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Betrugsvorwürfe US-Börsenaufsicht klagt auf Abberufung von Tesla-Chef Elon Musk

Die SEC wirft Elon Musk vor, die Anleger bei den Privatisierungsplänen für Tesla belogen zu haben. Obwohl es bereits eine Einigung gab, kommt es jetzt zur Klage.
Update: 28.09.2018 - 03:07 Uhr Kommentieren
Tesla: US-Börsenaufsicht klagt auf Abberufung von Elon Musk Quelle: Reuters
Elon Musk

Der Tesla-Chef hält die Klage der SEC für „ungerechtfertigt“.

(Foto: Reuters)

New York, Düsseldorf Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Donnerstag Klage gegen Tesla-Chef Elon Musk eingereicht. Der Vorwurf: Musk soll die Anleger belogen haben, als er behauptete, die Finanzierung einer Privatisierung des Elektroautobauers wäre gesichert.
In der Klageschrift heißt es, „Musks falsche und irreführende öffentliche Aussagen und Auslassungen“ hätten den Investoren Schaden zugefügt.

„Ein Chairman und CEO eines börsennotierten Unternehmens hat eine große Verantwortung gegenüber den Aktionären“, sagte Stephanie Avakian von der SEC auf einer Pressekonferenz. „Diese Verantwortung beinhaltet auch, gewissenhaft und vorsichtig mit der Wahrheit umzugehen, und die Korrektheit von Aussagen, die an Investoren gerichtet sind.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob diese Aussagen traditionell per Pressemitteilung oder Analystengespräch gemacht werden oder durch weniger formelle Kanäle wie Twitter oder andere soziale Medien, sagte Avakian.

Die Aufseher fordern in der Klage harte Konsequenzen: Sie wollen Musk unter anderem richterlich verbieten lassen, weiter börsennotierte Unternehmen zu führen. Für den Multiunternehmer wäre das ein schwerer Schlag. Umso erstaunlicher ist, dass seine Anwälte eine bereits bestehende Einigung mit der SEC offenbar in letzter Minute abgelehnt haben, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider berichtete.

Musk nannte die Anschuldigungen, die beim zuständigen Bundesgericht in New York eingereicht wurden, ungerechtfertigt. „Diese ungerechtfertigte Klage der SEC betrübt und enttäuscht mich zutiefst“, sagte Musk in einer Erklärung gegenüber CNBC. „Ich habe immer im besten Interesse von Wahrheit, Transparenz und Investoren gehandelt.“

Integrität sei der wichtigste Wert in seinem Leben, sagte Musk, „und die Fakten zeigen, dass ich das in keiner Weise kompromittiert habe“. Die Tesla-Aktie fiel nachbörslich um rund elf Prozent.

Musk hatte im August völlig überraschend bei Twitter angekündigt, Tesla von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei gesichert. Nach nur gut zwei Wochen wurde der waghalsige Plan dann wieder abgeblasen. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren und Ermittlungen der SEC. Laut US-Medienberichten prüft auch das Justizministerium den Fall.

Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider im August berichtete, hatten die Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake bereits Investoren zusammengetrommelt, um den Börsenabschied zu finanzieren. Auch Tesla hatte erklärt, mit diesen Partnern gesprochen zu haben.

Etwa 30 Milliarden Dollar hätte Musk gebraucht, um sein Unternehmen wieder zu privatisieren. Und auch, wenn der Unternehmer angab, die Finanzierung sei gesichert, mangelte es an geeigneten Partnern. Hier wäre das von den Finanzgrößen zusammengeführte Konsortium aktiv geworden.

Der umtriebige Tech-Milliardär, der neben Tesla auch die Raketenfirma SpaceX, die Tunnelbohrgesellschaft Boring Company und etliche andere Projekte betreibt, stieß er die Finanzwelt in den vergangenen Monaten häufig mit seinen Eskapaden vor den Kopf. So gab er erst in einem emotionalen Zeitungsinterview gesundheitliche Probleme und Schlafmittelkonsum zu, dann rauchte er vor laufender Kamera einen Joint.

Darüber hinaus brockte sich der Tesla-Chef eine Verleumdungsklage durch eine merkwürdige Fehde mit einem britischen Taucher ein. Dieser hatte im Juli bei der dramatischen Rettung des thailändischen Fußball-Teams, das tagelang in einer überschwemmten Höhle eingeschlossen war, mitgeholfen.

Zu allem Überfluss häufen sich auch bei Tesla die Probleme. So laufen Musk seit Monaten die Manager davon. Zudem kämpft das Unternehmen mit Produktionsproblemen beim Hoffnungsträger Model 3 – dem ersten Tesla für den Massenmarkt.

Mit Agenturmaterial.

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