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Biontech Deutsche Biotechfirma meldet „rapide Fortschritte“ bei Corona-Impfstoff

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein deutsches Unternehmen will schon Ende April mit Studien beginnen. Die Aktie schießt hoch.
16.03.2020 Update: 17.03.2020 - 01:11 Uhr 2 Kommentare

Curevac: Um diese Biotech-Firma streiten Trump und Deutschland

Berlin An den weltweiten Börsen stürzen die Kurse auch am Montag weiter ab – doch bei einem Unternehmen gab es an der Wall Street einen riesigen Kurssprung: Die Mainzer Biotechfirma Biontech hat nach eigenen Angaben „rapide Fortschritte“ bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus gemacht.
Biontech ist seit Herbst 2019 an der US-Börse Nasdaq notiert, die Aktie notierte in New York 30 Prozent im Plus. Damit ist die Erwartung verbunden, dass die deutsche Firma mit einem Corona-Impfstoff gute Geschäfte machen wird – und dass dieses Mittel bereits in einigen Monaten weltweit zur Verfügung stehen könnte.

Es gehe um die Immunisierung und Prävention von Covid-19-Infektionen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung begännen die klinischen Studien mit dem Produktkandidaten Ende April.

Dies sei Teil des globalen Entwicklungsprogramms, an dem auch China, die USA und andere europäische Länder mitwirkten. China spielt bei der weiteren Erforschung des Biontech-Mittels eine große Rolle. Biontech wird eng mit dem chinesischen Unternehmen Fosun Pharma kooperieren. Gemeinsam wollen sie Biontechs mRNA-Impfstoffkandidaten BNT162 in der Volksrepublik weiterentwickeln.

Für die Forschung erhält Biontech bis zu 120 Millionen Euro, davon 44 Millionen Euro im Zuge einer Kapitalbeteiligung von Fosun Pharma an dem Mainzer Unternehmen. Schafft der Impfstoff aus den Biontech-Labors die Zulassung, sei die weltweite Verfügung gesichert, teilte die Firma mit. Die Mainzer besitzen die vollen Rechte außerhalb Chinas, innerhalb des Landes wird Fosun das Mittel vermarkten.

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    Die Chinesen sollen aber nicht der einzige Partner bleiben. Denn eine Vermarktung des Mittels weltweit kann Biontech selbst kaum stemmen. Deswegen verhandeln die Deutschen auch mit dem US-Pharmakonzern Pfizer über eine vertiefte Kooperation.

    Biontech ist neben der Tübinger Biotechfirma Curevac der zweite führende Entwickler eines Impfstoffs gegen Corona auf deutscher Seite. Um Curevac hatte es am Wochenende großes Aufsehen gegeben. US-Präsident Donald Trump soll auf das Unternehmen mit einem Milliardenangebot zugegangen sein, nachdem Anfang März der - mittlerweile abgelöste - Curevac-CEO im Weißen Haus die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung präsentiert hatte.

    Danach versuchte Trump, die Entwicklung von Curevac mit viel Geld in die USA zu locken und möglichst die exklusive Nutzung eines Impfstoffes für die USA zu erreichen. Angeblich lotete die US-Regierung sogar eine Übernahme der deutschen Firma aus.

    Den Avancen aus den USA erteilte die Tübinger Firma aber eine Absage. Curevac gehört zur Biotechholding des SAP-Gründers Dietmar Hopp. Der erklärte am Sonntagabend, die Firma wolle einen Impfstoff entwickeln, der der gesamten Welt zur Verfügung stehen soll und nicht einzelnen Regionen. Zudem solle dies mit Investitionen in Deutschland geschehen – ein Verkauf von Technologie in die USA kommt damit nicht infrage.

    Der Vorstoß der Amerikaner hat in Berlin für Empörung gesorgt. Das Thema Curevac ist auf der Agenda der heutigen Sitzung des Corona-Krisenstabs der Bundesregierung. Sie will die Impfstoffentwicklung auf jeden Fall im Land halten – auch mit finanzieller Hilfe.

    Die EU-Kommission bot Curevac am Montagabend einen Kredit von bis zu 80 Millionen Euro an, um die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in Europa zu beschleunigen. Die Unterstützung würde über ein mit einer EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgen. Zuvor hatten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Curevac-Führung über die Lage beraten.

    Wie ein Corona-Impfstoff funktioniert

    Biontech und Curevac arbeiten an einem Impfstoff, der auf einer ähnlichen Technologie beruht. Es geht dabei darum, dass der Körper dazu angeregt wird, eigene Wirkstoffe gegen eine Krankheit zu produzieren. Dies kann über die Boten-Nukleinsäure erreicht werden, der sogenannten mRNA.

    Bei dieser Substanz handelt es sich um ein Gegenstück zum Erbmolekül DNA, das dafür sorgt, dass Geninformationen in den Zellen in Eiweißstoffe (Proteine) übersetzt werden. Bei der Impfstoffentwicklung versucht man, diesen Effekt zu nutzen, indem man Zellen dazu bringt, unschädliche Bestandteile des Virus zu produzieren.

    Gegen diese im Körper erzeugten Virusteile soll das Immunsystem dann Antikörper generieren, sodass sich ein Schutz gegenüber dem echten Virus entwickelt. Der Vorteil der Technologie besteht darin, dass potenzielle RNA-Impfstoffe relativ schnell generiert werden können, wenn die Gensequenz des Erregers bekannt ist.

    Ob das Konzept tatsächlich funktioniert, ist bisher allerdings noch nicht belegt. Bislang wurden weder Medikamente noch Impfstoffe auf Basis von mRNA zugelassen. Curevac hatte mitgeteilt, mit der Entwicklung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona im Juni oder Juli in die Testphase am Menschen zu gehen.

    Diese Tests dauern in der Pharmaentwicklung Monate bis Jahre, denn es geht dabei einerseits darum, wie wirksam das potenzielle Mittel beim Menschen tatsächlich ist. Zum anderen wird beobachtet, welche Nebenwirkungen auftreten. Beide Ergebnisse sind dann Grundlage für die Zulassung.

    Bei den Corona-Impfstoffen besteht die Hoffnung, dass dieser Zulassungsprozess deutlich beschleunigt wird – auch vonseiten der Gesundheitsbehörden in den USA und Europa. Sie müssen dabei aber immer auch die Sicherheitsaspekte wegen potenzieller unerwünschter Nebenwirkungen im Auge behalten.

    Biontech will mit dieser Testphase nun schon im April starten. Das Mainzer Unternehmen ist im Herbst 2019 erfolgreich an die US-Technologiebörse Nasdaq gegangen.

    Mehr: USA wollen Zugriff auf deutschen Entwickler von Corona-Impfstoff

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    2 Kommentare zu "Biontech: Deutsche Biotechfirma meldet „rapide Fortschritte“ bei Corona-Impfstoff"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Während weiter die Fake News über Trumps Aktion bei Curevac in Presse und Politik herum geistert, kaufen sich die Chinesen BioNTech mit 120 Mio. Euro, davon 44 Mio. Euro im Zug von Aktien der Firma. Das sind ca. 30% des Unternehmens, der Rest als Investition. Für nichts geben die Chinesen nichts, also was haben die hierfür erhalten?
      Nur, wer 30% der Aktien hält bestimmt erheblich im Unternehmen mit. Wieviel Aktien hat sich China am freien Markt bereits zusätzlich gekauft? Wie hoch ist der Aktienanteil den die Chinesen gesamt haben?
      Das hat scheinbar auch niemand auf dem Radar, und scheint niemand zu wissen.
      Wir bräuchten schon lange eine gesetzliche Regelung um Industriepolitik betreiben zu können und Unternehmen zur Daseinsvorsoge im Land zu halten.
      Jetzt in der Krise zeigt sich, wir haben eine Schnarchnasen Politik und Politiker, welche nur hektisch und panisch Handelt, was meine Theorie bestätigt, operative Hektik ersetzt geistige Windstille.
      Wir haben unsere Infrastruktur verkommen lassen, was auch nicht durch das Selbstlob der Politik wir stünden noch gut da, hinweg täuschen kann, und dass es andern Ländern schlechter geht. Was sind das für Aussagen? Das kann nur ein Dilettant sagen.
      Was sagte die Politik noch vor ca. 4 Wochen? Alles halb so schlimm, die Grippe wäre schlimmer. Jetzt wollen die gleichen Politiker Deutschland in den Kriegszustand mit Ausgangssperren versetzen.

    • Während die Welt erstmal auf einen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 wartet und dieses Virus durch die Gegend wütet, gehen die Ansteckungen in China rapide zurück.
      https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/
      Wie lässt sich dieses Umstand erklären, wenn offiziell dagegen keine Medikamente gibt?
      In den letzten 3 Monaten sind in Peking mit 21,5 Millionen Einwohnern lediglich 446 Menschen damit infiziert, wobei 358 schon wieder gesund sind.
      Könnten die Chinesen über einen neuartigen Medikament verfügen, wie diese Studie aus Wuhan uns zeigt ? https://drive.google.com/file/d/17jDN2q51duCZQ5ZNpxTTLHvLYqJT_4I3/view?usp=sharing

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