Billigtarife Teldafax nimmt weiter hohe Verluste in Kauf

Der angeschlagene Stromanbieter Teldafax hält an seinem aggressiven Preismodell fest - und nimmt dafür hohe Verluste in Kauf. Dabei muss sich das Unternehmen ständig gegen Vorwürfe von außen wehren.
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TV-Spot für das neue Teldafax-Billigangebot mit Rudi Völler: Der Stromanbieter hält an seinem aggressiven Preismodell fest. Quelle: Pressebild

TV-Spot für das neue Teldafax-Billigangebot mit Rudi Völler: Der Stromanbieter hält an seinem aggressiven Preismodell fest.

(Foto: Pressebild)

DÜSSELDORF. Der angeschlagene Billigstromanbieter Teldafax kämpft um seine Reputation - mit fragwürdigen Argumenten.

Das Management, das im hart umkämpften Strommarkt bisher durch extrem niedrige Tarife auffiel, versucht, Kritik an seiner Preispolitik zu zerstreuen. In Presserklärungen und Interviews wehrt es sich gegen den Vorwurf, mit Billigstangeboten möglichst viele Verbraucher anzulocken und seine Liquidität vor allem durch hohe Vorauszahlungen der Kunden sichern zu können.

Viele Teldafax-Kunden zahlen ihre gesamte Stromrechnung für ein Jahr im voraus - also mehrere hundert Euro. Dafür liegen die Preise aber deutlich unter denen der lokalen Stadtwerke.

Im Sommer führte Teldafax ein neues Billigangebot ein

In der "Financial Times Deutschland" (FTD) und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" betonte Chief Operating Officer Gernot Koch jetzt, dass Teldafax zu einer weniger aggressiven Preispolitik übergegangen sei. Das Unternehmen nehme ein geringeres Kundenwachstum in Kauf, um in die Gewinnzone vorzustoßen.

Tatsächlich versucht das Unternehmen aber noch immer, mit Billigangeboten seine Liquidität zu sichern. So brachte Teldafax erst im Sommer ein neues Tarifmodell mit Vorauskasse und hohen Rabatten auf den Markt, um die Kundenzahlen zu erhöhen. Dies belegt ein vom Management in Auftrag gegebenes Wertgutachten der Wirtschaftsprüfungsanstalt GKK Partners, das dem Handelsblatt vorliegt.

"Ziel der neuen Tarifstruktur ist es, durch Vorauszahlungen von Kunden kurzfristig Liquidität zu generieren", heißt es in dem Gutachten. "Die Geschäftsführung nimmt in Kauf, dass dieser Festtarif sich voraussichtlich insgesamt als nicht kostendeckend erweist." Das Wertgutachten ist Teil eines Sanierungsgutachtens, mit dem Teldafax den Fortbestand sichern will.

Dem Gutachten zufolge reagierte Teldafax mit dem neuen Billigangebot im Sommer ausdrücklich darauf, dass es mit dem Wachstumstempo nicht mehr zufrieden war. Im ersten Halbjahr seien "im Strombereich weniger Neukunden als geplant hinzugewonnen" worden. Auch sei es Teldafax im Frühjahr und Sommer nicht gelungen, stark steigende Einkaufspreise zeitnah an die Kunden weiterzugeben, so dass "abweichend von der ursprünglichen Planung negative Deckungsbeiträge erzielt wurden". Die Einführung des neuen Tarifs werde "die Kundenunterdeckung voraussichtlich überkompensieren, wenn auch mit kurz- bis mittelfristig deutlich negativen Auswirkungen auf Marge und Ergebnis".

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