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Blitzanalyse Bayer verspricht Gewinnzuwachs und lässt Sonderprüfung zu

27.02.2020 Update: 27.02.2020 - 09:34 Uhr Kommentieren
Operativ bleibt Bayer auf Kurs und hat die eigenen Ziele sowie die Erwartungen der Analysten voll erfüllt. Quelle: AFP
Bayer-Werk in Wuppertal

Operativ bleibt Bayer auf Kurs und hat die eigenen Ziele sowie die Erwartungen der Analysten voll erfüllt.

(Foto: AFP)

Leverkusen Die Bayer AG hat am Donnerstagmorgen die Zahlen für das vierte Quartal und für das Gesamtjahr 2019 vorgelegt – die Blitzanalyse:

  • Der Umsatz stieg 2019 um 3,5 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn legte um 28 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu.
  • Die Zahl der anhängigen Klagen wegen Glyphosat steigt weiter auf 48.600 – die Zahl der potenziell möglichen Klagen ist aber weit größer.
  • 2020 soll der bereinigte Gewinn um mindestens sieben Prozent steigen. Die Dividende für 2019 bleibt konstant bei 2,80 Euro.

Was positiv auffällt

Operativ bleibt Bayer auf Kurs und hat die eigenen Ziele sowie die Erwartungen der Analysten voll erfüllt. Ein positives Signal ist, dass die versprochenen Zuwächse in allen drei Divisionen erreicht wurden, also auch in der Sparte mit rezeptfreien Medikamenten, die in den vergangenen Jahren deutlich schwächelte. Sie steigerte bei einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro den bereinigten Gewinn (Ebitda vor Sonderposten) auf 1,09 Milliarden Euro.

Ebenfalls positiv präsentiert sich die Agrarsparte mit dem zugekauften Monsanto-Geschäft: Sie macht einen Gewinnsprung um 81 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 19,8 Milliarden Euro. Bayer steckt damit die durch Unwetter in den USA verursachten Probleme besser weg als die Konkurrenz. Die Pharmasparte lieferte gewohnt hohe Beiträge.

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    In Summe kam Bayer auf eine Steigerung des Konzernumsatzes von 3,5 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn legte um 28 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu. Im vierten Quartal setzte Bayer 10,75 Milliarden Euro um, ein Plus von fast vier Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn erhöhte sich um mehr als ein Viertel auf 2,48 Milliarden Euro. Auch das traf genau die Prognosen.

    Was negativ auffällt

    Alle Augen richten sich bei Bayer auf eine mögliche außergerichtliche Lösung der Glyphosat-Rechtssache in den USA. Der Konzern sagte dazu nicht Neues. Es bleibt bei der Parallelstrategie: „Wir werden die drei Berufungsverfahren notfalls durch alle Instanzen betreiben“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Zugleich beteiligt sich Bayer konstruktiv am gerichtlich angeordneten Mediationsverfahren.

    In diesem soll ausgelotet werden, ob ein Vergleich zu vernünftigen Bedingungen erreichbar ist. Soll heißen: Bayer muss ihn finanziell stemmen können. Wichtiger aber ist, dass eine Lösung neue Klagewellen in Zukunft vermeidet. Das ist ein schwieriger Punkt, an dem die Anwälte auf beiden Seiten seit Längerem arbeiten.

    Die Zahl der anhängigen Klagen ist derweil weiter gestiegen. Zum Stichtag 6. Februar 2020 lagen gegen Bayer in den USA etwa 48.600 Klagen vor. Der Zuwachs ist deutlich geringer als im Herbst 2019. Damals hatte sich die Fallzahl auf 42.000 praktisch verdoppelt.

    Das hängt auch damit zusammen, dass die Kanzleien in den USA angesichts der Vergleichsverhandlungen weniger intensiv neue Klagen einwerben. Die potenzielle Zahl der Klagen, die in einem umfassenden Vergleich enthalten sein könnten, wird weitaus höher geschätzt – auf bis zu 80.000.

    Wie es weitergeht

    Bei Investoren wird weiter davon ausgegangen, dass Bayer bis zur Hauptversammlung eine außergerichtliche Lösung vorlegen wird. Im Raum steht eine Vergleichssumme von zehn Milliarden Dollar.

    Es ist aber weiter unklar, ob dies gelingen wird. Operativ will Bayer in diesem Jahr in allen wichtigen Kennzahlen weiter zulegen: Der Umsatz soll um drei bis vier Prozent auf 44 Milliarden bis 45 Milliarden Euro steigen.

    Grafik

    Beim bereinigten Gewinn verspricht Bayer einen Zuwachs auf 12,3 Milliarden bis 12,6 Milliarden Euro. Der Free Cashflow soll sich etwa auf fünf Milliarden Euro belaufen. Die Prognose enthält allerdings noch keine Abschätzung der Effekte, die sich durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben können. Die Dividende für 2019 soll konstant bei 2,80 Euro bleiben.

    Was Aktionäre durchsetzen

    Bayer gab zudem bekannt, sich einer freiwilligen Sonderprüfung zu unterziehen. Dabei geht es um die internen Prozesse bei der Due Diligence bei Übernahmen und Fusionen. Aktionäre hatten dem Konzern vorgeworfen, die rechtlichen Risiken der Monsanto-Übernahme unterschätzt haben. Bayer wies dies zurück und stützte sich auf zwei Rechtsgutachten.

    Der Aktionär Christian Strenger war auf der Hauptversammlung 2019 mit einem Antrag auf Sonderprüfung gescheitert. Er wusste aber offenbar ausreichend Aktionäre hinter sich, um eine solche Prüfung gerichtlich durchsetzen zu können. Nun hat sich Bayer mit ihm geeinigt.

    Die Einigung sieht unter anderem vor, dass der BWL-Professor Hans-Joachim Böcking von der Universität Frankfurt die bei Bayer bestehenden Vorgaben und Anforderungen an die Durchführung der sogenannten Due Diligence im Kontext künftiger wesentlicher M&A-Transaktionen prüft und in einem Bericht zusammenfasst. Bayer wird Böckings Bericht bis Ende März, also vor der ordentlichen Hauptversammlung 2020, auf der Internetseite veröffentlichen.

    Zudem werden die beiden von Bayer beauftragten Experten, der Linklaters-Rechtsanwalt Ralph Wollburg und der BWL-Professor Mathias Habersack von der Universität München, ausführlicher zu ihren Rechtsgutachten Stellung nehmen, die sie Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 zu den Vorstandspflichten im Rahmen der Monsanto-Übernahme erstellt hatten.

    Eine Sonderprüfung kann für die Organe einer Aktiengesellschaft unangenehmen Folgen haben, wenn darin etwa Rechtsverstöße festgestellt werden. Sie dient zugleich dazu, eine größere Transparenz eines Sachverhalts gegenüber den Aktionären herzustellen.

    Mehr: Signal an die Investoren: Bayer-Chefaufseher legt sein Amt vorzeitig nieder.

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