Bill Anderson: Der neue Bayer-Chef will den Konzern aufmischen
Der Amerikaner steht für einen neuen Managementstil bei Bayer.
Foto: ReutersDüsseldorf. Zum Start bleibt Bill Anderson seinem Stil treu. An diesem Donnerstag tritt der Amerikaner den Chefposten bei Bayer in Leverkusen offiziell an. Die Mitarbeiter erleben ihn an diesem Tag wie immer locker gekleidet in Shirt unter dem Sakko, Stoffhose und Sneakern. So haben sie ihn bereits kennengelernt, als er in den vergangenen Wochen als designierter CEO die großen Standorte in Deutschland, den USA und Brasilien besuchte.
Der neue Chef wirkt lässig und trotz seiner 56 Jahre jugendhaft. In seinen ersten Antrittsreden und Gesprächen mit Mitarbeitern machte er klar, wofür er steht: für einen neuen Managementstil und einen Kulturwechsel im Konzern.
Anderson weiß um die drängendsten Fragen, die er beantworten muss. Spaltet er den Konzern auf? Kann er die Last der Glyphosat-Klagen in den USA endlich abstreifen? Seit April ist er im Vorstand von Bayer, seit Donnerstag steht er in der vollen Verantwortung.
Vorgänger Werner Baumann ist nun im Ruhestand. Vorige Woche schon gab es die Staffelübergabe zwischen den beiden Managern – ein Ritual bei Führungswechseln an der Bayer-Spitze. „Ich übernehme den Staffelstab nicht allein, dieses Ding gehört uns“, sagte Anderson bei der Übergabe, die bei einem Treffen am US-Pharmastandort Boston stattfand. „Wir sind gemeinsam in diesem Rennen. Jetzt lasst uns laufen!“