Bilanz der Porsche Holding Porsche macht Profit – und wartet auf Piëch

Die Holdinggesellschaft der Familien Porsche und Piëch macht wieder Gewinne. Es sind die Volkswagen-Anteile, die wieder Geld bringen. Trotz guter Zahlen dreht sich in Stuttgart alles um einen Mann: Ferdinand Piëch.
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Angetreten zur Bilanzpressekonferenz (v.l.): Das Vorstandsmitglied der Porsche Automobil Holding SE, Manfred Döss, der Finanzvorstand der Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, der Vorstand von Porsche SE, Matthias Müller, und das Vorstandsmitglied der Porsche Automobil Holding SE, Philipp von Hagen. Quelle: dpa
Porsche SE macht wieder Gewinn

Angetreten zur Bilanzpressekonferenz (v.l.): Das Vorstandsmitglied der Porsche Automobil Holding SE, Manfred Döss, der Finanzvorstand der Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, der Vorstand von Porsche SE, Matthias Müller, und das Vorstandsmitglied der Porsche Automobil Holding SE, Philipp von Hagen.

(Foto: dpa)

StuttgartEs hätte eine Routineveranstaltung werden können. Weil der Volkswagen-Konzern im vergangenen Jahr trotz der Dieselaffäre wieder vergleichsweise ordentlich verdient hat, geht es auch mit der Familienholding Porsche SE aufwärts. Doch an diesem Dienstag ist alles anders. Die Zahlen rücken in den Hintergrund, auf dieser Bilanzpressekonferenz dreht sich eigentlich alles um Ferdinand Piëch.

Der VW-Patriarch steht vor dem finalen Rückzug. Ferdinand Piëch, über Jahrzehnte Vorstands- und Aufsichtsratschef bei Volkswagen, verhandelt mit den anderen Mitgliedern der Familienstämme Porsche und Piëch über den Verkauf seiner Anteile an der Porsche SE – und damit an seiner Verbindung zum Volkswagen-Konzern. Piëch hält knapp 15 Prozent an der Porsche SE.

„Wir haben keine weitere Kenntnis zum Stand der Verhandlungen“, sagte Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch zu den Gesprächen der Familienstämme Porsche und Piëch. Bei einem Verkauf der Piëch-Aktien würde sich „nichts Wesentliches ändern“, weil die Anteile in der Familie bleiben würden.

Der Übergang der Verantwortung von der dritten auf die vierte Generation sei eine „Angelegenheit der Familie“. Der Vorstand der Porsche SE habe dabei das „nötige Vertrauen“ in die Familie, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen werde. Auch künftig werde die Holdinggesellschaft ihre Rolle als Ankeraktionär des Volkswagen-Konzerns fortsetzen können.

Immerhin: Nach dem Verlust von 308 Millionen Euro im Jahr 2015 schreibt die Gesellschaft der Familien Porsche und Piëch wieder schwarze Zahlen, wie die Porsche SE am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart mitteilte. Für das vergangene Jahr weist das Unternehmen einen Gewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro aus. Die Porsche SE ist eine reine Holdinggesellschaft, in der die beiden Familien ihre Beteiligung am VW-Konzern gebündelt haben. Die kleine Holding mit 30 Mitarbeitern gibt es seit dem Jahr 2007 und hat keinen direkten Bezug zum Sportwagenhersteller, der wiederum eine Tochter des VW-Konzerns ist. Nach dem Milliardenverlust von 2015 hatte Volkswagen im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Vorstand und Aufsichtsrat der Porsche SE hatten bereits Anfangs März vorgeschlagen, dass eine Dividende in Höhe von 1,01 Euro je Vorzugsaktie und 1,004 Euro je Stammaktie ausgeschüttet werden soll. Das entspricht exakt dem Niveau des vorangegangenen Jahres. Die Porsche SE wird rund 308 Millionen Euro an seine Aktionäre überweisen. Das entspricht in etwa der Dividendensumme, die die Familienholding vom Volkswagen-Konzern bekommen wird. Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch bezeichnete die Holding am Dienstag als „stabilen Ankeraktionär“ für Volkswagen, „nicht zuletzt in der Dieselkrise“.

Kulturschock mit Klappscheinwerfer
Porsche 924
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Ist der 924 ein echter Porsche? Diese Frage spaltete die Fans der Zuffenhausener Sportwagenschmiede wie keine andere. Erst heute – 40 Jahre nach der Vorstellung des Vierzylinder-Fahrzeugs – hat die Klassikerszene die Klappscheinwerfer-Coupés endgültig mit Kultstatus belegt und die Preise entsprechend abheben lassen.

Porsche 924 ab 1975
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Dabei hatte Porsche doch schon bei der Präsentation des 924 festgestellt: „Sein großer Bruder ist der Turbo. Der jüngste Porsche ist nur halb so stark wie der Stärkste, aber vier Fünftel so schnell und genauso rassig. Und jeder ist – auf seinem Platz – der Beste.“ Genauso war es schließlich auch.

Porsche 924 ab 1976
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Der 911 Turbo galt als Maßstab unter den Supersportwagen, der keineswegs billige 924 als für viele unwiderstehlicher Einsteiger-Porsche. Die Produktionszahl 100.000 erreichte der 924 in knapp unter fünf Jahren, in diesem Segment rekordverdächtig.

Porsche 924 Turbo
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Zusammen mit den Weiterentwicklungen 944 und 968 wurden es insgesamt sogar über 325.000 Exemplare, mehr als bis dahin von jedem anderen Porsche. Darunter waren dann doch auch Turbo-Versionen des Vierzylinders, so ließ sich der 225 km/h schnelle 924 Turbo im Jahr 1978 nicht einmal vom 911 SC auf Distanz halten.

Porsche 924 Carrera GTS
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Zurück zu den Anfängen des Porsche 924, der einschließlich seiner Weiterentwicklungen auf eine für Sportwagen biblische Gesamtbauzeit von gut 20 Jahren kam. Und damit noch längst nicht das Ende seines Lebens erreichte, denn auf dem Gebrauchtwagenmarkt gilt der 924 bis heute als eines der ersten echten Langzeitautos. Eine Qualitätsvorgabe, die Porsche seit dem 1973 präsentierten Forschungsprojekt Langzeit-Auto verfolgte.

Porsche 924 ab 1975
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Passend dazu spendierten die Stuttgarter dem 924 deshalb von Beginn an verzinkte Karosseriebleche und ebenso wie dem 911 die weltweit erste „6 Jahres-Langzeitgarantie“ gegen Durchrostungen. In einer Ära als die durchschnittliche Pkw-Lebenserwartung nur gut sechs Jahre betrug, glich diese Maßnahme einer Sensation.

Sportler für junge Familien
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Einzigartig in dieser Form war dafür wiederum die große gläserne Heckklappe im Stil der Designikone Jensen Interceptor. Damit eignete sich der 924 auch als Sportler für junge Familien, passte doch bei umgelegten Rücksitzen theoretisch sogar eine Euro-Palette ins Ladeabteil.

Die Porsche SE hält 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen, die reine Kapitalbeteiligung liegt bei gut 30 Prozent. Dieser Unterschied kommt durch die Herausgabe der Stammaktien mit Stimmrecht und der stimmrechtslosen Vorzugsaktien bei Volkswagen zustande. Porsche SE und Volkswagen sind zudem eng miteinander verwoben. Der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller sitzt auch im Vorstand der Porsche SE. Der Aufsichtsratschef von Volkswagen, Hans Dieter Pötsch, ist wiederum Vorstandsvorsitzender der Porsche SE.

Und es gibt noch eine weitere personelle Doppelung: Manfred Döss sitzt im Porsche-Vorstand und ist zugleich Chefjustitiar in Wolfsburg bei VW. Die Aussichten sind gut, dass sich Ferdinand Piëch recht bald mit den anderen Mitgliedern über seinen Rückzug verständigt. Die Porsche SE hatte am Freitag bestätigt, dass der 79-Jährige über den Verkauf eines „maßgeblichen“ Anteils nachdenkt. Piëch würde dann wahrscheinlich auch seinen Sitz am Aufsichtsrat der Porsche SE freimachen. Auf der Hauptversammlung Ende Mai wird über die neue Zusammensetzung des Porsche-Aufsichtsrats entschieden, ein möglicher Nachfolger von Piëch im obersten Porsche-Kontrollgremium muss bis Mitte April benannt sein.

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VW-Patriarch gilt in der Familie als isoliert
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3 Kommentare zu "Bilanz der Porsche Holding: Porsche macht Profit – und wartet auf Piëch "

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  • Reden wir einmal über Sensationen. Ich habe gelesen "Mann beißt Hund" sei eine solche Sensation, die jede Gazette auf ihrer Titelseite bringen muß.

    Aber was ist mit einem 80jährigen Greis, der bei VW keinerlei Amt bekleidet und mit seinen Stimmrechten überhaupt nichts bewegen kann? Ist es wirklich eine Sensation, wenn dieser Mann seine Aktien an jüngere Mitglieder der Porsche/Piech-Clans verkaufen will? Oder vielleicht doch nicht verkaufen will?

    Ich habe nicht mitgezählt, wie oft Sie über diese angebliche Sensation schon berichtet haben. Müssen Sie die angebliche Sensation Ihren Lesern immer wieder einhämmern?

  • Schon mal darüber nachgedacht, dass Porsche vielleicht auch deshalb so erfolgreich ist, weil die dort lange Jahre nicht unbedingt begierig darauf waren, viel Geld für den E-Auto-Irrsinn zu verbrennen? Naja, die Betonung liegt auf waren:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/alle-porsche-modelle-kuenftig-mit-elektro-antrieb-13800587.html
    Die scheinen also auch nicht zu kapieren: Wer Porsche will, der will ein ECHTES Auto und kein Kastrat!!
    Und ein ECHTES SPORTAUTO braucht
    1. PS
    2. Hubraum
    3. noch mehr PS und noch mehr Hubraum
    Das können (oder besser dürfen) die Deutschen immer weniger, aber die Amis bald wieder umso mehr. Deshalb träume ich auch nicht von einem Porsche, sondern von dem:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Corvette
    -> 455 PS und 6 LITER HUBRAUM
    oder besser noch von dem:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dodge_Viper
    -> 649 PS und 8,4 LITER HUBRAUM!!!!

  • Piech zieht den Schlussstrich und lässt anschließend vielleicht den ganzen Laden in die Luft fliegen...? Wer weiß, was hier noch für Leichen im Keller liegen. Schließlich heißt ja auch das Sprichwort "Sei deinen Freunden nah, doch deinen Feinden noch näher"...

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