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BASF in Ludwigshafen

Der Konzern litt im vergangenen Jahr vor allem unter der schwachen Autokonjunktur sowie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

(Foto: AFP)

Blitzanalyse BASF warnt vor Corona-Folgen für die Weltwirtschaft – Dividende steigt

28.02.2020 Update: 28.02.2020 - 08:15 Uhr Kommentieren

Frankfurt Der Chemieriese BASF hat am Freitagmorgen seine Zahlen für das Jahr 2019 vorgelegt. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz des Konzerns sank im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 59,3 Milliarden Euro.
  • Der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) lag mit 4,5 Milliarden Euro um 28 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die ohnehin gedämpften Erwartungen der Analysten konnte der Chemiekonzern damit aber noch geringfügig übertreffen.
  • Der ausgewiesene Nettogewinn stieg unterdessen drastisch von 4,7 auf 8,4 Milliarden Euro. Allerdings ist darin ein Buchgewinn von 5,7 Milliarden Euro aufgrund der Entkonsolidierung der Energietochter Wintershall enthalten, die nach dem Zusammenschluss mit Dea an die Börse gehen soll. Ohne diesen Effekt wäre auch der Reingewinn der BASF spürbar zurückgegangen.
  • Gut lief es für den Chemiekonzern zuletzt vor allem in der Agrarsparte. Sie konnte ihr Ergebnis mehr als vervierfachen und steuerte im vierten Quartal den größten Ergebnisanteil bei. BASF erzielte dadurch zum Jahresende einen überraschend hohen Ergebnisanstieg von gut 23 Prozent auf 765 Millionen Euro.
  • Für das laufende Jahr demonstriert der Konzern indessen trotz der großen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie eine moderate Zuversicht. Sein Ergebnis will er in etwa halten.
  • Die Dividende soll trotz der Einbußen im Vorjahr um zehn Cent auf 3,30 Euro erhöht werden.

„Unser Unternehmen behauptet sich auch in schwierigen Zeiten“, kommentierte BASF-Chef Martin Brudermüller den Jahresabschluss. 2019 bezeichnete er als „herausforderndes Jahr mit starkem weltwirtschaftlichem Gegenwind“.

Was positiv auffällt:

Im Geschäft mit höher veredelten, verbrauchernäheren Chemieprodukten konnte der Konzern seine Ertragskraft durchweg verbessern. Der Geschäftsbereich Industrielösungen etwa, der eine Vielzahl von Spezialchemikalien für industrielle Anwendungen umfasst, steigerte sein operatives Ergebnis um knapp ein Viertel. Und dieser Trend soll sich im laufenden Jahr weiter fortsetzen.

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    Das umfangreiche Spar- und Effizienzprogramm, das der Konzern Ende 2018 startete, hat dazu offenbar deutlich beigetragen. Es soll im laufenden Jahr einen Ebitda-Beitrag von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro bringen, nach 600 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Bis Ende 2020 will die BASF im Zuge des Programms weltweit 6000 Stellen abbauen.

    Den Erwerb von Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäften von Bayer wertet die BASF als erfolgreichen Schritt für die eigenen Agrochemie-Aktivitäten. Die Integration der Geschäfte sei innerhalb von einem Jahr abgeschlossen worden. Sie steuerten laut BASF 2019 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro und mehr als 500 Millionen Euro zum Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (Ebitda) bei. Man sehe sich auf gutem Wege, durch die Akquisition 2020 einen zusätzlichen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielen.

    Der Free-Cashflow des Chemiekonzerns sank zwar um ein Zehntel auf knapp 3,7 Milliarden Euro, liegt damit aber immer noch auf einem ordentlichen Niveau. Er reicht weiterhin mühelos aus, um die weiter steigende Ausschüttungssumme zu finanzieren. Gemessen am Dividendenvorschlag von 3,30 Euro je Aktie werden den BASF-Eignern 2020 rund drei Milliarden Euro zufließen.

    Was negativ auffällt:

    Der Chemiekonzern verbucht vor allem im Geschäft mit Basischemikalien und Kunststoffen weiterhin massive Ertragseinbußen. In den Sparten Chemicals (Grundprodukte) und Materials (Kunststoffe) ging das operative Ergebnis jeweils um rund die Hälfte zurück.

    Ebenso wie der Konkurrent Covestro leidet auch die BASF im Kunststoffgeschäft unter einem Verfall der Margen, bedingt durch verhaltene Nachfrage und Überkapazitäten. Ähnlich ist die Situation bei petrochemischen Basismaterialien. Auch für 2020 erwartet der Konzern in diesen Segmenten einen deutlichen Gewinnrückgang.

    Wie es weitergeht:

    Auch 2020 muss der Konzern ein schwieriges und von hohen Unsicherheiten geprägtes Umfeld bewältigen. Er will trotzdem seinen Umsatz auf 60 bis 63 Milliarden Euro steigern. Das Ebit vor Sondereinflüssen soll einen Wert zwischen 4,2 Milliarden Euro und 4,8 Milliarden Euro erreichen – und damit in etwa die Größenordnung des Vorjahres. Die Kapitalrendite dürfte mit 6,7 bis 7,7 Prozent indessen unter den Kapitalkosten von neun Prozent liegen.

    Man erlebe bereits in den ersten Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft, erklärte BASF-Chef Brudermüller. „Mit dem Coronavirus ist ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belastet. Eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen sind bereits sichtbare Folgen der Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Virus“, so Brudermüller.

    Er geht davon aus, dass sich die negativen Effekte des Coronavirus vor allem in der ersten Jahreshälfte deutlich auswirken werden und in der zweiten Hälfte nicht voll kompensiert werden können. Eine weltweite Ausbreitung des Virus ist dabei noch nicht in den BASF-Prognosen einbezogen.

    Mehr: Das Coronavirus versetzt die Börse in Panik – Was jetzt zu tun ist

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