Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bestell-Rückschläge Airbus und Boeing müssen zurückstecken

Airbus verschiebt eine Auslieferung an den Großkunden Emirates, Boeing muss eine Abbestellung verdauen: Bei den großen Flugzeugbauern läuft es zum Jahresende nicht rund. Was auch an der Schwäche der Golf-Airline liegt.
Update: 28.12.2016 - 12:06 Uhr 1 Kommentar
Die harte Landung des Riesenfliegers
2019
1 von 14

Airbus gibt sein Großraumflugzeug A380 im Jahr 2021 auf. Wegen mangelnder Aufträge würden die Auslieferungen dann eingestellt, kündigte der Flugzeughersteller an. Im Folgenden ein Überblick über die kurze Geschichte des Superjumbo.

(Foto: dpa)
1994
2 von 14

Unter dem Codenamen A3XX beginnt das Airbus-Konsortium mit dem Entwurf für den neuen Super-Airbus.

(Foto: AFP)
2000
3 von 14

Airbus gibt offiziell den Startschuss für das doppelstöckige Flugzeug, das mit 555 Sitzen die Boeing 747 als weltgrößtes Passagierflugzeug ablösen soll. Aus A3XX wird A380. Der erste Flug ist für 2004, die Auslieferungen an die Kunden ab 2005 geplant.

(Foto: Reuters)
2004
4 von 14

Doch der damalige Airbus-Mutterkonzern EADS kündigt an, dass das A380-Projekt 1,45 Milliarden Euro über Budget liegt. Die Entwicklungskosten belaufen sich damit auf rund zwölf Milliarden Euro.

(Foto: AFP)
2005
5 von 14

Der A380 meistert am 27. April seinen Jungfernflug. Im Juni kündigt Airbus an, dass sich die ersten Auslieferungen um bis zu sechs Monate verzögern. Grund sind Probleme beim Einbau der 500 Kilometer umfassenden Verkabelung. Deutsche und Franzosen hatten beim Bau des Flugzeugs mit unterschiedlichen Softwareprogrammen gearbeitet. Als die ersten Maschinen verkabelt werden sollten, fiel auf, dass die Leitungen nicht passten.

(Foto: Reuters)
2006
6 von 14

Airbus kündigt eine zweite Verzögerung um weitere sechs Monate an. EADS-Co-Chef Noël Forgeard und sein Nachfolger als Airbus-Chef, Gustav Humbert, treten wegen der erneuten Verzögerung zurück. Neuer Airbus-Chef wird Christian Streiff. Im Oktober wird die Auslieferung des A380 dann um ein weiteres Jahr verschoben. Damit liegt das Projekt nun zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Nach nur 100 Tagen im Amt wirft Airbus-Chef Christian Streiff das Handtuch. Sein Nachfolger wird EADS-Co-Chef Louis Gallois.

(Foto: Reuters)
2006
7 von 14

Als erster Kunde storniert Fedex im November seine Bestellung von zehn A380-Frachtmaschinen für 2,5 Milliarden Dollar und ordert beim US-Erzrivalen Boeing. Ende des Jahres lassen die europäische Behörde für Flugsicherheit (EASA) und die US-Luftfahrtbehörde FAA den A380 nach monatelangen Tests zum Flugbetrieb zu.

(Foto: Reuters)

ToulouseDie Flugzeugbauer Airbus und Boeing haben beim Verkauf ihrer Flugzeuge Rückschläge erlitten. Der europäische Konzern teilte am Dienstag mit, er habe sich mit der Fluggesellschaft Emirates Airline auf eine spätere Auslieferung von Maschinen des Typs A380 geeinigt. Sechs Stück würden nun 2018 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant dem Kunden übergeben. Sechs weitere Flugzeuge werden statt 2018 im Jahr 2019 ausgeliefert. An seinem Ziel, 2018 etwa zwölf Maschinen des Typs A380 an Kunden zu übergeben, hält der Konzern fest. Weitere Kosteneinsparungen sollen dafür sorgen, dass das Erreichen der Gewinnschwelle 2017 nicht in Gefahr gerät.

Die Vereinbarung zwischen Airbus und seinem Großkunden Emirates kommt nicht überraschend. Die Golf-Airline hat den Wettbewerb in letzten Jahren angeheizt und leidet nun selbst darunter. So ist das Nettoergebnis von Emirates im ersten Halbjahr um 75 Prozent auf 214 Millionen US-Dollar eingebrochen. Der Umsatz gab trotz der um neun Prozent gestiegenen Passagierzahl leicht auf 11,4 Milliarden US-Dollar nach. Auch an Emirates geht der Preiskampf in der Branche nicht spurlos vorüber.

Wie der gesamten Branche macht auch der Fluggesellschaft aus Dubai mehrere Entwicklungen zu schaffen. Erstens herrschen im Luftverkehrsgeschäft zurzeit massive Überkapazitäten. Im Kampf um Marktanteile werfen die Airlines weltweit Angebot auf den Markt. Die Folge: Die Auslastung der Flugzeuge sinkt und damit auch die Profitabilität. Zweitens treffen diese Überkapazitäten auf eine sinkende Nachfrage, weil immer mehr Länder unter den geopolitischen Krisen leiden und beispielsweise Touristen ausbleiben. Drittens greifen zum Beispiel mit Norwegian in Europa oder Jet Blue in Nordamerika Billigfluggesellschaften im Langstreckenverkehr an, der bislang ausschließlich den Premiumanbietern vorbehalten war. Getrieben wird diese Entwicklung durch den zuletzt sehr günstigen Ölpreis, der Kampfpreise auch auf Langstreckenverbindungen möglich macht.

Nach schwierigem Jahr – Daumen hoch für Airbus

Das Umdenken in der Branche trifft nun die Flugzeugbauer. Mit der Ankündigung der verzögerten Auslieferung geht ein Jahr der schlechten Nachrichten für Airbus und sein Aushängeschild A380 zu Ende – 2016 konnte kein einziger Auftrag für den Riesenflieger abgeschlossen werden. Zwar hat Airbus noch insgesamt 120 Maschinen in den Büchern, doch seit fast drei Jahren wartet man in Toulouse auf einen neuen Großauftrag. Mittlerweile hat Airbus-Chef Tom Enders die Konsequenz gezogen: Ab 2018 werden nur noch zwölf A380 pro Jahr gebaut, halb so viele wie derzeit.

Zudem verstärkt der Konzern seine Bemühungen, ein eigenes Konkurrenzmodell schnell zur Serienreife zu bringen. Der als „Jumbo-Killer” bezeichnete A350-1000 hat in diesem Jahr seinen Erstflug absolviert. Bereits davor hatte Airbus fast 200 Bestellungen für die neuen Maschinen in seinen Büchern. Langstreckenflugzeuge wie der neue A350-1000 mit zwei Triebwerken und vielen Sitzplätzen ersetzen immer öfter klassische Jumbojets mit vier Motoren. Sie sind für die Fluggesellschaften kostengünstiger und flexibler einsetzbar.

Emirates ist der bei weitem größte Käufer der A380-Maschinen, mit mehr als 140 Flugzeugen des Typs. Boeing, der Airbus-Konkurrent aus den USA, musste sogar eine Abbestellung verkraften. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines will 18 Maschinen des Typs 787-8 nicht mehr, die der 2008 übernommene Konkurrent Northwest Airlines bestellt hatte.

Die Rivalen auf der Langstrecke
Airbus A350-1000
1 von 13

Die europäische Antwort auf den „Dreamliner“ und die 777-Familie von Boeing ist der Airbus A350-1000. Das neue Modell kann rund 400 Passagiere mit zwei Triebwerken fast 14.000 Kilometer transportieren. Die Auftragsbücher des deutsch-französischen Konsortiums sind voll.

(Foto: PR)
Airbus A350-1000
2 von 13

Der Airbus A350-1000 bei letzten Tests am Boden in Toulouse: Stimmen Wetter und Wind, soll die Maschine am Donnerstag um 10.30 Uhr zum ersten Mal starten. Aus Sicherheitsgründen geht der Erstflug nach Norden – weg von der Innenstadt.

(Foto: PR)
Airbus A350-1000
3 von 13

Mit einem Großauftrag über 31 Maschinen vom Typ A350-1000 von Japan Airlines gelang Airbus 2014 der Durchbruch. Sonst hatten japanische Fluggesellschaften traditionell bei Boeing bestellt.

(Foto: PR)
Boeing 787
4 von 13

Ein Rumpf aus Kohlefaser und zwei Spartriebwerke. Mit dem seit 2011 ausgelieferten „Dreamliner“ hat Boeing Maßstäbe gesetzt. Mit rund 300 Sitzplätzen bleibt die Boeing 787 zwar weit hinter den Kapazitäten der Jumbojets, fliegt dafür aber im Vergleich deutlich günstiger.

(Foto: Reuters)
Boeing 787
5 von 13

Jahrelange Verzögerungen und technische Probleme können den Erfolg der Maschine nicht stoppen. Knapp 500 Flieger sind ausgeliefert, Bestellungen für weitere 1.200 Maschinen liegen vor.

(Foto: PR)
Boeing 747
6 von 13

Mit dem „Jumbojet“ Boeing 747 begann 1969 die Ära der erschwinglichen Fernreisen. Boeing hat den Klassiker seitdem mehr als 1.500 Mal verkauft. Die größten Betreiber sind British Airways und Lufthansa, die mit der 747/8 die jüngste Version fliegt. Dennoch gehen die Bestellungen zurück, die 747 ist ein Auslaufmodell.

(Foto: dpa)
Boeing 747-400
7 von 13

Ältere Jumbomodelle vom Typ 747-400 werden zunehmend ausgemustert. Die Oldtimer der Lüfte lassen sich an den nach oben geknickten Flügelenden erkennen.

(Foto: dpa)
Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • jkn
  • ssr
  • dpa
Startseite

1 Kommentar zu "Bestell-Rückschläge: Airbus und Boeing müssen zurückstecken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette