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Bioelektronik Behandlung mit Neurostimulation: Merck und B. Braun vereinbaren neue Kooperation

Merck wagt sich auf das Feld der Bioelektronik. Mit dem Start-up Neuroloop lotet der Pharmakonzern aus, ob die gezielte Nervenstimulation der Behandlung von Krankheiten nützt.
29.06.2021 - 16:41 Uhr Kommentieren
Der Pharma- und Life-Science-Konzern will erforschen, inwiefern Neurostimulation eingesetzt werden kann, um Krankheiten erfolgreich zu behandeln. Quelle: Reuters
Merck-Zentrale in Darmstadt

Der Pharma- und Life-Science-Konzern will erforschen, inwiefern Neurostimulation eingesetzt werden kann, um Krankheiten erfolgreich zu behandeln.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Pharmakonzern Merck und das Medizintechnikunternehmen B. Braun untersuchen gemeinsam die Einsatzmöglichkeiten von Neurostimulatoren für die Behandlung von Krankheiten. Konkret arbeiten Mitarbeiter des Innovationszentrums von Merck mit dem in Freiburg ansässigen Frühphasen-Start-up Neuroloop des B.-Braun-Konzerns zusammen, wie Merck am Dienstag bekannt gab.

Im Rahmen der Partnerschaft soll ein Neurostimulator – ein Gerät, das elektrische Impulse an Nerven sendet – als zusätzliche Therapieoption zu den bestehenden Arzneimitteln für Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen entwickelt werden. Zu diesen Erkrankungen gehören etwa Rheuma oder die Darmentzündung Morbus Crohn. Eine chronische Entzündung des Nervensystems ist beispielsweise Multiple Sklerose – ein Bereich, auf dem Merck bereits mit Arzneimitteln vertreten ist.

Mit der Kooperation aber wagt sich Merck auf ein neues Innovationsfeld: die Bioelektronik. „Bioelektronische Geräte zeigen ein vielversprechendes Potenzial für die Verbesserung des Therapieergebnisses und der Behandlungseffizienz bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen“, sagt Vorstandschefin Belén Garijo. In dem neuen Innovationsfeld „Bioelectronics“ des Unternehmens sollen die Erfahrung und das Wissen aus den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics einfließen.

Während medikamentöse Behandlungen häufig mit einem breiten Spektrum an Nebenwirkungen einhergehen, können bioelektronische Geräte durch die selektive Stimulation der Nerven spezifische lokale Therapieeffekte bewirken. Neurostimulatoren werden im Zuge der individualisierten Medizin bereits in Indikationen wie Parkinson, Epilepsie, chronische Schmerzen oder Inkontinenz eingesetzt.

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    Die kleinen Geräte werden den Patienten operativ unter die Haut gesetzt und senden über Elektroden schwache elektrische Impulse an bestimmte Nervenfasern. Damit modulieren sie gezielt körpereigene Signale, bevor diese das Gewebe oder das Gehirn erreichen und können so therapeutisch wirksam sein.

    Beide Partner ergänzen sich gut

    Um eine gezielte Behandlung von chronischen Entzündungskrankheiten zu ermöglichen, wollen die Partner die Neurostimulationsplattform von Neuroloop adaptieren. Kern der Plattform ist eine auf Dünnfilm-Technologie basierende Manschetten-Elektrode mit mehreren Kanälen, die es erlaubt, selektiv spezifische Nervenfasern zu stimulieren.

    Ursprünglich hatten die Wissenschaftler, die Neuroloop gegründet hatten, einen Neurostimulator entwickelt, der den Blutdruck dauerhaft regulieren kann. Während die Freiburger das technologische Fachwissen auf dem Gebiet der selektiven Neurostimulatoren in die Kooperation einbringen, bietet Merck sein Know-how in den Bereichen Materialwissenschaft, In-vivo-Pharmakologie sowie in Bezug auf klinische Erprobung mit.

    Erste Daten werden bis Ende 2022 erwartet. Diese werden anschließend dafür verwendet, um eine klinische Strategie zum Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten zu evaluieren. Nach Abschluss der Entwicklung wird die Zulassung in Schlüsselmärkten wie der EU und den USA angestrebt.

    Für B. Braun und Neuroloop liegt der Nutzen der Partnerschaft im erweiterten Spektrum an Indikationen, bei denen ihr Medizingerät zum Einsatz kommen könnte. Neuartige bioelektronische Geräte können nicht nur zur Stimulation eingesetzt werden, sondern auch zur Überwachung des Erkrankungszustands. Die Verknüpfung von Nervensignalen mit anderen zugänglichen physiologischen Daten kann zu einem ganzheitlichen Verständnis von Krankheiten beitragen, heißt es von Merck.

    Mehr: Digitalisierung im Kopf – Was Gehirnchips wie die von Neuralink leisten und was nicht

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