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Blitzanalyse Continental verdient weniger – Dividende wird gekürzt

Conti bekommt das schwierige Marktumfeld zu spüren. Der Gewinn sinkt deutlich, die Schulden steigen – und das Coronavirus trübt den Ausblick.
05.03.2020 - 09:07 Uhr Kommentieren
Continental: Coronavirus trübt den Ausblick des Automobilzulieferers Quelle: dpa
Continental Jahreszahlen

Der Zulieferer verzeichnet einen Gewinnrückgang von über 21 Prozent.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Continental hat nach wie vor viele Baustellen. Im vergangenen Jahr hat der Zulieferer zunächst eine Gewinnwarnung herausgegeben, ein paar Wochen später folgte ein Sparprogramm. In Deutschland werden Stellen abgebaut und Werke geschlossen.

Währenddessen feilt das Management noch immer am Konzernumbau, der unter anderem die Ausgliederung der Antriebssparte Vitesco Technologies vorsieht. Was das für die Geschäftsbilanz bedeutet, zeigen die Zahlen für das Jahr 2019, die Continental am Donnerstag vorgelegt hat. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz stieg 2019 nur minimal um 0,2 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn hingegen sackte um 21,5 Prozent auf 3,2 Milliarden ab. Die Ebit-Marge betrug 7,4 Prozent.
  • Die Nettofinanzschulden stiegen im vergangenen Jahr um über 145 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.
  • Continental senkt die Dividende von 4,75 Euro pro Aktie auf vier Euro. Auch im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einem Rückgang der weltweiten Automobilproduktion zwischen zwei und fünf Prozent. Der Umsatz soll 2020 zwischen 42,5 und 44,5 Milliarden Euro liegen, die Ebit-Marge zwischen 5,5 und 6,5 Prozent.

Das fällt positiv auf

Umsatz wächst gegen den Trend: Continental konnte den Umsatz trotz eines stark rückläufigen Fahrzeugmarktes leicht steigern. Während die weltweite Automobilproduktion um sechs Prozent gesunken ist, bewegte sich der Umsatz mit 44,5 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Auch an den hohen Investitionen hält der Zulieferer fest. Im vergangenen Jahr hat der Konzern 6,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung sowie in Sachanlagen und Software investiert und damit rund 400 Millionen Euro mehr als 2018.

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    Das fällt negativ auf

    Schulden steigen: Das schwierige Marktumfeld bei gleichzeitig hohen Investitionsausgaben schlagen sich auf den Gewinn nieder. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 ist dieser um fast 22 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesunken. Die bereinigte Ebit-Marge betrug 7,4 Prozent, 2018 waren es noch 9,3 Prozent. Auch bei der Verschuldung hat sich die Lage verschlechtert. Lange hatte Conti großen Wert darauf gelegt sie zu senken. 2019 sind die Netto-Finanzschulden jedoch um über 145 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen. Die Gearing Ratio, also das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital, ist von 9,1 auf 25,6 gestiegen.

    Bei Conti hapert es nach wie vor im Kerngeschäft. Die Automotive Group musste Gewinneinbußen in Höhe von fast 38 Prozent hinnehmen. Die bereinigte Ebit-Marge fiel 2019 von sieben auf 4,4 Prozent ab. In der Rubber Group, die das Traditionsgeschäft mit Reifen beinhaltet, sieht es etwas besser aus. Aber auch hier sind die sinkenden Pkw-Produktionszahlen zu spüren. Das Ebit gab 14 Prozent nach. Die Ebit-Marge sank von 12,9 auf 10,9 Prozent.

    Wegen des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes hat sich Continental zudem entschieden die Dividende von 4,75 Euro auf 4 Euro pro Aktie zu senken.

    Was jetzt passiert

    Unsicherheit durch Corona: Continental rechnet auch 2020 mit einem Rückgang der weltweiten Automobilproduktion zwischen zwei und fünf Prozent. Zur Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal war der Konzern noch von einem stagnierenden Produktionsvolumen ausgegangen. Für die pessimistischere Prognose verantwortlich sind die unberechenbaren Folgen des Coronavirus.

    Nach ersten Einschätzung geht Conti davon aus, dass die Virus-Epidemie allein in den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres für einen weltweiten Produktionsrückgang von über zehn Prozent gesorgt hat. In seiner Prognose für das laufende Jahr hat der Zulieferer allerdings darüber hinaus gehende Auswirkungen des weiterhin grassierenden Coronavirus auf die Produktion, Lieferkette und Nachfrage noch nicht eingerechnet. Daher prüft Conti eine Ausweitung seines im September veröffentlichten Sparprogramms. Erste Ergebnisse will das Unternehmen im Mai 2020 vorstellen.

    Mehr: Diesel- und Benzinmotoren, Kerngeschäft der Conti-Tochter Vitesco, werden zum Auslaufmodell. Der Sprung ins Elektrozeitalter ist komplex – und einige Mitarbeiter bleiben auf der Strecke.

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