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Biotechindustrie Thermo Fisher erhöht Offerte für Qiagen – Investor fordert mehr

Die erhöhte Offerte von Thermo Fisher für Qiagen ist einigen Investoren noch nicht genug. Sie sehen den Unternehmenswert nicht angemessen dargestellt.
17.07.2020 - 09:02 Uhr Kommentieren
Als Hersteller von Tests und diversen Vorprodukten für Diagnostika profitiert Qiagen in besonderem Maße von der starken Nachfrage nach Analyseprodukten im Zuge der Corona-Pandemie. Quelle: dpa
Biotechunternehmen Qiagen

Als Hersteller von Tests und diversen Vorprodukten für Diagnostika profitiert Qiagen in besonderem Maße von der starken Nachfrage nach Analyseprodukten im Zuge der Corona-Pandemie.

(Foto: dpa)

Frankfurt Im Tauziehen um die Hildener Qiagen-Gruppe regt sich auch nach der Anhebung der Offerte Widerstand gegen die Übernahme des Biotechunternehmens durch den US-Konzern Thermo Fisher Scientific.

Der US-Konzern hatte am Donnerstag sein Angebot für Qiagen um rund ein Zehntel von 39 auf 43 Euro je Aktie angehoben und zugleich die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent auf 66,67 Prozent gesenkt. Die erhöhte Offerte sei ein Schritt in die richtige Richtung, schreibt dazu der US-Finanzinvestor Davidson Kempner in einem offenen Brief an das Qiagen-Management. Sie liege aber noch immer unter dem fairen Wert von 48 bis 52 Euro je Aktie.

Man werde daher die eigenen Qiagen-Aktien im Rahmen des Angebots nicht andienen. Zugleich fordert der Investor andere Aktionäre auf, das Angebot ebenfalls abzulehnen. Auch die Tatsache, dass sich das Qiagen-Management auf eine niedrigere Annahmeschwelle eingelassen hat, wird von dem US-Investor kritisiert.

Davidson Kempner kontrolliert nach eigenen Angaben über verschiedene Fonds zusammen rund drei Prozent des Qiagen-Kapitals und ist der bisher offensivste Opponent gegen den bereits Anfang März vereinbarten Deal.

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    Damals hatten sich Thermo Fisher und Qiagen auf eine Übernahme zum Preis von 39 Euro je Aktie verständigt, was einem Aufschlag von 23 Prozent gegenüber dem letzten Aktienkurs und einer Bewertung für Qiagen von knapp neun Milliarden Euro entsprach.

    Seither jedoch hat sich das Geschäftsumfeld für das Hildener Biotechunternehmen als Folge der Covid-19-Krise drastisch verbessert. Denn als Hersteller von Tests und diversen Vorprodukten für Diagnostika profitiert Qiagen in besonderem Maße von der starken Nachfrage nach Analyseprodukten. Viele Analysten gehen davon aus, dass dies ein dauerhafter Effekt sein wird.

    Vor allem auf dieser Trendwende basiert nun die Forderung des US-Hedgefonds-Managers nach einer deutlich höheren Bewertung für Qiagen. Der neue Preis entspreche etwa einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,3 gemessen an einem geschätzten Jahresgewinn von 2,54 Dollar je Aktie. Er liege damit noch immer unter der in der Vergangenheit üblichen Bewertung des Hildener Konzerns von 20 bis 23 mal Gewinn.

    Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen Annahme des Angebots

    Qiagen selbst stellt inzwischen für 2020 ein Umsatzwachstum von 15 bis 18 Prozent sowie eine Steigerung des bereinigten Gewinns je Aktie um mindestens 40 Prozent auf mindestens 2,00 Dollar je Aktie in Aussicht. Im kommenden Jahr dürfte danach der bereinigte Gewinn um mindestens 18 Prozent zulegen.

    Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse um währungsbereinigt 14 Prozent auf 815 Millionen Dollar, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 50 Prozent zulegte, wie das Hildener Unternehmen Anfang der Woche mitteilte. Anfang Februar, bei Vorlage der Geschäftszahlen für 2019, hatte das Qiagen-Management für 2020 dagegen nur ein Umsatzplus von drei bis vier Prozent und eine Gewinnsteigerung von sieben Prozent prognostiziert.

    Thermo Fisher und Qiagen sehen die verbesserte Geschäftslage nun in dem auf 43 Euro je Aktie erhöhten Angebot angemessen dargestellt. „Nach sorgfältiger Prüfung des aktualisierten Angebots von Thermo Fisher haben Aufsichtsrat und Vorstand von Qiagen jeweils einstimmig beschlossen, den Aktionären die Annahme des geänderten Angebots zu empfehlen, da es die wesentlichen aus der Coronavirus-Pandemie folgenden Verbesserungen unserer Geschäftsentwicklung und unserer Zukunftsperspektiven widerspiegelt“, erklärte Qiagen-Chef Thierry Bernard zu dem modifizierten Deal.

    Der Markt signalisierte in einer ersten Reaktion nicht unbedingt die Erwartung, dass ein noch höheres Angebot folgen könnte. Die Qiagen-Aktie notierte am Donnerstag zum Handelsschluss bei knapp 42 Euro. Im frühen Handel am Freitag gab der Kurs sogar leicht nach.

    Gegenüber der Bewertung von Konkurrenten im Diagnostikabereich liegt der Hildener Konzern auch auf diesem Niveau noch deutlich zurück. Die europäischen Wettbewerber Biomerieux und Diasorin verbuchten seit Beginn der Coronakrise Wertsteigerungen von über 60 Prozent und werden inzwischen mit mehr als dem 40-Fachen ihrer Gewinne bewertet.

    Mehr: Thermo Fisher bessert Übernahmeangebot für Qiagen nach

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