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Biotech-Konzern Gilead will Immunomedics für rund 20 Milliarden Dollar übernehmen

Der US-Biotech-Konzern Gilead Sciencs steht vor dem Kauf des Rivalen Immunomedics. Die Übernahme könne bereits am Montag bekanntgegeben werden.
13.09.2020 Update: 13.09.2020 - 16:18 Uhr Kommentieren
Die Übernahme könne bereits am Montag oder auch schon früher bekanntgegeben werden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag. Quelle: Reuters
Gilead Sciences

Die Übernahme könne bereits am Montag oder auch schon früher bekanntgegeben werden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Samstag.

(Foto: Reuters)

New York Das kalifornische Biotech-Unternehmen Gilead Sciences steht laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ kurz vor der Übernahme des Konkurrenten Immunomedics für mehr als 20 Milliarden Dollar. Der Deal könnte noch am Montag bekannt gegeben werden.

Mit dem Kauf könnte Gilead sein Portfolio auf den lukrativen Markt mit Brustkrebsmedikamenten ausweiten. Bisher war Gilead vor allem mit seinen antiviralen Hepatitis- und HIV-Medikamenten erfolgreich und stand zuletzt wegen seines gegen Covid-19 wirksamen Mittels Remdesivir im Mittelpunkt.

Krebsmedikamente versprechen dagegen auch langfristig ein einträgliches Geschäft. Immunomedics, das seinen Sitz in Morris Plains im US-Bundesstaat New Jersey hat, hat sich auf so genannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate spezialisiert. Diese greifen die Krebszellen gezielt an, ohne auch die gesunden Zellen zu zerstören wie in der klassischen Chemotherapie.

Im April hatte Immunomedics die Zulassung der FDA für sein neues Brustkrebsmittel Trodelvy erhalten. Derzeit laufen zudem weitere Studien, die prüfen sollen, ob das Mittel auch gegen andere Krebsarten wie Blasenkrebs und Lungenkrebs wirksam ist.

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    Angesichts dieser Erfolge sollen mehrere Unternehmen an Immunomedics interessiert gewesen sein. Der Aktienkurs hat sich seit Beginn des Jahres bereits mehr als verdoppelt auf fast zehn Milliarden Dollar. Mit einem Preis von 20 Milliarden Dollar würde Gilead noch einmal mehr als 100 Prozent drauflegen.

    Umsatzschub durch Remdesivir könnte von kurzer Dauer sein

    Die Gespräche zwischen Gilead und Immunomedics sollen sich laut „Wall Street Journal“ zunächst lediglich um eine Kooperation gedreht haben, seien dann aber schnell in Verhandlungen über eine komplette Übernahme übergegangen.  

    Gilead hat seinen Sitz in Foster City in Kalifornien und ist an der Börse mehr als 80 Milliarden Dollar wert – etwa so viel wie Bayer. Mit seinen 33 Jahren gehört Gilead mittlerweile zu den alteingesessenen Biotech-Unternehmen. Diese haben heute ähnliche Probleme wie die großen Pharmakonzerne: Ihre Pipelines sind nicht mehr so gut gefüllt, und so müssen sie sich ihre Innovationen von außen einkaufen. Das tun sie entweder durch Kooperationen und Beteiligungen oder durch komplette Übernahmen.

    Gilead sorgt sich vor allem, dass das Hepatitis-Geschäft nachlässt und dass der Wettbewerb bei der HIV-Behandlung steigt. Das antivirale Mittel Remdesivir, das nun bei Covid-19 zum Einsatz kommt, wird dem Unternehmen zwar während der Pandemie einen deutlichen Umsatzschub bringen. Der könnte aber von kurzer Dauer sein, sobald das Coronavirus unter Kontrolle gebracht ist.

    Der seit März 2019 amtierende Vorstandsvorsitzende Daniel O’Day setzt vor allem auf die Krebsmittel, die ein längeres, stabileres Geschäft versprechen. Erst im Juni hat sich Gilead für 275 Millionen Dollar mit 49,9 Prozent an Pionyr Therapeutics beteiligt. Wenige Monate zuvor hatte O’Day knapp fünf Milliarden Dollar für den Hersteller Forty Seven bezahlt, der eine experimentelle Behandlung gegen Blutkrebs entwickelt.

    Aber auch andere Krankheiten interessieren das Unternehmen aus Kalifornien. So zahlte Gilead im vergangenen Jahr mehr als fünf Milliarden Dollar, um seine Partnerschaft mit dem belgischen Biotech-Unternehmen Galapagos auszubauen. Galapagos entwickelt Medikamente gegen Rheuma, Crohn, Lupus und andere Krankheiten, die Gilead zuvor nicht abgedeckt hatte.

    Mehr: Wall Street geht nach Ausverkauf auf Erholungskurs – Pharmatitel gefragt

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