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Biotech-Zukauf Biontech kauft Zelltherapie-Plattform in den USA

Das Mainzer Biotechunternehmen kauft auch eine Produktionsstätte in Gaithersburg. Es stärkt mit dem Zukauf seine Entwicklungsaktivitäten bei Krebswirkstoffen.
19.07.2021 - 14:00 Uhr Kommentieren
Das Mainzer Biotech-Unternehmen kauft in den USA eine neue Technologieplattform für die Entwicklung neuartiger Immuntherapien gegen Krebs. Quelle: imago images/Laci Perenyi
Biontech-Zentrale in Mainz

Das Mainzer Biotech-Unternehmen kauft in den USA eine neue Technologieplattform für die Entwicklung neuartiger Immuntherapien gegen Krebs.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Frankfurt Biontech baut seine Aktivitäten jenseits von Covid-19-Impfstoffen weiter aus: Das Mainzer Biotechunternehmen kauft eine Zelltherapie-Plattform vom US-Unternehmen Kite. Mit dem Zukauf will Biontech seine Krebspipeline stärken. Konkret sollen mit der Kite-Technologie individuelle Immuntherapien entwickelt werden, die das körpereigene Immunsystem des Patienten so umleiten, dass es Tumore erkennt und angreift.

Neben der Entwicklungsplattform kauft Biontech von Kite auch eine Produktionsstätte im US-amerikanischen Gaithersburg, der als Forschungs- und Entwicklungsstandort fungiert und Produktionsanlagen für die klinische Entwicklung von Zelltherapien bietet.

„Die Entwicklung von individualisierten Krebstherapien ist das Herzstück von Biontech“, begründet Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech, die Transaktion. Die Übernahme der Produktionsstätte sowie der individualisierten Zelltherapie-Plattform von Kite ermögliche dem Unternehmen, die klinische Entwicklung der Zelltherapien in den USA zu beschleunigen und die Entwicklung weiter federführend voranzutreiben, so Sahin weiter.

Die Produktionsstätte in den USA wird Biontechs bereits bestehende Produktionskapazitäten für Zelltherapien am Standort Idar-Oberstein in Deutschland ergänzen. Biontech bietet allen Kite-Angestellten vor Abschluss der Übernahme am Standort in Gaithersburg einen Arbeitsvertrag an, teilte das Mainzer Unternehmen am Montag mit. Biontech will in den Standort investieren und weitere Mitarbeiter einstellen. Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben.

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    Das Biotech-Unternehmen Kite, das 2017 vom US-Pharmakonzern Gilead erworben wurde, will künftig Energie und Investitionen auf den Ausbau seiner sogenannten Cart-T-Zelltherapien konzentrieren, heißt es in der Mitteilung. Bei diesen Behandlungen werden patienteneigene Zellen außerhalb des Körpers genetisch modifiziert und dem Patienten zur Bekämpfung der Krankheit anschließend wieder zugeführt.

    Biontech will Therapie gegen neue Tumore vorangbringen

    Solche Therapien werden beispielsweise bei bestimmten Formen von Leukämie eingesetzt. Die Technologie, die Kite an Biontech verkauft, ist dagegen für die Entwicklung von Wirkstoffkandidaten gegen sogenannte solide Tumore, also Neubildungen von Gewebe, bestimmt. Auch bei dieser so genannten T-Zell-Rezeptor-Therapie werden T-Zellen eines Patienten entnommen und außerhalb des Körpers gentechnisch modifiziert, allerdings mit DNA und nicht mit einem synthetischen Konstrukt wie bei der Car-T-Therapie. T-Zellen sind weiße Blutzellen, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen.

    Um seine Position bei T-Zell-Therapien auszubauen, hatte Biontech bereits im vergangenen Jahr die US-Firma Neon Therapeutics für 67 Millionen Dollar gekauft. Biontech ist der breiten Öffentlichkeit zwar vor allem wegen seines Covid-19-Impfstoffs bekannt. Ursprünglich wurde das Unternehmen 2008 aber mit dem Ziel gegründet, innovative individualisierte Krebstherapien zu entwickeln.

    Auf diesem Gebiet hat das Unternehmen mittlerweile 13 Produkte in 14 klinischen Studien. Dabei kommen verschiedene Technologien zum Einsatz, etwa Antikörper, klassische Wirkstoffe, Zelltherapien, aber auch mRNA-basierte Impfstoffe, wie bei dem Covid-19-Vakzin. Der am weitesten vorangeschrittene Wirkstoffkandidat gegen Krebs wird von Biontech in Zusammenarbeit mit der Roche-Tochter Genentech erforscht und befindet sich in der zweiten von drei Phasen der klinischen Entwicklung.

    Biontech rechnet laut der aktuellsten Quartalsveröffentlichung in diesem Jahr mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden Euro aus dem Geschäft mit dem Covid-Impfstoff Comirnaty, den das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer entwickelt hat.

    Mehr: Der Kampf gegen Krebs bleibt ein lukratives Geschäft.

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