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Blablacar Mitfahr-Plattform sammelt 200 Millionen Dollar ein

Der Mitfahrdienst Blablacar hat weitere Investoren für die Expansion gewonnen. Damit steigen die Franzosen in die Liga der wertvollsten Start-ups in Europa auf – und haben nun große internationale Pläne.
17.09.2015 - 09:10 Uhr
Das französische Start-up Blabacar ist auch in Deutschland unangefochtener Marktführer. Quelle: dpa
Mitfahren per App

Das französische Start-up Blabacar ist auch in Deutschland unangefochtener Marktführer.

(Foto: dpa)

Paris Wer eines der derzeit wertvollsten europäischen Start-ups sehen will, sollte auf der IAA die Halle 3.1 besuchen und nach einem kleinen Holzkiosk Ausschau halten. Dort, am Rande der New Mobility World, präsentiert das französische Start-up Blablacar seine Dienste, das mit dem heutigen Tag in die Liga der Einhörner aufgestiegen ist. So werden in der Szene die Start-ups getauft, die es auf eine besonders hohe Bewertung bringen.

In Europa und auch in Deutschland ist Blablacar ohnehin schon der größte Vermittler von Mitfahrgelegenheiten. In ihrer jüngsten Finanzierungsrunde haben die Franzosen und erneut 200 Millionen Dollar eingesammelt. Das Geld kommt von den Venture Capital Gesellschaften Insight Venture Partners und Lead Edge Capital unter Beteiligung von Vostok New Ventures.

Damit steigt die Bewertung nach Angaben des Mitgründers Nicolas Brusson auf 1,4 Milliarden Euro (knapp 1,6 Milliarden Dollar). Weltweit gibt es nur 117 Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. Zu den wertvollsten europäischen Start-ups zählen beispielsweise Spotity (mit einer Bewertung von acht Milliarden Euro) und Delivery Hero (mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Euro)

Die größten Carsharing-Anbieter
Flinkster (Bahn)
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Flinkster ist der Riese unter den deutschen Carsharing-Anbietern. Mit rund 300.000 registrierten Kunden und 3.300 Fahrzeugen in insgesamt 200 Städten ist zumindest die Größe bislang konkurrenzlos. Die Bahn setzt auf ein Kombi-Konzept aus Stationen und Parkraum rund um alle wichtigen Bahnhöfe. Die Anmeldegebühr ist mit 50 Euro zwar recht happig, aber eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht - und für Bahncard-Kunden ist die Anmeldung kostenlos.

(Foto: dapd)
Car2Go (Daimler)
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Seit 2008 mischt auch Daimler kräftig beim Carsharing mit. Car2go ist mittlerweile international in 29 Standorten verfügbar. Insgesamt werden rund 13.000 Fahrzeuge vermietet, der Dienst kommt auf eine Million Nutzer. Die Flotte besteht überwiegend aus Smarts, von denen einige rein elektrisch angetrieben werden. Via Smartphone oder Internet können Car2Go-Nutzer sehen, wo das nächstgelegene Fahrzeug steht. Auch ist es möglich, mit zuvor erworbenen Codes ein Auto auf der Straße zu aktivieren.

(Foto: AFP)
DriveNow (BMW)
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Auch BMW ist beim Carsharing führend. Mit rund 390.000 Mitglieder in München, Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Wien und London sowie in den USA in San Francisco, gehört DriveNow zu den Großen der Branche. Via Smartphone und Internet findet man den nächstgelegenen Mini, 1er BMW oder X1, die Buchung ist auch via Telefon oder Code möglich. Auch das Cabrio kommt im Sommer auf diesen höheren Preis.

Quicar (VW)
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Beim Autoriesen Volkswagen wird Carsharing dagegen sehr stiefmütterlich betrieben. Ausschließlich in Hannover stellt Volkswagen seinen Quicar-Kunden an 50 festen Ausleihe- und Rückgabeorten 200 Golf Blue Motion zur Verfügung, aber auch andere Klassen sind im Angebot. Rund 4.000 Gelegenheitsfahrer haben sich bislang angemeldet. Im Servicebereich bietet VW die Buchung via Website, Telefon oder Smartphone-App.

GreenWheels
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Mittlerweile hat sich VW auch am holländischen Marktführer Greenwheels beteiligt. In Deutschland ist das stationsbasierte Carsharing-Angebot der Holländer aber noch vergleichsweise klein.

Ford Carsharing
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Seit dem zweiten Quartal 2013 sind auch die Kölner mit einem eigenen Carsharing unterwegs. Die Unterschiede zur Konkurrenz: Das Angebot besteht bundesweit und die Händler spielen die Hauptrolle. Im Verlauf des Jahres soll das Carsharing-Angebot sukzessive und flächendeckend ausgerollt werden. In Kooperation mit Flinkster sollen die Fahrzeuge dann stationsgebunden angemietet werden können.

(Foto: obs)
Flinc
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Auch das Angebot von Flinc funktioniert nach dem sogenannten Ridesharing. Smartphone und Navigationsgerät bringen Fahrer und Mitfahrer in ganz Deutschland zusammen. Zudem kooperiert das Unternehmen mit DriveNow von BMW. Mehr als 650.000 Fahrten und Mitfahrten laufen jeden Monat über die Plattform.

Das frische Geld will die Mitfahr-Plattform Blablacar nun in das weltweite Wachstum investieren. „Wir wollen in einem oder zwei Jahren eine globale Marke sein.“ Die französische Firma ging bereits etwa nach Russland oder Indien, der Start in Brasilien steht bevor.

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    Auch in Europa wolle Blablacar mit Hilfe von Werbung noch zulegen: „Wir kratzen erst an der Oberfläche. In Deutschland könnten wir zehnmal mehr Nutzer haben“, sagte Brusson. Blablacar hatte im Frühjahr den deutschen Konkurrenten Carpooling übernommen, der die Websites mitfahrzentrale.de und mitfahrgelegenheit.de betrieb.

    „Nun haben wir das Potential für ein höheres Marketingbudget und können noch attraktiver für andere Zielgruppen werden“, sagt Deutschland-Chef Olivier Bremer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Derzeit werde der Dienst noch überwiegend von Studenten genutzt. Auch in Deutschland arbeite man weiter daran, als gleichwertiges Transportmittel auf der Langstrecke für alle Bevölkerungsschichten wahrgenommen zu werden. In den vergangenen zwei Jahren sei der Anteil der über 30-Jährigen in der Blablacar-Community von 27,4 Prozent auf 36,7 Prozent gestiegen.. „Wir setzen auf die amerikanische Herangehensweise – also einen klaren Fokus auf Wachstum“.

    Bei Mitfahrangeboten ist die Vergütung der Fahrer auf die Betriebskosten beschränkt, bei Blablacar liegt der Richtwert bei etwa fünf Euro pro 100 Kilometer. Bei dem Modell gibt es nicht die Konflikte mit Regulierern oder Taxi-Branche, in die etwa der Fahrdienst-Vermittler Uber verwickelt ist. Blablacar kommt aktuell auf 20 Millionen registrierte Mitglieder in 19 Ländern, von denen pro Quartal zehn Millionen den Service auch nutzen.

    „In unserem Geschäft gibt es keinen Platzhirsch wie Uber oder Airbnb, wir selbst werden zum führenden Player“, sagte Brusson. Aktuell würden 90 bis 95 Prozent der Fahrten innerhalb der Grenzen der jeweiligen Länder gemacht. Blablacar sehe aber auch, dass zum Beispiel Studenten in Europa grenzübergreifend reisten.

    Die Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil ein Investor für sein Geld bekommt. „In der Anfangszeit war es viel schwieriger, mit Investoren zu verhandeln“, sagte Brusson. Jetzt sei das Kräfteverhältnis im Verwaltungsrat von Blablacar mit drei Gründern und der Vertretern der Geldgeber ausgeglichen.

    • bay
    • dpa
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