Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Biotechnologie Qiagen wirbt um Investoren aus Asien

Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen setzt auf ein enormes Wachstum in Asien. Vor allem der Umsatzanteil Chinas soll sich in den kommenden fünf Jahren mehr als verdoppeln. Wie das bisher im Tec-Dax gelistete Unternehmen in den Dax-30 aufsteigen will.
  • Andreas Hoffbauer
Qiagen hat noch einige vielversprechende Entwicklungen im Reagenzglas. Damit hofft das Unternehmen, in den Dax aufzusteigen. Quelle: dpa

Qiagen hat noch einige vielversprechende Entwicklungen im Reagenzglas. Damit hofft das Unternehmen, in den Dax aufzusteigen.

(Foto: dpa)

DALIAN. , sagte Finanzvorstand Roland Sackers dem Handelsblatt beim Weltwirtschaftsforum im ostchinesischen Dalian. "Wir rechnen in der Volksrepublik weiter mit einem jährlichen Wachstum von 50 Prozent."

Dieses Jahr wird Qiagen einen Nettoumsatz von rund 900 Mio. Dollar erreichen, China ist daran mit rund sechs Prozent beteiligt. Neben einem starken organischen Wachstum, weltweit bei gut zwölf Prozent, schloss Sackers weitere Übernahmen nicht aus. Dies werde auch in Zukunft zur Qiagen-Strategie gehören: "Wir sehen momentan durchaus attraktive Möglichkeiten, um Technologien und Regionen zu erobern."

Bislang hat Qiagen in China zwei Biotechfirmen gekauft. Ob staatliche Investoren aus Peking mit dem Unternehmen, das in Hilden bei Düsseldorf mit 1 200 Mitarbeitern den größten Standort weltweit hat, im Gespräch sind, wollte Sackers nicht beantworten.

Der Finanzchef betonte aber, dass man Aktionären aus China durchaus aufgeschlossen gegenüber stehe. Sackers: "Ich wäre sehr froh, wenn wir mehr asiatische Investoren gewinnen könnten."

Bislang kommen rund die Hälfte der Aktionäre von Qiagen aus den USA, dem größten Absatzmarkt. Nur rund fünf Prozent stammen aus Asien. Ähnlich sieht es beim Umsatz aus: Der Anteil Asiens liegt laut Sackers bei zwölf Prozent und soll bis 2015 auf ein Viertel wachsen. "Das größte Wachstum kommt dabei mit Abstand aus China", sagte Sackers.

Gerade Firmen der Biotechnologie sind in der Volksrepublik besonders gern gesehen. Premierminister Wen Jingbao hatte erst zur Eröffnung des Forums in Dalai erneut betont, dass China seine starke Abhängigkeit von den Exporten reduzieren und mehr auf Zukunftstechnologien im Gesundheitsbereich setzen müsse.

Bislang hat Qiagen in China rund 300 Mitarbeiter, vor allem im südchinesischen Shenzhen. Weitere Investitionen in Chan seien geplant, sagte der Finanzvorstand: "Wir müssen hier eindeutig weiter wachsen."

Das Unternehmen mit weltweit mehr als 3 000 Mitarbeitern setzt vor allem auf relativ neuartige Gentests. Damit kann man die Medikamente genauer auf den Patienten abstimmen, lassen sich etwa Krebserkrankungen schneller und einfacher erkennen als bisher. Sackers: "So kann man viel früher und effektiver reagieren."

Qiagen hat bislang rund 120 Testverfahren im Angebot. In den nächsten Quartalen soll vor allem ein Mittel gegen die Schweinegrippe, die Influenza A/H1N1, zum Umsatzbringer werden, das vergangene Woche auf den Markt gebracht wurde. Das Verfahren soll gerade in Asien reüssieren, wo sich wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der hohen Luftfeuchtigkeit Krankheiten meist besonders schnell ausbreiten.

Die Region sei darum für Qiagen "ein ganz wichtiger Markt" bei der Früherkennung der Schweinegrippe.

Zudem fährt die Regierung in Peking einen harten Kurs im Kampf gegen den Virus. Die Behörden haben bereits Massenimpfungen angekündigt und sind an schnellen Testverfahren zur Früherkennung interessiert.

"Wir arbeiten eng mit den Regierungsstellen zusammen", sagte Sackers. Qiagen werde auch darum seine Forschung und Entwicklung in China ausbauen.

Die staatliche Tageszeitung "China Daily" gab der Qiagen-Strategie am Wochenende zusätzlich Rückenwind. China müsse in diesem Herbst mit Millionen von H1N1-Infizierten rechnen, zitierte das Blatt in seinem Aufmacher einen hohen Offiziellen der Gesundheitsbehörden. Mit der kommenden Grippewelle dürfte sich der Virus schnell ausbreiten, fürchten die Behörden. Zumal China Anfang Oktober für mehr als eine Woche in den kollektiven Urlaub zum 60. Jahrestag geht und die Reiseaktivitäten stark zunehmen.

Bislang hat China das Medikament Tamiflu für rund zehn Millionen Menschen gelagert, berichten die Behörden. Die Bestände sollen aber weiter erhöht werden. Wichtig sei neben Vorbeugungsmaßnahmen und Impfungen aber vor allem auch eine rasche Früherkennung.

Qiagen sieht so in den kommenden Monaten nicht nur seinen Umsatz kräftig wachsen, sondern auch den Börsenwert des bislang im Tech-Dax gelisteten Unternehmens. "Wir liegen momentan beim Börsen-Ranking auf Platz 31 und erwarten, dass wir schon bald in den Dax-30 aufsteigen", sagte Finanzvorstand Sackers in Dalian.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite