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Biotech-Firma Valneva setzt auf Totimpfstoff gegen das Coronavirus

Nach guten Daten in frühen Tests will das französische Unternehmen eine große Studie starten. Die britische Regierung hat bereits 60 Millionen Dosen vorab geordert.
06.04.2021 - 16:50 Uhr Kommentieren
Der britische Premier hofft auf eine „entscheidende Waffe“ im Kampf gegen das Coronavirus. Quelle: AP
Boris Johnson beim Besuch von Valneva in Schottland

Der britische Premier hofft auf eine „entscheidende Waffe“ im Kampf gegen das Coronavirus.

(Foto: AP)

Frankfurt Mit der französischen Biotechfirma Valneva will nun erstmals ein europäisches Unternehmen einen sogenannten Totimpfstoff gegen Covid-19 in eine große klinische Studie bringen. Bei dieser klassischen Impftechnologie werden komplette, aber zuvor inaktivierte Viren verimpft.

Der Impfstoffkandidat VLA2001 habe in einer Phase-1/2-Studie bei guter Verträglichkeit eine starke Immunreaktion bei mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer gezeigt, teilte Valneva am Dienstag mit. Das Vakzin sorgte danach sowohl für die Produktion von Antikörpern als auch eine solide T-Zell-Reaktion bei den Probanden.

Es wird in Kombination mit einem Impfverstärker der US-Firma Dynavax verabreicht. Einbezogen in die Studie waren 153 Teilnehmer.

Auf Basis dieser Daten wolle man nun Ende April eine große zulassungsrelevante Studie starten mit dem Ziel, im Herbst die Genehmigung bei der britischen Arzneimittelbehörde MHRA zu beantragen. Auch mit anderen Zulassungsbehörden führe man Gespräche.

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    Die Studien von Valneva werden maßgeblich von der britischen Regierung unterstützt, die bereits im vergangenen September eine Allianz mit dem Impfstoffentwickler vereinbarte und vorab 60 Millionen Einheiten zum Preis von 470 Millionen Euro orderte. Die Auslieferung werde sich bei erfolgreicher Zulassung bis ins erste Quartal 2022 hinziehen, teilte Valneva mit. Zusätzlich zu dem jetzt getesteten Impfstoff arbeitet das Unternehmen auch bereits an Varianten gegen Virusmutationen.

    Valneva rechnet auch in Zukunft mit hohem Impfstoffbedarf

    Valneva-Chef Thomas Lingelbach zeigte sich in einer Mitteilung „extrem zufrieden“ mit den Resultaten und verwies auf den nach wie vor hohen Bedarf an Corona-Impfstoffen. „Die Welt braucht verschiedene Vakzine und die Möglichkeit für Booster-Impfungen. Angesichts der Vorteile, die mit Impfstoffen aus inaktivierten Viren verbunden werden, glauben wir, dass VLA2001 eine wichtige Rolle spielen kann.“

    Auch der britische Premierminister Boris Johnson äußerte sich zuversichtlich. „Wenn der Impfstoff erfolgreich ist und unsere robusten Sicherheitsstandards erfüllt, wird er in Schottland hergestellt und eine entscheidende Waffe in unserem Kampf gegen Covid sein“, schrieb er am Dienstag auf Twitter.

    Der Valneva-Impfstoff wird allerdings auf einen Markt treffen, der bis zum Jahresende bereits stark versorgt sein dürfte. Bisher sind in der EU vier Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 zugelassen. Dazu gehören die beiden, bereits seit Dezember genehmigten mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sowie die sogenannten Vektor-Impfstoffe von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson.

    Diese Vakzine entfalten ihre Wirkung dadurch, dass sie den genetischen Code für das Spikeprotein des Coronavirus entweder durch Einsatz von RNA oder mithilfe eines anderen, genmodifizierten Virus in die Muskelzellen der Geimpften einschleusen und auf diese Weise eine Immunreaktion auslösen. Bei dem Produkt von Valneva wird dagegen im Prinzip ein komplettes Coronavirus geimpft, das zuvor allerdings mit chemischen oder physikalischen Mitteln inaktiviert wurde.

    Impfstoff dürfte nur eine Nebenrolle spielen

    Neben den schon zugelassenen Impfstoffen befinden sich bei der europäischen Arzneimittelagentur EMA zudem drei weitere Impfstoffe in einem rollierenden Zulassungsverfahren, bei dem Unterlagen bereits während der noch laufenden Studien eingereicht werden. Dazu gehören zum einen die Impfstoffe der US-Biotechfirma Novavax und Sputnik V des russischen Gamaleja-Instituts, zum anderen auch der mRNA-Impfstoff der Tübinger Curevac.

    Alle drei Produkte haben Chancen, noch im zweiten Quartal eine Zulassung in der EU zu erhalten. Zudem planen die bisher führenden Impfstoffproduzenten Biontech, Moderna und Astra-Zeneca, ihre Auslieferungen im Verlauf des Jahres deutlich zu erhöhen.

    In diesem Wettbewerbsumfeld dürfte der französische Impfstoff nur noch eine Nischenrolle spielen. Dennoch wäre eine Zulassung für die relativ kleine Valneva ein extrem wertvoller Erfolg, um das eigene Produktprogramm zu verbreitern. Bisher vertreibt das Unternehmen Impfstoffe gegen Cholera und die japanische Enzephalitis. In Entwicklung befinden sich außerdem Vakzine unter anderem gegen Lyme-Borreliose und Zika.

    Im vergangenen Jahr erzielte Valneva 110 Millionen Euro Umsatz, davon 66 Millionen Euro aus dem Verkauf der Cholera- und Enzephalitis-Impfstoffe.

    Mehr: Acht Gründe, warum Biontech, Pfizer und Moderna das Geschäft mit Covid-Impfstoffen dominieren werden

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