Bilanz 2011 Daimler fällt zurück

Die deutschen Autobauer haben ein glänzendes Jahr hinter sich, insbesondere BMW, Audi - Daimler legt am Donnerstag Zahlen vor. Doch im Vergleich zu den Rivalen hat der Mercedes-Stern an Strahlkraft verloren.
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Dieter Zetsche mit einem Concept Car: Daimlers Premiummarke ist gegenüber Audi und BMW in Rückstand geraten. Quelle: Reuters

Dieter Zetsche mit einem Concept Car: Daimlers Premiummarke ist gegenüber Audi und BMW in Rückstand geraten.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDaimler präsentiert am Donnerstag als erster deutscher Autobauer seine Bilanz für 2011. Vor den Premiumklasse-Konkurrenten Audi und BMW liegen die Stuttgarter davon abgesehen allerdings in kaum einer Hinsicht. Das fängt mit den Absatzzahlen an: Daimler hat mit 1,26 Millionen Pkw zwar so viele Autos verkauft wie nie zuvor in einem Jahr. Dennoch sind die Schwaben ohne Berücksichtigung ihrer Kleinstwagenmarke Smart erstmals von Audi überholt worden. Die Volkswagen-Tochter hat 1,30 Millionen Wagen abgesetzt. BMW hat die führende Position mit 1,38 Millionen Autos (ohne Mini und Rolls-Royce) souverän verteidigt.

Nun ist Masse bekanntlich nicht gleich Klasse. Aber Fakt ist: BMW und Audi haben auch effizienter gewirtschaftet als die Stuttgarter. Das lässt sich am Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern zum Umsatz messen. Diese sogenannte Ebit-Marge lag bei Daimler nach dem ersten Halbjahr 2011 bei 10,0 Prozent, während Audi 11,8 Prozent erzielte und die BMW Group sogar 14,0 Prozent. An der Reihenfolge dürfte sich im Gesamtjahr nichts geändert haben.

Als sei das nicht der Schmach genug, überholte BMW sogar beim Börsenwert vorübergehend Daimler – erstmals.

Beim Nettogewinn hingegen wird Daimler sich mit schätzungsweise 5,6 Milliarden Euro aller Voraussicht nach gegenüber dem Münchener Rivalen mit erwarteten 5,1 Milliarden Euro behaupten können. Der Volkswagen-Konzern verdient mit prognostizierten 11,7 Milliarden Euro mehr als beide zusammen und ist damit in unerreichbar scheinender Ferne. Obwohl Daimler in dieser Betrachtung nicht das Schlusslicht bildet, bleibt doch ein Wermutstropfen: Während BMW und Volkswagen Rekordgewinne erzielt haben, ist Daimler davon wohl rund ein Drittel entfernt.

Der Auto-Analyst Arndt Ellinghorst von der Schweizer Großbank Credit Suisse hat es Anfang November auf den Punkt gebracht, indem er eine Studie überschrieb mit: „Was ist die Gemeinsamkeit zwischen Bayern München und BMW?“ Seine Antwort fiel schmerzhaft für Daimler aus: „Beide beherrschen ihre Liga.“

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19 Kommentare zu "Bilanz 2011: Daimler fällt zurück"

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  • "Das Beste oder nichts" und "Vorsprung durch Technik" ... oder ... sind erstenmal gekonnte Marketinginnovationen, die in Werbeclips, Printmedien und Verkaufsräume großflächig präsentiert werden. In Design und Marketing sind deutsche Autos TOP. Auch die Gewinne je Auto der Topmarken sind hoch. Bei diesen Traumgewinnen darf nicht versäumt werden, auch in die entscheidenden Technologiesprünge zu investieren. Nehmen Kunden irgendwann Technologie nur durch "Schildchen" und "Banner" wahr, kippt auch der technologische Führungsanspruch.

    Design und Marketing ist schließlich schneller kopierbar als Patente und Technologie, die anfaßbar ist. Auch sind natürlich Massenproduktion wichtig, denn ohne die Masse kommen keine kleineren Einkaufspreise.

    Hier entfallene Versäumnisse können nur mit riesigen Werbetafeln wie "Vorsprung durch Technik, oder ..." kompensiert werden ... es gelingt für eine gewisse Zeit. Auch das zur Schau gestellt Conceptfahrzeugbromborium und Unikatewerbeauftritt, ersetzen keine innovative Massentechnologie mit höchstem Innovationsanspruch in JETZT kaufbare Fahrzeuge. Technologie, die sich nicht im Mainstream entfaltet, sondern schon jetzt der Konkurrenz sehr spürbar voraus ist und auch meßbar (ohne Schildchengedöns) ... ist.

  • Zu dem Resumee brauchts keine Analysten oder Autoexperten, da reicht der gesunde Menschenverstand und z.B. ein Gang durch einen Mercedes-Verkaufsraum. Mercedes steht für altbackenes Design (hintere Radläufe der aktuellen E-Klasse!) und Uraltfahrern bzw. Gewohnheitstätern aus dem Seniorenheim. Neues Publikum - Fehlanzeige. Neue richtungsweisende Technologien - Fehlanzeige. Verbrauchsarme Motoren - Fehlanzeige. Freude am Fahren - aus Borniertheit nie daran gedacht.
    Wenn die so weitermachen gehts auch weiterhin bergab.

  • Insbesondere Audi fängt die gesamte junge Generation bereits ab. Und diese Generation wird mit Audi auch alt werden. Auch viele ältere Menschen wollen zu dieser Generation gehören und holen sich ebenfalls einen Audi, der durch das Design jeden Menschen ohne chirurgische Eingriffe schöner macht!

    Mein Motto: Einmal eine Kuh - immer eine Kuh! Probiert es aus ; -)

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    Irgend wie sehen die Mercedes-Pkw in der Front einem Lkw
    ähnlich .

    Vom Design sind die Autos eine Katastrophe .Sollen die
    Herrschaften doch besser Lkw bauen .

    Mit Audi , BMW , VW können die Gurken nicht mithalten .

    Und dann noch superteuer ,wahrscheinlich wegen der braunen
    Pest (Rost).

    In früheren Jahren waren die Verkäufer so arrogant ,daß der Kunde wie ein Bittsteller behandelt wurde .

    Die Menschen brauchen keinen Mercedes , aber Mercedes
    braucht Kunden .

    So ist das eben ,der Kunde ist König u. nicht die arroganten Mercedes- Herrschaften .

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  • Schremp war der Rohrkrepierer. Berhard kann auch nicht zaubern, die 100 Milliarden sind weg und das Loch wird dem rostenden Stern das Genick brechen.

    Auch Porsche ist an seiner großkotzigen Art vor die Hunde gegangen. Und was solls, notfalls kauf VW auch noch den Rest der süddt. Schrottfirmen auf und macht daraus eine Edelschmiede, wie bei AUDI.

  • --@ Lutz

    Daimler hat mit seiner überheblichen Art und Weise fast 100 Mrd € in den Sand gesetzt (u.a. mit Chysler).

    Dieses Geld fehlt und Daimler versucht das Geld durch FIAT-Qualität, Lada-Design und Bentley Preise wieder herein zu bekommen.

  • "Von der Allianz mit Renault-Nissan... werden die Schwaben aber erst in einigen Jahren spürbar profitieren..."

    Wie soll eine angebliche Premiummarke von einer Allianz mit Allerwelts-Automarken profitieren? Diese Allianz ist genau wie der grandios gescheiterte Chrysler-Coup ein kapitaler Fehler gewesen. Zetsche wird immer für seine Leistungen gelobt. Unterm Strich bleibt nicht viel von seinen angeblichen Erfolgen übrig. "Dasch Beschte oder niechts" ein lächerlicher Werbespruch.

  • Mir geht die miese Qualität in den Werkstätten auf den Senkel!
    Was nützt ein gutes Auto, wenn die Werkstätten schlampig arbeiten?
    Das Pixelproblem im Tacho ist auch nicht Lustig,
    usw. usw.
    Statt überzogene Gehälter und Größenwahn, es vielleicht mal mit Qualität und Qualitätskontrolle probieren!

  • Mercedes erscheint nur noch in den Schlagzeilen, wenn es um das Jahresgehalt des weißen Schnauzbartträgers geht. Leider gibt es nichts positives über Mercedes zu berichten. Qualitätsmängel werden von enttäuschten Kunden im Internet breit gestreut. Früher hatten es da die Autofirmen einfacher. Andere Marken haben daraus gelernt. Mercedes interessiert sich nicht für Kritik an Qualitätsmängel. Wahrscheinlich denkt Mercedes, dass deren Kunden so alt sind, dass sie mit dem Internet nicht zurecht kommen. Das nächste Problem ist der Kaufkraftverlust in breiten Teilen der Bevölkerung. Wer noch Geld hat, gibt sich mit Audi oder BMW, ohne an Imageverlust zu leiden, zufrieden. Wer nochmehr Geld hat, fährt Porsche. Wer weniger Geld hat, fährt VW oder Skoda. Wo bleibt Mercedes? Früher wurde Mercedes aus Imagegründen gekauft. Heute gibt man sich nicht mehr mit der billigen Innenausstattung, Rost an den Radläufen, Pixel-Problemen mit der weißen LCD-Anzeige im Tacho usw. zufrieden. Wenn vor mir ein Mercedes bremst, lach ich mich schlapp über die dunkel bleibenden Punkte in der dritten Bremsleuchte. Aber Hauptsache das Gehalt vom weißen Schnauzbartträger stimmt. Der neue Werbeslogan: "Mercedes - auch ein Stern kann irgendwann einmal verlöschen."

  • Bitte wo hat Mercedes es versäumt seine Modellpalette zu pflegen? Bei Vergleichstest renomierter Auto-Medien schneidet die Marke nicht schlechter ab als Audi oder BMW! Die S-Klasse schneidet bei Tests immer noch am besten ab, obwohl schon der Nachfolger in den Startlöchern steht. In den Staaten spielt Audi im Vergleich zu BMW und Mercedes überhaupt keine Rolle. Das einzige was mann Daimler vorwerfen kann ist, daß sie im Kompaktwagensegment nicht stark vertreten sind. Das wird sich spätestens ab 2014 ändern. Kein anderer Premiumhersteller verkauft weltweit mehr Oberklasse Fahrzeuge wie Mercedes. Das ist Fakt, also bitte nicht alles schlecht reden! Der Zuwachs bei Audi und BMW begründet sich vorallem durch hohe Zuwachsraten im Kompaktwagensegment (A1,A3,Q3,X1,1er).

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