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Daimler

Enttäuschende Quartalsbilanz.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse Gewinn von Daimler bricht ein – Rechtskosten und China-Probleme belasten den Konzern

Update: 26.07.2018 - 09:30 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Der Auto- und Lkw-Hersteller Daimler hat am Donnerstagmorgen seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Der Dax-Konzern muss einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt im zweiten Quartal 2,6 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 
  • Auch unter dem Strich verdiente Daimler in der Folge weniger. Das Konzernergebnis brach um 27 Prozent ein, auf nur noch 1,8 Milliarden Euro. Neben dem Diesel-Rückruf wegen der umstrittenen Abgasbehandlung nagten am Gewinn des Auto- und Nutzfahrzeugherstellers Zollsenkungen und -erhöhungen am wichtigsten Einzelmarkt China.
  • Der Umsatz von Daimler ist ebenfalls geschrumpft. Während das Gros der Analysten davon ausging, dass die Erlöse von Daimler auf mehr als 42 Milliarden Euro anwachsen werden, enttäuscht der Autobauer mit einem Umsatz von 40,7 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von gut einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Der Absatz steigt leicht. Von April bis Juni konnte der Stuttgarter Konzern rund 833.000 Pkw und Nutzfahrzeuge verkaufen. Das ist ein minimales Absatzplus von etwa einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das fällt positiv auf

Die positiven Nachrichten muss man bei Daimler im zweiten Quartal schon mit der Lupe suchen. Der Konzern enttäuscht beinahe auf allen Ebenen. Was Anleger aber zumindest goutieren dürften: Nachdem Daimler im Juni mit einer Gewinnwarnung seinen Ausblick senkte, lässt der Konzern seine Prognose nun unverändert. Daimler rechnet für das Gesamtjahr 2018 mit einem leichten Anstieg von Absatz und Umsatz und einem leichten Rückgang des Betriebsergebnisses.

Das fällt negativ auf

Daimler meldet in vier von fünf Geschäftsfeldern rückläufige Gewinne. Und in der einzigen Sparte (Daimler Trucks), in der kein Minus vorne steht, stagniert das Ebit. Insbesondere die Kennzahlen in der Kernsparte Mercedes-Benz Cars, die für mehr als die Hälfte des Umsatzes von Daimler steht, sind schwach. Die Marke mit dem Stern kämpft in vielen Märkten mit rückläufigen Absatzzahlen. Die Folge: Der Betriebsgewinn brach um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. 

Dass die Tendenz bei Mercedes negativ sein würde, haben viele Analysten bereits vorab eingepreist, aber dass auch die zweite Kernsparte Daimler Trucks nicht mehr wachsen kann, ist für Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler „ein klares Indiz dafür, dass es bei Daimler insgesamt nicht mehr rund läuft“.

Was jetzt passiert

Die zentrale Frage bei Daimler ist: Wie will der Konzern seine Marge hochhalten? Schon jetzt sind etwa andere Lkw-Hersteller wie Volvo deutlich profitabler. „Und wenn man Äpfel mit Äpfel vergleicht, sind vergleichbare Pkw-Hersteller im Premiumbereich renditestärker“, sagt Arndt Ellinghorst vom Investmenthaus Evercore ISI: „Denn Daimler rechnet anders als etwa Audi oder BMW sein Finanzergebnis in China in das operative Ergebnis der Pkw-Sparte mit ein“. Klar ist: Will Daimler sein prognostiziertes Ergebnis für 2018 erreichen, braucht der Autobauer ein starkes zweites Halbjahr.

Das wird aber alles andere als einfach. Daimler bekommt nämlich den Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt bereits zu spüren. China erhebt auf Importe von Autos und Autoteilen aus den USA seit Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli Einfuhrzölle in der Höhe von bis zu 40 Prozent. Darunter leider Daimler. 

Zum Hintergrund: In Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama produzieren die Stuttgarter ihre SUVs für den Weltmarkt. Zehntausende Modelle davon werden jährlich ins Reich der Mitte verschifft. Durch die Einfuhrzölle verteuern sich die Autos der Schwaben. Auf einem Teil der Mehrkosten bleibt Daimler sitzen, da die Kosten nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden können.

Hinzu kommt: China hat seine Einfuhrzölle auf Autos von 25 auf 15 Prozent gesenkt. Das klingt zwar erst einmal positiv für Daimler, weil der Konzern weniger Abgaben bezahlen müssen, wenn Modelle etwa von Europa nach China exportiert werden. Aber in der Praxis brachte es Daimler in Zugzwang, da die Erwartungshaltung der Kunden war, dass Mercedes-Modelle nun günstiger werden. Daimler musste daher seine Preise senken, um die Absätze hochzuhalten. Darunter leidet aber die Marge. Die Folge: Der vermeintlich positive Effekt der Zollsenkung verpufft zunächst im Ergebnis. 

Immerhin: Das Ebit war im zweiten Quartal durch eine Reihe von Sonderfaktoren belastet. Der dickste Kostenblock entfällt mit 418 Millionen Euro auf den Vergleich, den Daimler und Deutsche Telekom mit der Bundesregierung über den verzögerten Start des Autobahnmautsystems Toll Collect abgeschlossen haben. Derlei Effekte sind einmalig. Insofern besteht Hoffnung, dass Daimler in den nächsten beiden Quartalen tatsächlich wieder zulegen kann.

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