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Blitzanalyse Krise oder Lichtblick? Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei den Daimler-Zahlen achten

Am Donnerstagmorgen präsentiert Daimler seine Halbjahreszahlen. Analysten rechnen mit einem Gewinnbruch. Kann der Autobauer überraschen?
25.07.2018 - 19:16 Uhr Kommentieren
Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch. Quelle: dpa
Mercedes legt Zahlen vor

Analysten rechnen mit einem Gewinneinbruch.

(Foto: dpa)

Gegen 7.30 Uhr veröffentlicht Daimler am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Die Erwartungshaltung an den Börsen ist gedämpft. „Daimler überrascht bei Quartalszahlen selten und das Papier der Schwaben ist derzeit eine tote Aktie“, sagt Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler.

Tatsächlich befindet sich die Aktie des Stuttgarter Auto- und Lkw-Hersteller aktuell auf einem Zweijahrestief. Allein seit Januar brach der Kurs des Wertpapiers um mehr als 18 Prozent ein.

Investoren fürchten, dass nach drei Jahren, in denen der Umsatz und Gewinn bei dem Mercedes-Hersteller in stetig neue Höhen schoss, die Erfolgsfahrt nun zu Ende geht. Im Juni schockte Daimler seine Anleger bereits mit der ersten Gewinnwarnung seit 2012. Die Sorge unter den Anteilseigner ist groß, dass der Motor von Daimler weiter ins Stottern geraten könnte.

Schließlich war der Konzern zuletzt mit vielen negativen Nachrichten konfrontiert – vom Massenrückruf von Diesel-Pkw wegen mutmaßlich unzulässiger Abschalteinrichtungen über Probleme bei der Umstellung auf den neuen Zulassungsstandard WLTP bis hin zu dem drohenden Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt.

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    Einen ersten Eindruck, wie sehr diese Gemengelage bereits auf das Tagesgeschäft drückt, werden die Quartalszahlen im Detail zeigen. Vielleicht kann der Autobauer aber auch positiv überraschen. Auf diese fünf Punkte sollten Sie achten.

    Das operative Ergebnis

    Arndt Ellinghorst erwartet einen deutlichen Gewinneinbruch bei Daimler. Konkret schätzt der Analyst vom Investmenthaus Evercore ISI, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im zweiten Quartal bei unter 2,8 Milliarden liegen dürfte. Das wäre ein Minus von mehr als 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Einer der Gründe für die voraussichtliche Ergebnisdelle sind einmalige Sonderbelastungen. Der dickste Kostenblock entfällt hier mit schätzungsweise 500 Millionen Euro auf den Vergleich, den Daimler und Deutsche Telekom mit der Bundesregierung über den verzögerten Start des Autobahnmautsystems Toll Collect abgeschlossen haben.

    Aber auch höhere Kosten in Folge von Lieferengpässen bei Zulieferteilen für Trucks in den USA dürften das Ergebnis schmälern. Liegt Daimler beim Ebit auch abzüglich der Sonderfaktoren unter dem Niveau des Vorjahres wäre das „enttäuschend“, konstatiert Metzler-Analyst Pieper.

    Die Kernsparte: Mercedes Benz Cars

    Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet der 300.000 Mitarbeiter zählende Daimler-Konzern mit seiner Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars. Der große Erfolg der Schwaben in den vergangenen Jahren basiert vor allem auf dem brummenden Geschäft mit E-Klasse und sportlichen Geländewagen (SUV).

    Nach 63 Monaten, in denen Mercedes einen Absatzrekord nach dem anderen feierte, gingen die Verkaufszahlen im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber erstmals zurück. Zwar wurde der Absatz der Marke mit dem Stern durch Lieferengpässe in Folge eines Brands bei einem Zulieferer in den USA negativ beeinflusst, aber die Vormachtstellung der Schwaben bröckelt auch wegen anderer Gründe. „Mercedes hat den Zenit im Produktzyklus überschritten, die eigene Flotte altert während BMW und Audi mit neuen Modellen angreifen“, analysiert Evercore-Experte Ellinghorst.

    Daimler Trucks

    Während Daimler in seiner Kernsparte enttäuschen dürfte, rechnet Metzler-Analyst Pieper mit einer „positiven Entwicklung“ bei der zweiten Säule des Geschäfts: den Trucks. Daimler ist mit Töchtern wie Freightliner oder Fuso der größte Lastwagenhersteller der Welt. Den Schwaben kommt zu Gute, dass die Weltwirtschaft wächst und immer mehr Waren transportiert werden. Dadurch steigen die Transportkapazitäten und der Bedarf nach großen Lastwagen.

    Verdächtiger Motor im LKW – Daimler erneut unter Druck

    „Wenn sich Trucks aber wider Erwarten auch noch abschwächen sollte, wäre das ein klares Indiz dafür, dass es bei Daimler insgesamt nicht mehr rund läuft“, erklärt Pieper. Die Sorge: Gerade bei der Marge könnte Daimler zurückfallen. Schon jetzt sind andere Lkw-Hersteller wie Volvo deutlich profitabler als Daimler.

    Autozölle

    Daimler bekommt den Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt bereits zu spüren. China erhebt auf Importe aus den USA seit Anfang Juli Einfuhrzölle in der Höhe von 40 Prozent. Darunter leider Daimler.

    Zum Hintergrund: In Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama produzieren die Stuttgarter ihre SUVs für den Weltmarkt. Zehntausende Modelle davon werden jährlich ins Reich der Mitte verschifft. Durch die Einfuhrzölle verteuern sich die Autos der Schwaben. Auf einem Teil der Mehrkosten bleibt Daimler sitzen, da die Kosten nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden können.

    „Weitere Einführzölle wären eine Katastrophe für Daimler“, erklärt Frank Schwope, Analyst bei Nord LB. Sollten die USA wirklich wie angedroht Zölle auf Autos aus europäischer Produktion in der Höhe von 20 Prozent erheben, könnte „bei Daimler nochmal eine Gewinnwarnung drohen“, sagt Schwope. Spannend wird daher, ob Daimler im Zuge der Quartalsergebnisse auch eine Indikation gibt, welche Konsequenten weitere Zölle für den Konzern hätten und wie die Schwaben den drohenden Schaden in Grenzen halten wollen.

    Der Ausblick

    Im Zuge der Gewinnwarnung im Juni hat Daimler seine Ergebnisprognose bereits angepasst. Statt wie ursprünglich geplant, einen Gewinn vor Steuern und Zinsen leicht über dem Vorjahresergebnis von 14,7 Milliarden zu erzielen, geht Daimler aktuell nur noch von einem Ergebnis leicht unter dem Vorjahresniveau aus.

    Die zentrale Frage lautet: Bleibt Daimler bei dieser Einschätzung? Oder muss der Konzern seine Erwartungen womöglich in der Folge von neuen Belastungen wie Zöllen oder zunehmendem Preisdruck noch einmal korrigieren?

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