste Eigentümer für die unterschiedlichen Geschäfte sind.“

Mit dem realisierten Teilbörsengang der Traton-Lkw ist ein erster Schritt gemacht. Der Börsengang gelang zwar im zweiten Anlauf, aber kleiner als geplant und auch beim Preis niedriger als erhofft. Von den ursprünglich angepeilten rund sechs Milliarden Euro Emissionserlös blieb am Ende gut ein Viertel übrig.

Lamborghini könnte jetzt ein weiterer Kandidat für einen Verkauf oder Börsengang sein. Zudem läuft bei für MAN Energy Solutions und Renk (Maschinenbau und Schwermotoren) die Käufersuche bereits. Bentley könnte ebenfalls ein Kandidat werden – allerdings erst nach einer erfolgreichen Sanierung. Porsche gilt dagegen als unverkäufliches Tafelsilber der Familie Porsche.

Bis zum Jahr 2025 will der VW-Konzern eine Kapitalrendite von mehr als 15 Prozent erreichen. Aktuell liegt der Wolfsburger Autohersteller mit dieser Zielsetzung noch deutlich im Hintertreffen. Für das Geschäftsjahr 2018 verbuchte der Konzern eine Kapitalrendite von elf Prozent.

Mehr: Deutschlands Autofahrer lieben den Geländewagen für die Stadt. Er macht mittlerweile ein Drittel der Verkäufe aus. Die Folgen sind unübersehbar.

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